FULDA Der Stadtpfarrer bei O|N

Impulse vom Stadtpfarrer Buß: "Ich vertraue dir!"

21.05.22 - "Ich vertraue dir" oder "Ich vertraue Ihnen": Das sind wohl mit die schönsten Worte, die Menschen einander sagen können. Wie gut ist es, wenn wir uns in schweren Situationen befinden und Vertrauen zu anderen haben können. Wertvoll ist für den Christen auch das Wissen auf Gott vertrauen zu können. Und das kommt vor allem zum Tragen in schweren Stunden. "Ist die Not am größten, so ist Gottes Hilfe am nächsten", sagt ein bekanntes deutsches Sprichwort.

Stadtpfarrer Stefan Buß. Archivfoto: O|N/Hendrik Urbin

Im Alten Testament wird von Königin Esther berichtet, die in größter Not ihre Zuflucht bei Gott sucht (vgl. Est.4). Im Gebet wendet sie sich in ihrer Not an Gott: "Herr, unser König, du bist der Einzige. Hilf mir! Denn ich bin allein und habe keinen Helfer außer dir; die Gefahr steht greifbar vor mir. Denk an uns, Herr. Offenbare dich in der Zeit der Not, und gib mir Mut. Uns aber rette mit deiner Hand! Hilf mir, denn ich bin allein und habe niemand außer dir, o Herr." (Est 4, 17l, 17r,17t). Auch in unserem Leben gibt es immer wieder Sorgen und Nöte, manchmal kleinere, manchmal auch größere. Jesus will den Menschen bestärken sich in diesen Momenten an Gott zu wenden. Wir dürfen ihn nicht nur einmal bitten, wir dürfen immer wieder seine Hilfe suchen, wir dürfen mit unseren Gebeten bei ihm "anklopfen", vielleicht auch "Sturm klingeln" mit all dem, was uns besonders am Herzen liegt. Freilich werden unsere Gebete nicht immer so erhört, wie wir es uns wünschen. Manchmal brauchen wir Geduld oder eine neue Perspektive, um zu sehen, wie Gott uns schon geholfen hat. Aber eines dürfen wir immer haben: Das Vertrauen, dass Gott es gut mit uns meint und uns mehr geben will, als wir jemals von Menschen erwarten dürfen, auch, wenn wir es manchmal nicht gleichsehen oder verstehen können.

In einem Gebet heißt es: Guter Gott, du bist das Licht, wenn es mir schwarz wird vor Augen. Du bist für mich der Weg, wenn ich nicht mehr weiß, wo es langgeht. Du bist für mich der Freund, wenn ich mich einsam und verloren fühle. Du bist für mich Kraft, wenn meine eigenen Kräfte zu schwinden drohen. Du bist für mich heilende Medizin, wenn ich erschöpft und ausgebrannt bin. Du bist für mich der Ausweg, wenn ich in die Sackgasse gerate. Du bist für mich Nahrung, wenn meine Seele zu verhungern droht. Du bist für mich der Lebensretter, wenn ich am Ende bin. Deshalb komme ich zu dir und vertraue auf dich, o Gott. (Stefan Buß) +++


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