Wie schützen sich unsere Energieversorger vor Cyber-Attacken? - Fotos: pixabay

REGION Angriffe auf kritische Infrastrukturen

Wie schützen sich unsere Energieversorger aktuell vor Cyber-Attacken?

14.06.22 - Wichtige Infrastruktur, die uns mit Energie versorgt, ist essenziell für unser heutiges Leben. Doch was passiert, wenn eben diese Institutionen durch Hacker angegriffen werden? Wie schützen sich unsere Energieversorger davor? In Anbetracht des aktuellen Hackerangriffs auf Energieversorger in Darmstadt und Mainz, hat sich O|N mit diesem Thema auseinandergesetzt und bei mehreren regionalen Energieversorgern nachgefragt. 

Bei diesen Anfragen ist O|N direkt auf den ersten Schutzmechanismus gestoßen. Alle Energieversorger schränken offensichtlich die öffentliche Kommunikation, die ihre Infrastruktur und interne Organisation betreffen, nach außen ein. Laut der Reaktionen der betreffenden Firmen sei dies die erste von vielen notwendigen Vorbeugungsmaßnahmen, denn Viren, Hackerangriffe und alle weiteren Themen im Bereich "Cybersecurity" hätten generell eine hohe Bedeutung für die Sicherheit. Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass die Energieversorger laufend organisatorische und technische Gegebenheiten verbessern, sei es durch umfassende Beratung durch externe Spezialisten oder das mehrfache Absichern von Netzwerkübergängen und -verknüpfungen mit entsprechenden Konfigurationen. Unabdingbar sei dabei auch die Berücksichtigung der Sicherheitsanforderungen, welche die Bundesnetzagentur vorgibt. "Für die RhönEnergie Fulda-Gruppe hat Informationssicherheit als Betreiber Kritischer Infrastruktur höchste Priorität. Wir setzen selbstverständlich IT-Sicherheitslösungen und Sicherheitsverfahren nach aktuellem Stand der Technik und Störfallvorsorge ein", so die Pressestelle der RhönEnergie.

"Es wäre vermessen zu sagen, dass man gegen alle Gefahren immun ist"

Dennoch sei trotz aller Vorkehrungen und Schutzmaßnahmen eines klar: Man könne nie behaupten, vor jeder Art Angriff sicher zu sein, denn vor gezielt vorbereiteten und geplanten Angriffen ist der Schutz äußerst schwer zu gewährleisten. Zu beachten sei nämlich, dass oftmals Angriffe nicht einfach durch technische Hilfsmittel aufgehalten werden können. Grund dafür sei beispielsweise das sogenannte "social engeeniering". Laut Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik wird dabei versucht, menschliche Eigenschaften wie Hilfsbereitschaft, Vertrauen, Angst oder Respekt vor Autoritäten auszunutzen, um Personen geschickt zu manipulieren. Cyber-Kriminelle verleiten das Opfer auf diese Weise beispielsweise dazu, vertrauliche Informationen preiszugeben, Sicherheitsfunktionen auszuhebeln, Überweisungen zu tätigen oder Schadsoftware auf dem privaten Gerät oder einem Computer im Firmennetzwerk zu installieren. Deshalb legten Energieversorger auch äußerst Wert auf Sensibilisierung, Aufklärung und Kommunikation. Eine enge Kooperation mit dem Hessen CyberCompetenceCenter (Hessen3C), das beim hessischen Innenministerium angesiedelt ist, sei dabei üblich.

Trotz Angriffen sehr sicher dank Notfallplänen und Risikomanagement 

Eine wichtige Rolle spielen dabei vor allem Notfallpläne und passendes Risikomanagement, die eine solide Grundsicherheit gewährleisteten. Verfügbarkeit, Integrität und Vertraulichkeit seien dabei Schutzziele, obgleich oberste Priorität aber die laufende Energieversorgung genieße. Daher gäbe es neben automatisierten Standardangriffen, die jedes Unternehmen treffen würden, bei den angefragten Energieversorgern bisher keinerlei meldepflichtige bzw. erfolgreiche Angriffe. Bislang wären keine Kundendaten abgegriffen oder technische Einrichtungen beeinträchtigt worden. Bei einem erfolgreichen Angriff gehe man davon aus, dass es maximal zu kurzen Einschränkungen in der Energieversorgung kommen könnte. (Mathias Schmidt)+++


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