Der Erste Kreisbeigeordnete Frederik Schmitt, zugleich neuer CDU-Kreisvorsitzender. - Fotos: Carina Jirsch

FULDA Erster Kreisbeigeordneter und neuer CDU-Chef

Frederik Schmitt über Corona, die Ukraine und seine Partei

04.06.22 - Frederik Schmitt amtiert seit dem 15. August 2015 als Erster Beigeordneter des Landkreises Fulda und ist in dieser Funktion Vertreter von Landrat Bernd Woide. Seit Kurzem steht der 41-Jährige zudem dem CDU-Kreisverband Fulda vor, nachdem Markus Meysner diese Position beim jüngsten Kreisparteitag offiziell niedergelegt hatte.

Mit OSTHESSEN|NEWS sprach Schmitt zum einen über dieses neue Parteiamt, aber auch über Herausforderungen, die er als Erster Kreisbeigeordneter und Gesundheitsdezernent mit bewältigen muss. Unter anderem die Corona-Pandemie und die Situation von ukrainischen Flüchtlingen im Kreis Fulda. 

Frederik Schmitt (Mitte) im Gespräch mit O|N-Chefredakteur Christian P. Stadtfeld ...

Schmitt freut sich aber zunächst einmal auf die Veranstaltungsfolge zum 200-jährigen Bestehen des Landkreises Fulda, das vom 24. bis 26. Juni auf Schloss Fasanerie gefeiert wird. Dabei werde wieder die ausgeprägte Identität deutlich, die den Kreis auszeichne und die Menschen hier vereine. ""Die Rhön und das Fuldaer Land waren immer eine sehr arme Region. Schlechte Böden und wenig Erträge. Daher kommt es wohl, dass wir sparsam sind und seit jeher gut wirtschaften", so der Erste Beigeordnete, der als Einheimischer bestens mit dem gebürtigen Niedersachsen Bernd Woide zusammenarbeite: "Der Landrat und ich, wir sind ein sehr gutes Team"

Auf die Frage nach (politischen) Vorbildern betont der 41-Jährige, dass er von verschiedenen Menschen und Persönlichkeiten geprägt worden sei: Von der Familie, von Lehrern und der Kirche oder auch von seinem Onkel, dem früheren Hofbieberer Bürgermeister Eberhardt Lauer: "Von vielen konnte ich mir etwas abschauen und zugleich lernen, wie sie auf Menschen zugehen, wie sie Probleme angehen und nach Lösungen suchen". 
    
Was Corona angeht, so lag die Inzidenz im Kreis Fulda zum Stichtag 1. Juni bei 250, "wir verzeichnen stark fallende Zahlen", so Schmitt. Der Höhepunkt habe bei gut 5.000 Fällen während der 13. Kalenderwoche gelegen, aktuell seien es gut 500. Die Lage habe sich deutlich entspannt, was auch daran deutlich werde, dass in den Krankenhäusern der Region derzeit nur vier Personen intensivmedizinisch versorgt werden müssten. Der Erste Kreisbeigeordnete: "Die Entwicklung ist zwar gut, aber wir wissen nicht, was kommt. Oder, um einen Spruch aus dem Bergwerkswesen zu zitieren: ,Vor der Hacke ist es duster'". Eine Vorhersage zu treffen, wie Herbst und Winter würden, sei wie der bekannte Blick in die Glaskugel. Da müsse man beispielsweise nur einen Blick nach Portugal richten, wo die Zahl der Corona-Infektionen zuletzt wieder stark angestiegen sei. Verantwortlich dafür scheine BA.5 zu sein, eine Mutante der Omikron-Variante. Der Gesundheitsdezernent des Kreises Fulda glaubt nicht, dass der kommende Winter bezüglich Corona so hart werden wird wie der vergangene, geht aber davon aus, dass die Menschen wieder verstärkt Masken tragen werden.

Kommen wir zum Ukrainekrieg und zu seinen Auswirkungen auf den Landkreis Fulda: Hier sind bislang 2.200 Geflüchtete registriert worden, davon 60 Prozent Frauen und gut 1.000 Personen unter 18 Jahren alt. "In den letzten Tagen sind es erheblich weniger gewesen, die hier Zuflucht gesucht haben", so Schmitt, der die große Hilfsbereitschaft seitens der Bevölkerung würdigt, auf privater Ebene den Menschen ein Zuhause anzubieten. Parallel dazu könne man seitens des Kreises auf die Unterbringungsmöglichkeiten zurückgreifen, die im Zuge der Flüchtlingskrise 2015 geschaffen wurden. Die Geflüchteten zeigten sich sehr integrationswillig, seien sehr selbstständig und von sich aus aktiv. Von Vorteil sei zudem, dass sehr viele von ihnen einen biometrischen Pass und eine ID-Card besäßen. Dies erleichtere auch die Arbeit der Verwaltung, die verschiedene Herausforderungen bewältigen müsse wie die Einstufung in das SGB II zum 1. Juni, was hohen Aufwand erfordere. Viel Anerkennung fand Schmitt zudem für Schulen und Lehrer, die unter anderem bis zu drei zusätzliche Klassen bewältigen müssten.

Mitglieder sind ein "Schatz"

Was sein neues Amt als CDU-Kreisvorsitzender angeht, mit dem er nunmehr als Nachfolger von Markus Meysner rund 2.800 Mitgliedern vorsteht - "und das sind immerhin doppelt so viele, wie alle anderen Parteien im Landkreis Fulda zusammen haben" -, so unterstreicht Schmitt, dass die Mitglieder ein "Schatz" seien, der gehütet werden müsse. Dazu gehöre die Einbindung in Entscheidungsprozesse, das Stärken der Zusammengehörigkeit und das Werben um junge Leute ebenso wie das Bemühen um mehr als die gegenwärtig 25 Prozent weiblicher Mitglieder. "Und wir müssen immer verdeutlichen, dass die Demokratie ohne Parteien nicht funktionsfähig ist", betont Schmitt, der eindringlich dafür wirbt, "neben der Bekämpfung von Verfassungsfeinden von rechts und links, sich gerade auch für die Stärkung der Verfassungsfreunde einzusetzen". 

Seine Vorstellung ist es, die CDU verstärkt als werteorientierte Partei im öffentlichen Bewusstsein zu verankern, die sich für den Schutz von Ehe und Familie, die soziale Marktwirtschaft und Eigenverantwortung stark macht. Weitere sehr wichtige Punkte sind die Themen Nachhaltigkeit, Generationengerechtigkeit, Bildung und Subsidiarität: Beim letztgenannten komme es darauf an, möglichst nah am Bürger zu sein und die Kommunen mit viel Entscheidungsfreiheit auszustatten. Schmitt: "Mein Ziel ist es, dass die CDU im Landkreis Fulda als lebendigste und profilierteste Partei wahrgenommen wird und dass wir unsere erfolgreiche Politik fortsetzen. Wir wollen die bestimmende Partei in dieser Region bleiben". Dabei gelte es, erfolgreich den Spagat zu meistern zwischen den Erfordernissen unserer schnelllebigen Zeit und - ganz im konservativen Sinne - dem Bewahren bewährter Errungenschaften. (Bertram Lenz) +++


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