Der erfolgreiche Hotelier und Buchautor Bodo Janssen hielt auf Einladung der antonius-Stiftung einen Impulsvortrag über humane Mitarbeiterführung. - Fotos: Finn Rasner

FULDA "Auf einen Kaffee mit Bodo Janssen"

Vom Arschloch-Chef zur Führungspersönlichkeit: Raus aus der Gastro-Krise

22.06.22 - Fachkräfte fehlen in der Gastronomie an allen Ecken und Enden. Während der Corona-Pandemie haben allein in der Region Fulda ein Fünftel der Beschäftigten von Restaurants, Cafés und Hotels das Gastgewerbe verlassen. Wie man seine Angestellten auch in schwierigen Zeiten nicht nur halten, sondern sogar bis in die Haarspitzen motivieren kann, darüber hielt am Dienstag der renommierte Hotelmanager Bodo Janssen im Refektorium des Klosters Frauenberg einen Impulsvortrag – Motto: "Auf einen Kaffee mit Bodo Janssen."

Christian Bayer, Geschäftsführer antonius gemeinsam : begegnen gGmbH, bei der ...

Swen Friedrich, Geschäftsführer antonius gemeinsam : begegnen gGmbH

Der Ort war nicht zufällig gewählt, denn seit über fünf Jahren kooperiert dort die antonius-Stiftung mit dem Franziskaner-Orden und betreibt das Café Flora, in dem Menschen mit und ohne Behinderung ein gedeihliches Miteinander zelebrieren.

Beiden – sowohl der antonius-Stiftung als auch Bodo Janssen – liegt die Überzeugung zugrunde, dass jeder Mensch Potenziale hat, die sich bei richtiger Förderung und Führung voll entfalten können. Und beide möchten eine Arbeitswelt mit Sinn und Menschlichkeit, Spiritualität als Basis und verbindendem Element sowie eine Führungskultur mit Achtsamkeit, Authentizität und Wertschätzung.

Das "Vom Saulus zum Paulus"-Phänomen

Bodo Janssen (Jahrgang 1974) ist der Geschäftsführer von "Upstalsboom" mit Hauptsitz im ostfriesischen Emden und betreibt 80 Hotels und Ferienanlagen. Auch ist er Buchautor und gefragter Speaker, der gern über seine eigene Wandlung vom Arschloch-Chef zur geachteten Führungspersönlichkeit berichtet.

Als dem Hotelmanager 2010 die Ergebnisse einer Mitarbeiterbefragung vorlagen, war er erschüttert: Der Großteil seiner Angestellten war unzufrieden – und zwar mit ihm als Chef, der sich einzig und allein für knallharte Fakten und Zahlen interessierte. Das Wohl der Mitarbeiter war ihm mehr oder weniger egal. Ein Wendepunkt für ihn war, als er ins Benediktinerkloster Würzburg zu Pater Anselm Grün zur Meditation ging, um sich intensiv mit Psychologie und Neurologie auseinanderzusetzen. Im Spannungsfeld zwischen Spiritualität und Wissenschaft entwickelte Bodo Janssen einen neuen Führungsstil und führte "Upstalsboom" vom rein wirtschaftlich geprägten Unternehmen zu einem menschen- und werteorientierten Arbeitgeber.

Eigenverantwortung und Potenzialentfaltung

Wichtige Werte für Bodo Janssen sind Freiheit, Achtsamkeit, Wertschätzung, Eigenverantwortung und Potenzialentfaltung. Im Kern geht es darum, Menschen dabei zu unterstützen, ihrer wahren Natur entsprechend ihr Ding zu machen. Mit Erfolg: Innerhalb von drei Jahren steigerte sich die Zufriedenheit seiner Mitarbeiter um 80 Prozent, die Gästezufriedenheit erreichte 98 Prozent, der Umsatz verdoppelte sich, und selbst die Pandemie konnte "Upstalsboom" nichts anhaben.

Es war ein kurzweiliger einstündiger Impulsvortrag, den Bodo Janssen mit vielen plastischen Beispielen aus seinem Berufsleben anfütterte. "Ich frage mich immer: Wie schaffe ich es, dass meine Angestellten abends aufrechter ihren Arbeitsplatz verlassen als sie morgens gekommen sind?" Diese Botschaft kam bei den zahlreichen Zuhörern bestens an und es folgte eine lebhafte Fragerunde. Anschließend gab es Snacks und lockere Gespräche. (mw) +++


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