Laut STIKO soll es zwei Impfinidkationen geben - Foto: picture alliance / CHROMORANGE | Michael Bihlmayer

REGION Ungewöhnliche Häufung der Fälle

Ständige Impfkommission gibt Affenpocken-Impfempfehlung heraus

14.06.22 - In Deutschland wurde die erste Infektion mit Affenpocken im Mai 2022 registriert. Bislang sind es in der Bundesrepublik mehr als 130 Fälle der Infektionskrankheit. Auch andere Länder auf der ganzen Welt erleben eine ungewöhnliche Häufung an Infektionen.

Nun hat die ständige Impfkommission (STIKO) in einer Pressemitteilung einen Beschlussentwurf für eine Impfempfehlung gegen das Affenpocken Virus veröffentlicht. Ab dem 15. Juni stehen laut Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) Impfdosen des Impfstoffherstellers Bavarian-Nordic bereit. Deutschland hat zunächst 40.000 Dosen des Pockenimpfstoffes bestellt, der auch vor den Affenpocken schützen kann.

Laut STIKO soll es zwei Impfinidkationen geben

Zum eine eine sogenannte Postexpositionsprophylaxe. Dabei handelt es sich um eine Impfung, die nach einem Risikokontakt durchgeführt wird. Sie sollte so früh wie möglich nach dem Kontakt stattfinden, kann jedoch bis zu 14 Tage nach einer Risikobegegnung erfolgen. Die STIKO wertet dabei engen körperlichen Kontakt über nicht intakte Haut oder die Schleimhäute mit einer erkrankten Person oder ungeschützten längeren Face-to-face Kontakt unterhalb eines Meters als Risikokontakt. Außerdem wird medizinischem Personal und Labormitarbeiterinnen mit ungeschütztem Kontakt eine Postexpositionsprophylaxe empfohlen.

Die zweite Impfindikation ist die sogenannte Indikationsimpfung. Sie soll allen angeboten werden, die einem erhöhten Risiko für eine Ansteckung haben. Zurzeit betrifft diese Empfehlung Personal in Speziallaboren und homosexuellen Männer, die sexuellen Kontakt zu wechselnden Partner haben. Im Zweifel sollte man sich an Beratungsstellen wenden.

Für einen Impfschutz sind zwei Dosen im Abstand von mindestens 28 Tagen notwendig. Wer bereits gegen die Pocken geimpft wurde, benötigt nur eine Dosis. Beim aktuell verfügbaren Impfstoff handelt es sich um einen stark abgeschwächten Lebendimpfstoff. Er hat deutlich weniger Nebenwirkung als der bei der Pockenpandemie zum Einsatz gebrachte klassische Pockenimpfstoff. Wird man geimpft, so treten am häufigsten Schmerzen an der Einstichstelle, Rötungen sowie Muskel- und Kopfschmerzen auf.

Mit einem sogenannten Ringimpfungskonzept konnten bereits die klassischen Pocken ausgerottet werden. Bei begrenzten Ausbrüchen hat sich dieses Vorgehen also bereits bewährt. Die klassischen Pocken sind wesentlich gefährlicher als die jetzt zirkulierenden Affenpocken.

Damit bleibt die Impfung einer sehr ausgewählten Gruppe vorbehalten. Von einer großen Pandemie, wie wir sie beim Coronavirus erlebt haben, gehen Experten derzeit nicht aus. (Adrian Böhm) +++


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