Markus Meysner gab am Samstag auch seinen Rücktritt als Landtagsabgeordneter bekannt - Fotos: Miriam Rommel

KÜNZELL "Bierzeltkönig mit politischem Sachverstand"

Landtagsabgeordneter Meysner legt alle Mandate nieder- Schmitt und Müller folgen

22.05.22 - Dass Markus Meysner (56) das Amt des CDU-Kreisvorsitzenden in Fulda abgibt, war vor dem Parteitag bekannt. Doch am Samstagmorgen kam es im Gemeindezentrum Künzell zum nächsten Paukenschlag. Der direkt gewählte Abgeordnete für den Wahlkreis Fulda II wird auch sein Landtagsmandat vorzeitig aufgeben, nämlich zum 30. Juni 2022 und damit über ein Jahr vor den Hessischen Landtagswahlen im September 2023. Das erklärte der 56-jährige Politiker aus Petersberg, der seit 2013 MdL ist, vor den Delegierten.

Nachfolger als MdL in Wiesbaden wird Ersatzbewerber Sebastian Müller (34) aus der Rhön-Gemeinde Hofbieber. Der Verwaltungsbeamte arbeitet aktuell im Stab von Landrat Bernd Woide (CDU) im Kreishaus. Er gehört der Verwaltungsleitung an und fungiert auch als persönlicher Referent des Kreis-Chefs.

"Gesundheitliche Gründe"

Markus Meysner (links) gibt den Vorsitz des CDU Kreisverbandes an Frederik Schmitt ...

Sebastian Müller folgt Meysner im hessischen Landtag

Meysner sagte in Künzell zu OSTHESSEN|NEWS: "Manchmal wird man sich bewusst, dass gesundheitliche Belange wichtiger sind, als das persönliche Ego." Zu seinem Wahlkreis gehören die Städte und Gemeinden Dipperz, Ebersburg, Ehrenberg (Rhön), Eichenzell, Flieden, Gersfeld (Rhön), Hilders, Hofbieber, Hosenfeld, Kalbach, Künzell, Neuhof, Petersberg, Poppenhausen (Wasserkuppe) und Tann (Rhön) im Südosten des Landkreises.

Vize-Landrat Frederik Schmitt (41), seit 2015 hauptamtlicher Erster Kreisbeigeordneter, ist nun neuer CDU-Kreischef in Fulda. Er wurde mehrheitlich gewählt und führt damit den mit rund 3.000 Mitgliedern größten Kreisverband in Hessen.


"Grenze des Zumutbaren"

Markus Meysner wirkte gelöst, als er am Samstag seinen letzten Bericht als Vorstand hielt. Endlich könne man sich wieder treffen, Corona, so meinte er, sei gefühlt vorbei. "Die Regierung hat uns die Verantwortung in die eigenen Hände gegeben."

Für ihn persönlich, aber auch für die CDU Hessen, seien die vergangenen drei Jahre schwierig gewesen. Er erinnerte an den ermordeten Walter Lübcke, der für ihn ein Freund gewesen sei, aber auch an den verstorbenen hessischen Finanzminister Thomas Schäfer, an die Attentate von Hanau und Volkmarsen, die Corona-Pandemie sowie den Krieg in der Ukraine. "Normalerweise erlebt man solche Schläge nicht derart geballt, sondern verteilt auf Jahrzehnte." Manchmal, so betonte er, habe er dies alles als Grenze des Zumutbaren empfunden.

"Wie Sie bereits wissen, stehe ich bei der Neuwahl heute nicht mehr als Vorsitzender zur Verfügung", läutete Meysner seinen Abschied ein. Für den Posten, den er jahrelang begleitete, habe er mit Frederik Schmitt einen prädestinierten Nachfolger gefunden. "Ich möchte das alles nicht bis zum Umfallen machen, manchmal geht die Gesundheit einfach vor"; begründete er seine Entscheidung. Aber nicht nur hier vollzog Meysner am Samstag einen klaren Schnitt: "Ich lege aus diesem Grund auch das Amt als Landtagsabgeordneter vorzeitig, zum 30. Juni 2022, nieder." Als Ersatz folge ihm der Hofbieberer Sebastian Müller. "Ich bin sicher, er wird seine Sache ebenfalls gut machen."

"Sie haben mich in den letzten 20 Jahren getragen", bedankte sich Meysner bei den Delegierten. Selbst bezeichnete er sich als "Bierzeltkönig mit politischem Sachverstand" und widersprach einem Zitat von Innenministerin Nancy Faeser, die den Begriff Heimat umdeuten wolle. "Ich brauche keine positive Umdeutung des Wortes Heimat. Ich liebe meine Heimat! Hier möchte ich alt werden und mich auch künftig um meine Mitmenschen sorgen."

Für seine Abschiedsrede erhielt Meysner tosenden Applaus und Standing Ovation.

Schmitt als Vorsitzender gewählt

Die Wahl Frederik Schmitts lief reibungslos. Mit sechs Gegenstimmen und bei drei ungültigen Stimmabgaben wurde er als neuer Vorsitzender des CDU-Kreisverbandes gewählt. Zuvor ging der vierfache Vater in einer kurzen Vorstellung auf seinen Werdegang ein. Der 41-jährige Jurist ist Erster Kreisbeigeordneter und seit rund 20 Jahren für die CDU im Landkreis aktiv, unter anderem war er Vorsitzender der Jungen Union.

"Ich möchte aktiv mitarbeiten und die führende Rolle der CDU im Landkreis Fulda stärken." Die Mitgliedszahlen innerhalb der Partei würden sinken (750 weniger als vor zehn Jahren), auch wären die Wahlergebnisse in den letzten Jahren schlechter gewesen. "Wir dürfen uns nichts vormachen: Der Abwärtstrend wird weitergehen, wenn wir nicht endlich wieder kämpfen!" Schmitt möchte der CDU neues Leben einhauchen, wichtig findet er, vor großen Entscheidungen Mitgliederbefragungen durchzuführen. (Christian P. Stadtfeld/Miriam Rommel) +++


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