Jede Menge Plüsch-Patienten in der Teddysprechstunde in Hosenfeld - Fotos: privat

REGION "Kleinster Knochen ist das Gehirn!"

Schlimme Arm- und Beinbrüche von Einhörnern, Teddys, Pferden und Puppen

30.06.22 - Es ist schon eine liebgewordene Tradition: die Teddy-Sprechstunde, bei der Kinder die Scheu vorm Arztbesuch verlieren sollen. Drei Hausarztpraxen des Vereins Ambulante Medizin Osthessen e.V. haben in diesem Jahr in ihren Praxen die Teddy-Sprechstunde angeboten: das Landarzt MVZ Fulda, die Hausarztpraxis Ehrenberg und die Hausärzte MKK. "Das erklärte Ziel ist es, den kleinen Patienten die Angst vor dem Rettungsdienst und der Arztpraxis zu nehmen, indem sie selbst als Eltern ihrer Teddys den Besuch bei uns einmal aus einem neuen Blickwinkel betrachten", sagt Dr. Silvia Steinebach aus Hosenfeld. Unterstützt wurde die Aktion am Mittwoch von den Rettungsdiensten der Malteser und des Roten Kreuzes sowie den örtlichen Apotheken.

Auch die Kuscheltiereltern durften das Stethoskop ausprobieren

Die Behandlung der "Plüsch-Patienten" funktioniert ganz wie im echten Leben. Nach der Anmeldung bei der MFA, bei der natürlich zuerst die Versichertenkarte vorgezeigt werden muss, folgt die Behandlung entsprechend der geschilderten Symptome. "Unsere Patienten hatten überwiegend orthopädische Probleme, so dass wir als Hausärzte schwer gefordert wurden - mehrere Arm- und Beinbrüche von Einhörnern, Teddybären, Pferden und Puppen mussten geschient und fachgerecht behandelt werden. Die komplizierteste Fraktur hatte sich ein Fuchs zugezogen, der laut begleitendem "Papa" einen Schwanzbruch erlitten hatte.

Und die Kinder waren nicht nur echt besorgt um ihre Schützlinge, sondern hatten sich offenbar schon mit der menschlichen Anatomie beschäftigt. Auf die Frage, welcher Knochen im Körper denn wohl der allerkleinste Knochen sei, kam die Antwort: "…das weiß ich: das Gehirn!".

Dr. Silvia Steinebach wird fachkundig abgehört

Eichhörnchen mit Fraktur

Ein Teddybär litt an "HDS". Auf die Frage der Ärztin, was dies für ein Krankheitsbild sei: "Na, der Teddy ist so zappelig, er muss auch Tabletten dagegen einnehmen". Nach einer kurzen psychotherapeutischen Intervention durch die Hausärztin ließ sich auch der Zappel-Philip gut behandeln.

Pferd mit Corona, aber ohne Maske?

Ein Pferd hatte sich ohne Maske und Schutzmaßnahmen trotz Coronainfektion in die Praxis geschlichen. Nachdem der Papa des Pferds den Unmut der Ärztin hierüber zu spüren bekommen hatte, legte er sich fest, dass es gar nicht Corona sei, an dem sein Pferd leide, sondern eine banale Grippe. Die Kinder zeigten auch ein sehr gutes Basis-Wissen, in der Behandlung von beim Hausarzt typischen Erkrankungen. Akute Bauchschmerzen sollten ganz klar mit "Lieblingsessen und Fernsehen" behandelt werden. Bei dieser Thematik konnte auch das Praxisteam noch etwas dazulernen.

"Eine "kollabierte" Medizinische Fachangestellte wurde von den Eltern der Teddys in stabile Seitenlage gebracht und wir übten gemeinsam die Alarmierung des Rettungsdienstes über die Tel. 112", berichtet Dr. Steinebach vom Ausnahme-Praxisbetrieb. Draußen auf dem Parkplatz wartete dann für besonders kritische Patienten der Rettungsdienst, der deutlich routinierter all die verschiedenen Brüche stabilisieren und versorgen konnte. Zum Abschluss konnten unsere Eltern die vom Hausarzt ausgestellten Rezepte ihrer Kinder beim Apotheker gegen Medizin eintauschen.(ci)+++

Auch in der Praxis von Dr. Ingo Roth in Bad Soden Salmünster wurden Kuscheltiere bei der Teddysprechstunde ...


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