In Rupsroth machte sich ein besonderes Wetterphänomen bemerkbar. - Fotos: Michael Tremmel

HILDERS (RHÖN) Mit Blitz, Donner und starkem Wind

Wetterphänomen in der Rhön: Michael Tremmel traut seinen Augen nicht

04.06.22 - Staunende Gesichter in der Rhön: Am Mittwoch, den 31. Mai, gegen 18:55 Uhr machte sich am Himmel über Rupsroth, einem Ortsteil der Marktgemeinde Hilders (Kreis Fulda) eine ungewöhnliche Wolkenformation bemerkbar. "Ich stand gerade vor der Haustür mit einem Versicherungsvertreter - und da entdeckten wir ein auffälliges Wetterphänomen", erinnert sich Michael Tremmel im Gespräch mit OSTHESSEN|NEWS. "Die Erscheinung dauerte circa zehn Minuten. In dem rüsselartigen Gebilde sah man zuckende Blitze und es rotierte." 

Nach 10 Minuten war der Spuk wieder vorbei.

Das Erstaunliche: Von jetzt auf gleich veränderte sich die Wetterlage. "Wir hatten zunächst strahlend blauen Himmel, auf einmal waren diese Wolken aufgezogen", so Tremmel weiter. Lauter Donner machte sich zusätzlich bemerkbar und starker Wind zog auf. "Das sah alles wirklich bedrohlich aus. Man hatte auch das Gefühl, dass der 'Rüssel' zu Boden kommen will, doch der Wind schien das irgendwie zu verhindern." Kaum hatte der 51-Jährige die Kamera gezückt und den Moment mit Bildern und Video festgehalten, war der Spuk vorbei. "Danach war einfach wieder strahlender Himmel, als wäre nichts gewesen. So etwas ist doch sehr ungewöhnlich - und habe ich de facto noch nie gesehen." 

Das Rätselraten nahm somit seinen Lauf. Was es damit nun auf sich hat? O|N hat beim Deutschen Wetterdienst nachgefragt.


Das sagt der Deutsche Wetterdienst 

Jens Bonewitz vom Deutschen Wetterdienst kann das Bild-Material aus fachlicher Sicht am besten beurteilen. Nach einem Datenabgleich stellt er fest: "Tatsächlich ist zu diesem Zeitpunkt eine kräftige Zelle über diesen Bereich der Rhön gezogen, wahrscheinlich begleitet von starken Böen, stärkeren Regen oder auch Hagel." 

Bonewitz klärt weiter auf: "Wolken können durch turbulente Prozesse immer mal rotieren, auch wenn hier vielleicht lokal stärkere Aufwinde mit gleichzeitiger Winddrehung in der Höhe (Scherung) aufgetreten sein könnten, eventuell auch verstärkt durch lokale orografische Effekte, größere Rauigkeit des Geländes etc." Auf den Bildern seien Wolken im Aufwindbereich und solche hinter der Gewitterzelle, sogenannte Mammatus-Wolken, zu erkennen. Ob es sich dabei um eine Art Tornado handeln könnte? Hier gibt der Experte Entwarnung: "Die Lage war von den meteorologischen Randbedingungen her nicht Tornado-trächtig, es liegen auch keine Einträge unter www.eswd.eu vor." (mkr) +++


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