An der B62 bei Bad Hersfeld wurden nun neue Bäume gepflanzt - Fotos: Hessen mobil

BAD HERSFELD Neue Bäume

Azubis von Hessen mobil bepflanzen Böschung an der B62

08.06.22 - Der Neubau und die Instandsetzungen von Straßen und Radwegen sind zumeist mit Eingriffen in die Natur und Landschaft verbunden. Sollten diese nicht zu verhindern sein, so hat die "eingreifende Behörde" für Kompensation zu sorgen. Die Landschaftsgestaltung stellt ein bedeutendes Thema bei Hessen Mobil dar – und wie diese praktisch umgesetzt wird, das erlernen angehenden Straßenwärter/-innen während ihrer Ausbildung in einem mehrtägigen
Lehrgang.

Die Freude der Auszubildenden war groß, als sie ihre Tagesbaustelle in Bad Hersfeld abschlossen und ihre vollbrachte Leistung bestaunten. "Es ist wichtig, dass sie sehen und verstehen, wie bedeutsam diese Arbeiten sind und welch großer Aufwand dafür nötig ist", sagt Jens Mohr vom Sachgebiet Landespflege in Eschwege, der den Lehrgang der behördeneigenen Aus- und Fortbildungsstätte in Rotenburg zum Thema "Begrünen und Pflege unbefestigter Flächen" leitet. Die Landschaftsgestaltung diene nicht nur der Wahrung des natürlichen Gleichgewichts, der Berücksichtigung
biologischer und ökologischer Komponenten des Naturhaushaltes und gestalterisch-optischen Gesichtspunkten, sondern erfülle unter anderem auch verkehrstechnische, bautechnische und landschaftspflegerische Aufgaben.

Viel Geschick bewiesen

In der Festspielstadt wurde nun an einer Böschung eine Kompensationsmaßnahme umgesetzt, nachdem im Bereich der Bundesstraße 62 nahe der Berliner Straße Bauwerke instandgesetzt worden waren. "Das war eine gute Gelegenheit, um die auszuübenden Hochstammpflanzungen am Böschungskegel von unseren Auszubildenden umsetzen zu lassen", beschreibt Mohr das praxisnahe Lernen der jungen Männer und Frauen aus ganz Hessen, "sie haben alle sehr viel Geschick bewiesen bei den fachgerechten Pflanzarbeiten, die vor allem viel Konzentration und im Vorfeld eine genaue Planung erfordert hatten."

Dabei verdeutlicht ein Blick auf die einzelnen Arbeitsschritte, wie lang der Weg vom Erhalt des Pflanzenmaterials bis zur fertigen Baumpflanzung ist. Denn zunächst mussten die Auszubildenden die Qualität der Pflanzen bestimmen und überprüfen. Danach erfolgte der fachgerechte Pflanzschnitt, ehe der Pflanzplan im nächsten Schritt auf die Örtlichkeit übertragen und der Maßnahmenplan erläutert wurde. Im weiteren Verlauf kamen dann erstmals Schaufel und Spaten zum Einsatz, denn die Pflanzgrube wurde ausgehoben. Handwerklich ging es weiter mit dem Rammen der Pfosten für den zu bauenden Pfahldreibock, der den Baum später hält und schützt. Im Anschluss wurde die Pflanze in die ausgehobene Pflanzgrube gesetzt und während des Pflanzvorgangs wurden Bodenverbesserungsstoffe hinzugefügt. Die
Fertigstellung des Dreibocks schloss sich daran an, der mit Zuglatten befestigt wurde.

Senkrecht einpflanzen

In der Folge bewiesen die Auszubildenden ein gutes Augenmaß beim Ausrichten des Baumes, damit dieser so senkrecht wie möglich anwachsen kann. Mit Kokosstrick, einem natürlichen Material, das sich zersetzen kann, wurde der Baumstamm mit einer doppelten Achterschlaufe am Dreibock angebunden. Dann wurde am Boden ein Gießrand errichtet, der die Wasserhaltung oberhalb des Ballens sicherstellt. Der nachfolgende Stamm-Anstrich hat die Aufgabe, den Stamm vor zu starker Sonneneinstrahlung durch Reflektion des Sonnenlichtes zu schützen, um zukünftige Stammschäden zu vermeiden. Unmittelbar vor dem Abschluss der Arbeiten wurde die Bodenmasse um den Ballen der Pflanze eingeschlämmt, um Hohlräume im Erdreich zu schließen und den Baum mit ausreichend Wasser zu versorgen. Mit Arbeiten wie dem Abbrechen der Böschung oder dem Entfernen von Baumschnitt-Resten, Steinen und Unkräutern war die Arbeit abgeschlossen und ein Baum erfolgreich gepflanzt. 

"Bei dieser Tätigkeit wird deutlich vor Augen geführt, wie lange es dauert, bis aus einer Jungpflanze letztlich ein starker Baum wird", sagt Jens Mohr, der Auszubildenden diese Inhalte seit rund einem Jahr vermittelt. Er übernahm diese Aufgabe von seinem Eschweger Sachgebietskollegen Fred Krause, der zuvor fast 30 Jahre lang angehende Straßenwärter zu landespflegerischen Themen unterrichtet hatte. (pm) +++


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