Der nächste Döner unter kritischer Beurteilung von Dönertester Jonas Wiegel - Fotos: Privat

KÖLN / HÜNFELD Kulinarische Leidenschaft als Berufung

Döner-Connaisseur aus Neuwirtshaus auf der Suche nach Kölns bestem Kebap

07.07.22 - Nach einem Umzug gibt es viele Wege, die neue Stadt und ihre verschiedensten Ecken kennenzulernen - jeden Döner der Stadt zu testen gehört für gewöhnlich aber nicht dazu. Auf diese Idee kam jedoch Jonas Wiegel. Der gebürtige Hünfelder zog vor etwa einem Jahr nach Köln und setzte sich als Ziel, den besten Döner der ehemaligen Hansestadt zu finden, um gleichzeitig mehr von seiner neuen Umgebung zu entdecken. Seitdem streift Jonas auf der Suche nach dem besten Kebap der Stadt wöchentlich durch die Kölner Straßen und war dabei so erfolgreich, dass auch der WDR auf ihn aufmerksam wurde. Prompt bekam er seinen eigenen Beitrag bei der Fernsehsendung "Lokalzeit aus Köln". O|N konnte mehr über den 26-Jährigen und seine Leidenschaft erfahren. 

Jonas Wiegel arbeitet im E-Commerce Bereich bei Snipes, einer Handelskette für Streetwear und Sneaker. Dieser Job sei auch der eigentliche Grund dafür gewesen, dass er im März letzten Jahres nach Köln zog. Seine Döner-Idee habe er jedoch schon vor dem Umzug gehabt. "Das alles hat eigentlich damit angefangen, als mir ein Kommilitone damals auf Instagram 'doenerkunde' gezeigt hat. Dieser Typ suchte den besten Döner aus dem gesamten Ruhrgebiet und ich fand das eigentlich recht witzig. Ich selbst bin großer Dönerfan und esse wöchentlich einen Döner. Also hab ich geschaut, ob es so etwas Ähnliches schon in Köln gibt. Da ich nicht fündig wurde, habe ich die Chance ergriffen. Ich wollte mich gleichzeitig auch dazu zwingen, mal raus zu kommen und Köln einfach näher kennenzulernen. Damit konnte ich also zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen."

"Neben Preis und Service ist der Geschmack das Hauptkriterium"

Jeder Döner wird vor dem Verzerr gewogen

Jonas versucht wöchentlich nicht mehr als einen Döner zu testen

Zunächst musste Jonas ein Instagram-Profil erstellen. Unter dem Namen "koelnsdoener" fing er dann an, mithilfe seines eigenen Bewertungssystems schon in seiner ersten Woche in Köln Döner-Reviews zu posten. Dabei sei der Ablauf immer gleich. "Wenn ich meinen Wochenplan erstelle, entscheide ich an welchem Tag ich einen Döner essen werde und wo ich hingehe. Dabei achte ich auf Tipps und Empfehlungen von Usern, die mir schreiben, oder ich schaue in welchen Stadtteilen ich bisher noch gar nicht war. Ich packe dann meine Waage und mein Notizheft in meine Tasche und mache mich auf zum Dönerladen.

"Das Ding wird inhaliert"

Dort mache ich zuerst immer ein Foto von außen, damit meine Follower sehen, um welchen Laden es sich handelt. Drinnen bestelle ich dann immer den gleichen Döner, um eine einheitliche Bewertung zu gewährleisten: Einen Döner mit Kalbsfleisch/Lammfleisch, Salat mit allem, Tsatsiki und Schafskäse, sofern vorhanden", so Wiegel. Doch nicht nur der Döner wird dabei getestet - Ambiente, Sauberkeit oder Freundlichkeit des Personals fließen auch in die Bewertung mit ein. "Bevor ich jeden Bestandteil einzeln teste, wird der Döner gewogen, da ich auch den Preis pro 100g bewerte. Danach wird das Ding inhaliert und Abflug." Mit seinen Notizen, die er sich währenddessen gemacht hat, fängt Jonas dann auf dem Weg nach Hause mit der Bewertung an, die er dann abschließend auf Instagram postet. Bei über 50 verschiedenen Dönern hat bisher aber noch keiner die magische 5/5 Bewertung erhalten. "Es gab zwei oder drei, die an die 4.8 Punkte rankamen - die schlechteste Bewertung war eine glatte 2.0." Die Stadt habe er derweil auch um einiges besser kennengelernt.

"Lust auf einen Beitrag?"

Der versierte Dönertester weiß, wie er mehr Follower generiert

Aber wie kam es jetzt überhaupt zu dem WDR Beitrag? "Ein Journalist vom WDR wurde ursprünglich auf "holle" aufmerksam, der ja bekannt für seine Dönerreviews ist und hat dann geschaut, ob es jemanden in Köln gibt. Da ist er dann auf mich gestoßen und ist mir in die DMs geslided", scherzt Jonas. "Ich dachte mir, warum nicht?" Seitdem sei auch ein enormer Followerzuwachs zu verzeichnen. "Ich hoffe dennoch, dass ich weiterhin die Neutralität beim Testen aufrechterhalten kann. Ich möchte nicht, dass die Angestellten sich extra viel Mühe geben und somit das Ergebnis verfälschen, sobald sie mich erkennen."

Der Vergleich zum Döner aus unserer Region

Und was sagt der Connaisseur zu den Dönern aus seiner Heimat? "Aufgefallen ist mir auf jeden Fall, dass die in Köln schon sehr sparsam mit der Soße sind, das war hier schon besser, auch wenn die allgemeine Döner-Qualität hier schlechter abschneidet. Interessant ist auch, dass die Döner, die ich damals noch in Hünfeld/Fulda und Umgebung gegessen habe, immer dreieckige Fladenbrote hatten, wohingegen die aus Köln meist oval sind. Ach und den Luxus von geraspeltem Schafskäse habe ich bisher auch nur in Köln erleben dürfen." (Mathias Schmidt) +++


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