Da isses: Online gekauft und ausgedruckt. Und mit einem handschriftlichen "Routenzettel". - Fotos: Lenz

REGION Exakte Vorplanung vonnöten

Im Selbstversuch unterwegs: "Willkommen im 9-Euro-Ticket-Club!"

14.06.22 - Das 9-Euro-Ticket spaltet: Während viele Städter es loben, überwiegt auf dem Land die Ablehnung, und dies vor allem in strukturschwachen und dünn besiedelten Gegenden. Da trifft es sich gut, dass O|N-Redakteur Bertram Lenz  - parallel zu dieser FAZ-Meldung vom Freitag  - eh' die Probe aufs Exempel machen und das 9-Euro-Ticket in der Region testen wollte. Was hätte sich da besser angeboten als der Prämienmarkt in der Vogelsberg-Kreisstadt Lauterbach?

Dies vorweg: Auch für einen technischen Details weniger zugewandten Menschen ist es ein Leichtes, das Ticket im Internet online zu buchen. Beispielsweise dann, wenn man die DB-App auf dem Smartphone hat. Aber auch am Fahrkartenautomaten fällt es anscheinend nicht schwer, denn wie eine vielleicht 80 Jahre alte Dame am Sonntagmorgen in Hünfeld meint, "ist das ein Kinderspiel".

O|N-Redakteur Bertram Lenz am Fahrkartenautomaten in Hünfeld. Fotos: Lenz

Start der Tour am Hünfelder Bahnhof.

In den Monaten Juni, Juli und August kann man für jeweils neun Euro kreuz und quer in der Republik unterwegs sein, zwar nur im Nahverkehr, aber immerhin. Wer nicht so häufig Zug oder Bus benutzt, der sollte im Vorfeld einer Tour freilich eine gewisse Zeit aufwenden, um sich mit den Verbindungen vertraut zu machen: Mit Haltestationen, Anschlussmöglichkeiten, Fahrradtransport und und und. . .

Geduld mitbringen


Und noch etwas sollte man als Nicht-Bahnfahrer beherzigen: Geduld steht an oberster Stelle, denn mangelt es einem an dieser Eigenschaft, schaut man im Sekundentakt auf die Uhr, wenn sich auch nur ein leiser Hauch von Verzögerung andeutet. Dann hat man nicht die "Faust im Nacken", sondern die Nervosität steht mit am Bahnsteig oder sitzt mit im Abteil. Dies alles ist (glücklicherweise) an diesem Sonntag nicht der Fall, denn sowohl Cantus als auch RE und HLB (Vogelsbergbahn) fahren beinahe auf die Sekunde sowohl von Hünfeld als auch von Fulda und später von Lauterbach pünktlichst ab. Hohes Lob hierfür!

Was am Sonntagmittag allerdings auffällt, das ist die doch eher geringe Auslastung der Züge, denn sowohl von Hünfeld nach Fulda als auch dann nach Lauterbach gibt es keinerlei Probleme, einen Sitzplatz zu finden. Die Zugbegleiter indes scheinen bereits ihre Klientel genau zu kennen oder aber man sieht es den 9-Euro-Ticket-Besitzern an der Nase an: "Willkommen im 9-Euro-Ticket-Club!", meint jedenfalls der Schaffner in der HLB frohgemut mit Blick auf die Reisenden, bevor es via Oberbimbach, Großenlüder, Bad Salzschlirf und Angersbach gen Lauterbach geht. Und er gibt den hilfreichen Ratschlag, dass man auf dem Ticket aus dem Automaten seine Unterschrift leisten müsse: "So wie sie in Ihrem Ausweis steht. Das macht die Sache leichter!"

Am Lauterbacher Nordbahnhof angekommen, zeigt sich, dass zumindest aus der Gegenrichtung (aus Limburg/Lahn) viele das Ticket nutzen, um den Prämienmarkt zu besuchen. Die Abteile dieser HLB sind proppevoll, darunter auch eine erkleckliche Anzahl Ausflügler mit dem Fahrrad, auf die bereits der Vogelsberger "Vulkan-Express-Bus" samt Fahrradanhänger wartet, um sie beispielsweise zum Hoherodskopf oder an eine Station des "Vulkanradweges" zu bringen. 

Maskenpflicht?

Nach dem Prämienmarkt-Besuch geht die Rückfahrt von Lauterbach nach Fulda und weiter nach Hünfeld dann am späten Nachmittag in vollen Abteilen vonstatten, viele haben ihre Fahrräder dabei. Was auffällt: An das Tragen einer FFP2-Maske scheinen sich immer weniger Passagiere zu halten, auch wenn sie mit Durchsagen darauf hingewiesen werden. Und auch das Einatmen der unterschiedlichsten Gerüche von "Mahlzeiten aus der Hand", die so manche/mancher Reisende genüsslich verspeisen, sind nun wirklich nicht angenehm. 

Fazit: Das 9-Euro-Ticket ist eine gute Sache und hilft ungemein, nahe und ferne Regionen kennenzulernen. Man muss sich halt nur auf diverse Herausforderungen des Nahverkehrs einlassen - dies aber immer im Bewusstsein, mit Zug und Bus etwas für die Umwelt zu tun. Der Tankrabatt ist da im Vergleich zum Ticket eher ein Rohrkrepierer. (Bertram Lenz) +++


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