Im Dezember 2021 fand die gefährliche Körperverletzung mitten auf der Leipziger Straße statt - Symbolfoto: O|N/Jonas Wenzel

FULDA Undurchsichtige Streitigkeiten

Mitbewohner mit Fäusten, Eisenstange und Messer lebensgefährlich verletzt

01.06.22 - Eine heftige und zugleich undurchsichtige Auseinandersetzung mit lebensgefährlichen Folgen zwischen drei jungen Männern beschäftigt seit Dienstag das Fuldaer Landgericht. Die Staatsanwaltschaft wirft den beiden 24- und 25-jährigen somalischen Angeklagten vor, das Opfer, mit dem sie sich zusammen in einer Flüchtlingsunterkunft in der Leipziger Straße aufhielten, am 8. 12.21 körperlich misshandelt und mittels Faustschlägen, einem Messer und einer Eisenstange lebensgefährlich verletzt zu haben. Sowohl die Frage, worum es bei dem Streit überhaupt ging und auch, wer wem welche Verletzungen zugefügt hat, sind nicht leicht zu durchschauen. 

Die beiden Angeklagten und ihre Verteidiger vor dem Landgericht Fotos: Carla Ihle-Becker

Laut Anklage hatten die Beiden am frühen Morgen des Tattags ihren 35-jährigen ebenfalls aus Somalia stammenden Mitbewohner gegen 5:30 Uhr abgepasst und ihn mit Faustschlägen, einer Stange und einem Messer verletzt, wobei dem Opfer in den linken Oberschenkel gestochen wurde. Der Verletzte konnte flüchten und ließ sich von einer zufällig vorbeikommenden Polizeistreife mitnehmen und bei einem Arzt wegen der Wunde im Bein behandeln, dann sei er in die Leipziger Straße zurückgekehrt.

Doch es folgte eine weitere Tätlichkeit: Am Nachmittag desselben Tages gegen 16:00 Uhr sollen die beiden Angeklagten ihren Nachbarn erneut angegriffen, mit Fäusten ins Gesicht geschlagen und verfolgt haben, als dieser flüchtete. Einer der Angeklagten habe den Mann am Straßenrand der Leipziger Straße in Höhe der Tankstelle einholen können und ihn mit einem Messer dreimal in den Oberkörper gestochen, wobei er dessen Tod billigend in Kauf genommen habe. Nur das Eingreifen einer beherzten Passantin verhinderte das Schlimmste, indem sie dem Angreifer zugerufen hatte, er solle sofort aufhören. Da habe er von weiteren Stichen abgesehen. Der schwerverletzte 35-Jährige musste zwei Wochen lang stationär im Klinikum behandelt werden. Die beiden Angeklagten waren als Tatverdächtige zwei Tage später von der Polizei festgenommen worden. 

Angeklagter: "Ich wollte nur schlichten!"

Vorsitzender Richter in dem Verfahren ist Dr. Jörg Weddig

Vor dem Landgericht erklärte der 23-Jährige zu Prozessbeginn, er habe mit dem Streit der zwei anderen Männer nichts zu tun gehabt und sich auch keine Schlägerei oder gar Messerstiche zuschulden kommen lassen. Obwohl er schon als Jugendlicher mehrfach wegen Körperverletzungen, Ladendiebstahl und Schwarzfahrens vor Gericht gestanden hatte, habe er am Tattag lediglich die Auseinandersetzung der anderen schlichten wollen - so seine Version. Warum er dafür eine Eisenstange brauchte, konnte er nicht schlüssig beantworten. Er hatte nach seinen Angaben zuvor über den ganzen Tag verteilt rund sechs Dosen Energy-Drinks mit Wodka konsumiert. 

Der Prozess wird am Donnerstag, 2. Juni, um 9:30 Uhr fortgesetzt. Insgesamt sind vier weitere Verhandlungstage bis Mitte Juni terminiert worden.(ci)+++


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