ALSFELD Kommersabend zu 800 Jahren Stadtrechte

Gespielt, gesungen, gewürdigt - Alsfeld und sein Bürgermeister sind "on Feier"

22.05.22 - Ein buntes Feuerwerk aus Musik, Redebeiträgen, würdigenden Rück- und Ausblicken und vielen Gratulationen waren die Kernbestandteile des Kommersabends zur 800-Jahr-Feier der Alsfelder Stadtrechte mit etwa 200 geladenen Gästen in der Stadthalle.

Die Unwetterwarnung vom Donnerstag hatte tags zuvor noch den Umzug vom Marktplatz notwendig gemacht. "Sicherheit geht vor", schrieb Wirtschaftsförderer Uwe Eifert in der eiligen Mailnachricht. Es sollte sich als eine weise Entscheidung herausstellen: Zwar musste man auf die malerische Kulisse von Rathaus und Co. verzichten, war dafür aber nicht dem niedergehenden Gewitter ausgesetzt.

Ein buntes Feuerwerk aus Musik, Redebeiträgen, würdigenden Rück- und Ausblicken ...Fotos: Gerd Ochs

Bürgermeister Stephan Paule hatte neben der Begrüßung zahlreicher Ehrengäste aus Politik und Gesellschaft zunächst noch zwei Nachrichten zum Innehalten: der einstige Alsfelder Bürgermeister und erste Landrat des Vogelsbergkreises, Dr. Jochen Zwecker, war am Vortag ebenso verstorben wie die Alsfelder Stadtjugendfeuerwehrwartin Corinna Schlitt. Paule nannte beide "verdiente Alsfelder" und rief zu einer Gedenkminute auf.

Das Stadtoberhaupt gab einen Abriss über die Geschichte der Stadt und den Reigen an Feierlichkeiten im Festjahr der urkundlichen Ersterwähnung, die parallel mit der Stadt Grünberg gefeiert werde - schließlich ist auch die Nachbarstadt im Süden in der gleichen Urkunde erstmals erwähnt. Wichtig war Paule, auch auf die Leistung der Frauen hinzuweisen, die in vielen historischen Dokumenten unterrepräsentiert seien.

Aus dem hessischen Innenministerium war Staatssekretär Stefan Sauer zur Laudatio angereist. "Ich habe mich schon in der Vorbereitung gefreut, weil ich gemerkt habe, hier geht was ab!" Alsfeld könne stolz sein auf sich und seinen Bürgermeister, dem man die Freude über sein Amt bei seinem schwungvollen Vortrag angemerkt habe.

Bürgermeister Stephan Paule im Osthessen-News-Videointerview

Innen-Staatssekretär Stefan Schneider

Landrat Manfred Görig hob Alsfelds Bedeutung für die ganze Region hervor und betonte, dass er den Bürgermeister beim geplanten Neubau des Kreiskrankenhauses fest an seiner Seite wisse: "Und da wird er bleiben, bis der Bau steht!", so Görig. Mit einem Augenzwinkern übergab er das Präsent des Kreises in einer Tasche mit dem Slogan der Kreisverwaltung: "Der Vulkan schläft - Wir nicht!"

Landrat Manfred Görig

Margot Heymanns Vorschlag „Helle Elle“ war siegreich

Neben den Redebeiträgen war auch für Kurzweil gesorgt: da Helmut Berger aus der Marktspielgruppe beklagen musste, "als fällt mer de Hut vom Kopp", war die Entstehung des Namens der Stadt schnell hergeleitet. Johanna Mildner und Jenny Wagner blickten voraus auf das diesjährige Marktspiel mit Szenen aus acht Jahrhunderten.

Jürgen Litzka von „Halb6“

Unterhaltsame moderierende Einlagen kamen vom FFH-Comedymann Dirk Haberkorn, der von seinen Leuseler Wurzeln profitierte. Schmackhaft wurde es für die durstigen Kehlen, als es dem ersten Fass des Festbiers "Helle Elle" von Bürgermeister Paule mit fünf Schlägen an den Kragen ging. "Ozapft is", konnte er vermelden und das gelungene Gebräu floss in die Gläser. Gewürdigt wurde auch die Namensgeberin des Bieres, Margot Heymann, deren Vorschlag von der Jury den Zuschlag erhalten hatte. Neben den Bierfans kamen auch die Weingenießer auf ihre Kosten, als Jens Kirsch und Wilfried Fink vom Vorstand der Weinfreunde den ausgewählten Riesling-Festwein von Paule entkorken ließen - in der Tat, ein gute Wahl!

Einer der emotionalen Höhepunkte des Abends war ein Videoeinspieler mit vielen Fotos von Stadtansichten und -geschichte(n), gefolgt von den beiden musikalischen Highlights des Abends: Jürgen Litzka performte als Premiere das Geschenk seiner Combo "Halb 6" an die Stadt Alsfeld. Zwar musste der Alsfelder Vollblutmusiker dies auf der Bühne allein tun, weil seine Mitstreiter Peter und Günter Seim verhindert waren. Der technisch perfekte Videoeinspieler, entstanden bei der CD-Studioaufnahme, vereinte "Halb6" aber auf der Leinwand und der Bühne. Der Song "Rockels Hut" erwies sich als temporeicher Ohrwurm mit vielen schönen Alsfelder Anekdoten wie der "Rolltrepp von Kerbersch Karl". Das Publikum klatschte gerne mit und belohnte Litzka mit viel Applaus. Dieser übergab die Song-CD an den Bürgermeister, versprach aber den Alsfeldern, dass Halb6 das Lied während des nun folgenden Festwochenendes in der Innenstadt rauf und runterspielen würden.

Den Abschluss bildete dann ein "Nicht-militärischer musikalischer Zapfenstreich": das Werk "Der Hohe Tag" von Friedrich Deisenroth, ausgesucht und gewünscht von Bürgermeister Paule. Das viersätzige Werk ist nicht nur musikalisch anspruchsvoll, sondern fordert auch eine gehörige Quantität. So hatte sich das musikalische Aushängeschild Alsfelds, die Show & Brass Band der Freiwilligen Feuerwehr, gleich doppelte Verstärkung besorgt: den Spielmannszug Reiskirchen / Allendorf-Lumda und für den Gesangspart den Konzertchor Voice Factory. Bei derart vielen Musikern brauchte es schon die volle Breite der Stadthalle, um allen ihren Platz zu verschaffen. Der musikalische Leiter und Dirigent Alexander Reinsch sorgte dafür, dass das Festpublikum und die Stadthalle in ihrem "50. Lebensjahr" ein mehr als beeindruckendes Klangvolumen erleben durften. Hut ab - Alsfeld ist endgültig "on Feier!" und freut sich auf ein abwechslungsreiches Festwochenende.

Zum Kommersabend siehe auch das OSTHESSEN|NEWS-Begleitvideo. (Gerd Ochs) +++


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