Die Hoffnung auf eine zukünftige Prävention vor der plötzlichen Kindstod ist vorhanden. - Infobroschüre: Universitätsklinikum Bonn

REGION Durch Screening

Ursache für plötzlichen Kindstod gefunden: Hoffnung für zukünftige Prävention

22.05.22 - Der plötzliche Kindstod ist ein seltenes Ereignis, vor dem sich alle Eltern fürchten. Beim plötzlichen Kindstod, medizinisch SIDS (englisch für sudden infant death syndrome) genannt, handelt es sich um den plötzlichen und unerwarteten Tod eines Säuglings. Das Ereignis ist definiert als das Versterben im Alter unter einem Jahr während des Schlafes. In den meisten Fällen kann man auch nach gründlicher Untersuchung im Rahmen einer Obduktion keine greifbaren Ursachen finden. Der Tod bleibt oftmals ungeklärt. In Deutschland sind im Jahr 2020 84 Babys am plötzlichen Kindstod gestorben. Die meisten waren zwischen 2 und 5 Monate alt.

Bislang waren die genauen Ursachen des Syndroms unbekannt. Mehrere Faktoren scheinen jedoch eine Rolle beim plötzlichen Kindstod zu spielen. Bei der sogenannten "Triple-Risk-Hypothese" gingen Forscher schon längere Zeit davon aus, dass manche Kinder bestimmte auslösende Faktoren in sich tragen. Weiterhin ist besonders die Säuglingszeit eine kritische Entwicklungsphase und einige äußere Faktoren wie die Bauchlage im Schlaf, Rauchen und eine Frühgeburt scheinen das Risiko zu erhöhen. 

Infobroschüre: Universitätsklinikum Bonn

Nun ist es Wissenschaftlerinnen um die Forscherin Dr. Carmel Harrington gelungen ein Enzym zu identifizieren, das für den plötzlichen verantwortlich zu sein scheint. Bei dem Fund handelt es sich um eine medizinische Sensation, die kürzlich in der Fachzeitschrift "The Lancet" veröffentlicht wurde. (Den Link zur Studie finden Sie hier:Butyrylcholinesterase is a potential biomarker for Sudden Infant Death Syndrome - eBioMedicine (thelancet.com))

Das Enzym, um das sich die Studie dreht, heißt Butyrylcholinesterase. Das Enzym ist wichtig für die Informationsübertragung im Gehirn. Man geht bei einem Mangel von Butyrylcholinesterase davon aus, dass Kinder bei einer Sauerstoffunterversorgung nicht wie gewöhnlich reflektorisch wach werden. Das könnte auch der Grund dafür sein, warum es meistens im Schlaf zu Fällen des plötzlichen Kindstodes kommt.

In der Studie der Australier wurden Kinder auf das Enzym untersucht. Bei Kindern, die am plötzlichen Kindstod gestorben waren, war die Konzentration von Butyrylcholinesterase im Blut deutlich erniedrigt. Die Forscherin Harrington hatte 1992 selbst ihren Sohn durch den plötzlichen Kindstod verloren. Nun arbeitet sie mit Ihrem Team an einem Screeningtest, um zukünftig Kinder zu identifizieren, bevor etwas passiert und entsprechend zu behandeln.

Sollte ihr Kind plötzlich nicht richtig atmen oder zeigt es keine Lebenszeichen: Sofort Notruf 112 wählen! In der folgenden Grafik der Uniklinik Bonn finden Sie eine Anleitung zur Ersten Hilfe am Kind und Hinweise um das Risiko für den plötzlichen Kindstod zu minimieren. (ab) +++ 

Ein Video mit einer Anleitung zur Wiederbelebung beim Säugling und Kind finden Sie hier:

https://www.youtube.com/watch?v=DhkVhla1SpI 


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