Wolfgang Niedecken (Mitte) und BAP lieferten am Freitagabend ein fulminantes Konzert am Fuldaer Uniplatz ab. - Fotos: Carina Jirsch

FULDA Verneigung vor Charlie Watts

"Musik, die nit stührt": Wolfgang Niedeckens BAP rockt den Uniplatz

05.06.22 - Ein Abend, der dem verstorbenen Rolling-Stones-Drummer Charlie Watts, der am Freitag 82 Jahre alt geworden wäre, gewidmet ist, kann eigentlich nur gut werden. Allein schon von daher gesehen, hätte man sich keinen besseren Auftakt zu den vier Uniplatzkonzerten am Pfingstwochenende wünschen können als Wolfgang Niedeckens BAP.

Dabei sah es zunächst gar nicht gut aus. Es regnete, und nur sehr langsam tröpfelte das Publikum ein. Erst kurz vor Konzertbeginn riss der Himmel auf, und der Platz war am Ende doch gut gefüllt. "Wir dachten schon, es kommt keine Sau", rief BAP-Gründer Wolfgang Niedecken seinen Fans bei der Begrüßung zu. "Nun aber seid ihr da. Und es ist wunderschön, nach zwei Jahren Pandemie-Pause endlich wieder für euch spielen zu dürfen."

Ein BAP-Konzert ist immer ein Erlebnis, weil es handgemacht, ehrlich und ungemein kraftvoll daherkommt. "Ich tue mich mit den heutigen Radio-Formaten schwer", gab Niedecken unumwunden zu. "Wir spielen lieber Musik, die nicht stirbt", sagte der 71-Jährige und stimmte – "für Charlie!" – mit "Musik, die nit stührt" eine lupenreine Rocknummer an, die die Richtung für das gesamte Konzert vorgab.

Das Fuldaer Publikum (die meisten so Ü50) ging prima mit und zeigte sich bei den Big Hits wie "Kristallnaach", "Jraaduss", "Do kanns zaubre" oder "Verdamp lang her" textsicher. Die meisten anderen Songs hatte man zumindest halbwegs im Ohr, aber selbst Nummern, die den weniger eingefleischten BAP-Fans, eher unbekannt sind, passten hervorragend ins Konzept.

Es war bereits der vierte Gig der Kölner Deutschrocker in der Domstadt. "Den ersten hatten wir schon 1982 in so einer Halle", erinnerte sich Niedecken. "Wie hieß die noch gleich?" – "Richthalle", riefen ihm einige aus dem Publikum zu, was aber auf der Bühne akustisch offenbar falsch verstanden wurde: "Was? Kriegshalle? Nee, da spielen wir nicht mehr", flachste der BAP-Bandleader.

Überhaupt war Niedecken in Plauderlaune. Da ging es um Fußball und den 1. FCK, um die Familie und das Älterwerden, Bob Dylan und die Stones. Und politisch wurde es natürlich auch. So ätzte Niedecken mit dem Song "Ruhe vorm Sturm" vom letzten Album "Alles fließt" gegen die Populisten dieser Welt: "Ich frage mich, wer solche Arschlöcher wählt."

Bei aller Ernsthaftigkeit und Tiefe der meisten Liedtexte muss festgestellt werden, dass das Konzert am Freitag schlicht und ergreifend ein großer Spaß war. Die Licht-Show war dezent und geschmackvoll, und die Band mit Ulrich Rode an der Gitarre, Michael Nass am Keyboard sowie Sönke Reich am Schlagzeug sprühte vor Elan. Einen fetten Bläsersound steuerten Axel Müller (Saxofon), Christoph Moschberger (Trompete) und Clemens Braun (Posaune) bei. Werner Kopal am Bass war das funktionierende Rückgrat der Band, während die Multi-Instrumentalistin Anne de Wolff die Männerrunde mit Geige, Gitarre und Cello aufwertete.

Nach guten drei Stunden Spielzeit und insgesamt 26 Titeln war Schluss. "Fulda, Ihr wart ein tolles Auftakt-Publikum für unsere Sommertour", bedankte sich Niedecken. "Kann man euch eigentlich mieten? Dann reist doch einfach mit uns mit." – Was für ein schöner Gedanke. Aber das geht ja leider nicht. (Matthias Witzel) +++


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