Bürgermeister Rainer-Hans Vollmöller und Alisa Wohlfahrt. - Fotos: Bertram Lenz

LAUTERBACH O|N im Gespräch mit Vollmöller

Lauterbach soll attraktiver werden - "Ukraine-Krieg treibt mich um!"

03.06.22 - Seit 1. Oktober 1996 steht der CDU-Politiker Rainer-Hans Vollmöller als Bürgermeister der Lauterbacher Verwaltung vor. Im Gespräch mit O|N geben er und Alisa Wohlfahrt aus der Stadtverwaltung Auskunft darüber, wie die Vogelsberger Kreisstadt bislang durch die Corona-Pandemie gekommen ist und welche Pläne es derzeit gibt, die Innenstadt attraktiver zu gestalten.  Wohlfahrt verantwortet das Stadtmarketing und kümmert sich zudem unter anderem um die Vermarktung von Industrie- und Gewerbeflächen.

Zunächst aber dreht sich im Gespräch alles um den Prämienmarkt, dieses größte Volksfest Oberhessens, das eine sehr lange Tradition besitzt und in diesem Jahr zum 250. Mal stattfindet - und zwar vom 11. bis 19. Juni. Nach den Corona bedingten Aussetzern verspüren Vollmöller und Wohlfahrt weit über die Stadtgrenzen hinaus eine große (Vor)-freude bei Ausstellern und der Bevölkerung, "endlich wieder zusammen zu kommen". Der Verwaltungschef: "Der Prämienmarkt ist ja DAS Volksfest der Lauterbacher und in seiner Vielfalt ein Magnet weit über die städtischen Grenzen hinaus". Der 65-Jährige gesteht freilich zu, dass Corona das Gesicht des Prämienmarktes verändern wird, auch was die Anzahl der Schausteller betrifft. Gleichwohl seien gerade die bewährten Protagonisten voller Elan dabei, darunter auch die Vertreter aus der südfranzösischen Partnerstadt Lézignan-Corbières und die Freunde aus Bechtheim. Zudem dürfe man sich wieder auf die Wahl der Bierkönigin freuen, für die es sehr viele Bewerberinnen gegeben habe.

Auf die Frage, was ihm derzeit kommunalpolitisch die meisten Kopfzerbrechen bereite, antwortet Vollmöller  spontan mit Hinweis auf den Ukrainekrieg. Seiner Ansicht nach wird der Konflikt erheblichen Einfluss sowohl auf das private als auch auf das öffentliche Leben haben. "Viele Menschen haben noch nicht den Fokus auf die Auswirkungen, die dieser Krieg mit sich bringen wird, und das treibt mich sehr um", so der Bürgermeister. Das "Nicht-Planbare" bereite ihm ebenso Sorgen wie die unmittelbaren Auswirkungen auf das kommunale Leben. Beispielsweise verzeichne man bei einer Straßenbaumaßnahme eine Kostenzunahme um 70 Prozent als Folge unter anderem des Materialmangels. 

Der amtierende Verwaltungschef wird noch etwa viereinhalb Jahre im Amt sein, bevor er in den wohl verdienten Ruhestand eintreten darf. Bis dahin will er gemeinsam mit seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern noch maßgebliche Schritte hin zu einer Realisierung dessen unternehmen, was er und Alisa Wohlfahrt mit ihrer Vision eines "Lauterbach 2030, eigentlich 2040" bezeichnen. Kern der Überlegungen ist, wie die Kreisstadt sowohl für Einheimische als auch für auswärtige Besucher attraktiv gestaltet und die Aufenthaltsqualität erhöht werden kann.  Die konkrete Erarbeitung dieser Vision ist zentraler Punkt im Rahmen des hessischen Landesförderprogrammes "Zukunft Innenstadt", bei dem die Stadt eine 249.000 Euro-Förderung erhält. Der Prozess ist dabei "ergebnisoffen", wie beide betonen. Ein weiterer Aspekt soll auf Festen und Märkten liegen. Vollmöller hebt neben Wohlfahrts Engagement auch den Einsatz von Wirtschaftsdezernent Lothar Pietsch besonders hervor.

Wie Wohlfahrt unterstreicht,  hatte die Verwaltung als Grundlage für die Bewerbung um die Landesförderung im vergangenen Jahr Maßnahmen für eine innovative und nachhaltige Innenstadtentwicklung erarbeitet. Die Ideen hatten Parteien, Vereine sowie Bürgerinnen und Bürger geliefert. Eines dieser vom Landesprogramm geförderten Projekte sieht nun möglicherweise vor, einige Parkplätze auf dem "Berliner Platz" zeitweise in eine Aufenthaltsfläche mit Sitzgelegenheiten, Tischen, Begrünung und Verschattungselementen umzuwandeln. Dieses Vorhaben hatte bei der Mehrheit der anliegenden Einzelhandelsgeschäfte große Bedenken hervorgerufen, wohingegen sich die Fraktionen von CDU, SPD und Grünen im Stadtparlament dafür ausgesprochen hatten, den "Berliner Platz" saisonal zu einem Begegnungsort umzugestalten und mit Sitzmöglichkeiten auszustatten. Die von Einzelhändlern geäußerten Bedenken nehmen die Stadtverordneten jedoch ernst. 

"Wir werden nichts auf Biegen und Brechen durchsetzen", versprechen Vollmöller und Wohlfahrt, die das Gespräch mit allen Beteiligten suchen, um eine für alle Seiten zufriedenstellende Lösung zu finden. Ergebnisoffen seien zudem  Überlegungen, das Parken im inneren und äußeren Bereich der Stadt betreffend.  Auch CDU, SPD und Grüne hatten in einer gemeinsamen Stellungnahme vor Kurzem betont, die vom Einzelhandel überwiegend geäußerten Bedenken zur Parkplatzsituation ernst zu nehmen und als flankierende Maßnahme die Stadtverwaltung deshalb aufgefordert, konsequenter gegen Langzeitparkende vorzugehen. Durch ein konsequentes Einhalten der Parkdauer von maximal 1,5 Stunden könnten wegfallende Parkplätze kompensiert werden.
Abschließend betonen Vollmöller und Wohlfahrt: "Wir suchen gemeinsam nach umsetzbaren Lösungen mit den Einzelhändlern". (Bertram Lenz) +++


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