Das Starkregen-Team (von links): Jovica Smiljkovic (EDAG), Nikolai Pappert (EDAG), Christiane Köhler (Amt für Bodenmanagement, Fulda), Reinhard Brodrecht (Spekter GmbH), Ramona-Margarita Ruppert (Projektleiterin Landkreis Fulda), Matthias Strott (Gefahrenabwehr Landkreis Fulda) und Matthias Falk (Spekter GmbH). - Foto: Sebastian Mannert

KREIS FD Landkreis startet Starkregenfrühalarmsystem

Kreisweites Projekt soll Kommunen wappnen und die Bürgerschaft schützen

09.06.22 - Kaum sechs Monate nach der Überreichung des Bewilligungsbescheides über 830.000 Euro durch Hessens Dígitalministerin, Prof. Dr. Kristina Sinemus startet nun der Aufbau des landkreisweiten Starkregenfrühalarmsystems. Das Pilotprojekt wird durch das Programm "Starke Heimat" gefördert und erntete von Anfang an großes Lob: "Ich bin stolz darauf, dass wir solch innovative Landkreise in Hessen haben, und ich danke dem Landrat und seinem Team für den Mut, dieses Projekt auf den Weg zu bringen", sagte die Ministerin. Dabei sind auch die Erfahrungen der Bürgerinnen und Bürger gefragt.

Die Firma Spekter aus Herzogenaurach vervollständigt nun das Projektteam, zu dem neben Akteurinnen und Akteuren der Unteren Wasserbehörde und der Gefahrenabwehr des Landkreises Fulda auch Vertreter des Amtes für Bodenmanagement Fulda und des Unternehmens EDAG zählen. Das Projektteam tagte diese Woche, besprach Zeit- und Aufgabenpläne und arbeitete die nächsten Schritte heraus, die exakt in die sommerliche Starkregensaison fallen.

Das Landkreis-Projekt besteht aus zwei Komponenten. Diese betreffen zum einen das "Erkennen, Sensibilisieren und Schützen", zum anderen das "Alarmieren und Abwehren" von Starkregengefahren. Dem ersten Part wird das Projekt gerecht durch eine kreisweite Starkregengefahrenkarte. Mithilfe dieser Karte lassen sich überflutungsgefährdete Gefahrenstellen erkennen und Fließwege bei Starkregenereignissen ausfindig machen. Die Stadt Fulda wie auch weitere Städte und Gemeinden im Landkreis sind hier bereits mit gutem Beispiel vorangegangen und konnten punktuell für ihre Flächen dieses Kartenmaterial realisieren. "Ein großer Vorteil der kreisweiten Starkregengefahrenkarte ist, dass diese Karte Gewässer von der Quelle bis zur Mündung betrachtet und somit über Gemeindegrenzen hinaus Erkenntnisse gesammelt werden können", sagt Projektleiterin Ramona-Margarita Ruppert.

Für die Erfüllung des zweiten Parts "Alarmieren und Abwehren" wird das Starkregenfrühalarmsystem im gesamten Landkreis Fulda installiert. Dazu werden zunächst rund 180 hydraulische Sensoren im Landkreis gesetzt. Zu diesen Sensoren zählen Niederschlagsmesser, Gewässerpegel und Kanalsensoren, dessen Messdaten in Echtzeit über Funk in einer Cloud gebündelt und mit verschiedensten Wetterdaten des Deutschen Wetterdienstes sowie Geoinformationen kombiniert werden. Bei Erreichen kritischer Werte informiert das Alarmsystem Verwaltung, Rettungskräfte und die Bürgerschaft per Web und App und bei der höchsten Warnstufe per Mobil- und Festnetztelefon.

Das Projekt startet zweistufig. So werden im Laufe des Jahres 2022 die vier Pilotkommunen Eichenzell, Ebersburg, Burghaun und Neuhof mit dem Starkregenfrühalarmsystem ausgestattet. Beginnen wird die Gemeinde Eichenzell, die bereits im Kontext von Smart City eine entsprechende Funknetzabdeckung gewährleisten kann. Anschließend folgt die Gemeinde Ebersburg, die ebenfalls den Grundstein für die Einführung des Alarmsystems gelegt hat und zwar durch eine Starkregenanalyse mit entsprechendem Maßnahmenkonzept. Und die in puncto Starkregen ebenfalls engagierten Gemeinden Burghaun und Neuhof bilden dann den Abschluss der Pilotphase in 2022, bevor dann im Jahr 2023 die Einführung des Alarmsystems für alle weiteren 19 Städte und Gemeinden im Landkreis erfolgt. "Wir freuen uns sehr auf die Zusammenarbeit mit den Kommunen des Landkreises Fulda, die durch die 90-prozentige Förderung aus Wiesbaden sicherlich erleichtert wird, da wir uns beim Aufbau des Alarmsystems vorrangig um die fachlichen Fragestellungen rund um den Themenkomplex Starkregen kümmern können", sagt Ruppert.

Der Landkreis Fulda möchte bereits in dieser Startphase des Starkregenprojektes die Bürgerinnen und Bürger einbinden. So geht aktuell die Internetseite Starkregen-Fulda.de online. Auf dieser Seite hat jeder im Landkreis die Möglichkeit, seine Erfahrungen mit Starkregenereignissen und dessen Folgen digital mitzuteilen. Die Seite kann über sämtliche Endgeräte wie Laptop oder Smartphones aufgerufen werden und soll dem Projektteam dabei helfen, mögliche Hotspot-Bereiche im Falle von Starkregenereignissen zu erkennen und präventiv dagegen vorzugehen. (pm)+++


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