Worauf beim Urlaub mit Vierbeinern geachtet werden muss - Symbolbild: pixabay

SCHENKLENGSFELD "Rechtzeitige Planung äußerst wichtig"

Dr. Gerald Schmidt - Worauf beim Urlaub mit Vierbeinern geachtet werden muss

31.07.22 - Erst vor kurzem haben die Schulferien in Hessen begonnen und damit auch der Start für zahlreiche Urlaubsreisen. Bei vielen gehört der geliebte Vierbeiner ebenfalls zur Familie und soll im besten Fall die Reise mit antreten. Doch unterschätzen viele Haustierbesitzer dabei die enorme Bedeutung einer rechtzeitigen Planung: Denn um das geliebte Tier mit in den wohlverdienten Urlaub zu nehmen, bedarf es einiger Vorbereitung. Was vor dem Reiseantritt entscheidend ist und was vor allem auch im Ausland zu beachten ist, erklärt Tierarzt Dr. Gerald Schmidt aus Schenklengsfeld.  

Ob man sein Haustier mitnehmen kann oder darf, hängt von vielen Faktoren ab. "Als Erstes muss man sich überlegen, ob man das Tier überhaupt mitnimmt. Manchmal ist dies nicht immer das Beste für das Tier. Wenn man sich dagegen entscheidet, sollte man sich bereits lange vorher nach einer geeigneten Betreuung umschauen. Katzen sind beispielsweise optimal in ihrer Wohnung aufgehoben, da sie dort ein gewohntes Umfeld auffinden, wenn sich beispielsweise der Nachbar darum kümmern kann. Wenn dies nicht möglich ist, gibt es noch Tier-Pensionen und natürlich die umliegenden Tierheime", so der Tierarzt. 

"Es ist wichtig, sich rechtzeitig zu kümmern"

Sollte man sich dazu entscheiden, sein Haustier mitzunehmen, müsse man sich frühzeitig mit der Thematik beschäftigen. "Wenn man seinen geliebten Vierbeiner mitnehmen möchte, muss man sich um verschiedene Dinge rechtzeitig kümmern. Zunächst muss das Tier über einen ausreichenden Impfschutz verfügen. Dabei geht es um ganz normale Hundeimpfungen, wie die Schutzimpfung gegen Tollwut. Um diesen Impfschutz gewährleisten zu können, muss sich rechtzeitig beim Tierarzt vorgestellt werden, denn sollte die Impfung und der damit einhergehende Schutz abgelaufen sein, darf man erst 21 Tage nach der neuen Impfung verreisen." Fehlender Impfschutz sei jedoch nicht das einzige, was die Planung durchkreuzen kann. "Sollte man in das europäische Ausland verreisen wollen, benötigt man den sogenannten EU-Heimtierausweis. Dort muss alles eingetragen sein, ansonsten darf das Tier nicht mitreisen."

Vor- und Nachsorge

Je nachdem in welches Land es geht, sollte man auch die Einreisebestimmungen beachten. "Die Vor- und Nachsorge ist darüber hinaus nicht zu vernachlässigen. Mithilfe der Vorsorge kann man gefährliche parasitären Erkrankungen, die beispielsweise von Zecken oder Mücken übertragen werden, vorbeugen. Man sollte daher das Tier mit geeigneten SpotOn-Präparaten, Tabletten oder Halsbändern behandeln lassen. Diese Behandlung sollte man möglichst weitere vier Wochen nach der Rückreise beibehalten. Für die Nachsorge ist es gleichzeitig äußerst ratsam eine, vor allem die gegen Bandwürmer wirkende Wurmkur beim Tier durchzuführen", so Dr. Schmidt. 

Nicht vergessen: Es gibt nicht nur in den klassischen Urlaubsländern im Süden, sondern auch im Norden oder in Nicht-EU-Ländern gefährliche Krankheiten. Allein in nordafrikanischen Ländern und in der Türkei gibt es nach wie vor zahlreiche Tiere, die mit Tollwut infiziert sind. "Es ist extrem wichtig zu wissen, dass vor allem aus Nicht-EU-Ländern auf gar keinen Fall ein Tier mit nach Deutschland gebracht werden darf. Erstens ist dies nicht erlaubt und zweitens auch viel zu gefährlich." Allein im letzten Jahr gab es drei bekannte Fälle von Welpen, die verbotenerweise nach Deutschland gebracht wurden und an der Tollwut erkrankt waren. Die Dunkelziffer ist dahingehend mit Sicherheit höher.

Tipps für die Fahrt

Dr. Univ.Turin Gerald Schmidt Foto: Privat

Auch für die Fahrt gibt es empfehlenswerte Tipps. "Wenn möglich, sollte man morgens oder abends verreisen, da es zu diesen Tageszeiten deutlich kühler ist. Für Tiere, die das Reisen nicht so gut vertragen, gibt es auch Mittel gegen die Übelkeit. Ausreichend Wasser, möglichst viele Stopps für Fress- und Gassipausen, sowie das sichere Transportieren des Tieres - sei es durch das Anschnallen oder einer sicheren und gemütlichen Box - sollten selbstverständlich sein."

Das Reisen ist letztendlich nicht nur für die Menschen manchmal stressig, den Tieren geht es dabei nicht anders. "Ohne jeden Zweifel sollte es inzwischen auch selbstverständlich sein, das Tier bei hohen Temperaturen unter keinen Umständen im Auto zu lassen. Innerhalb von wenigen Minuten kann es dort mehr als 50 Grad werden, was für den Vierbeiner lebensgefährlich ist", warnt Dr. Schmidt. 

Wer also plant, sein Tier in den Urlaub mitzunehmen, sollte sich lange vor dem Reiseantritt darüber Gedanken machen. Eine rechtzeitige Planung, Vor- und Nachsorge, vor allem im Hinblick auf den Impfschutz, sind hier von enormer Wichtigkeit und werden häufig unterschätzt. (Mathias Schmidt) +++


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