Das Foto wurde laut PETA auf einem Hof in Herbstein aufgenommen - Fotos: PETA Deutschland

HERBSTEIN Veterinäramt gibt Entwarnung

PETA erstattet Anzeige: Kälber in umgebauten Altglascontainern

05.08.22 - Die Tierschutzorganisation PETA (People for the Ethical Treatment of Animals) hat Anzeige gegen einen Landwirt aus dem Vogelsbergkreis erstattet. Auf einem landwirtschaftlichen Betrieb in Herbstein werden Kälber in umgebauten Altglascontainern gehalten. Sofort hat sich das Veterinäramt eingeschaltet und die Sache vor Ort überprüft.

"Kälbern in der Milch- und Fleischindustrie wird nahezu alles genommen, was ein artgerechtes und erfülltes Leben für sie ausmacht. Die Haltung empfindsamer Lebewesen in ausrangierten Müllbehältern verdeutlicht einmal mehr, dass den Verantwortlichen das Wohlergehen der Tiere offenbar völlig egal ist", sagt Lisa Kainz, Fachreferentin für Tiere in der Ernährungsindustrie bei PETA, in einer kürzlich veröffentlichten Pressemitteilung.

Kontrollen durch das Veterinäramt

Das Amt für Veterinärwesen, Verbraucherschutz und Ordnungsangelegenheiten im Vogelsbergkreis sieht das anders. Nachdem am vergangenen Freitag im Landratsamt eine Anzeige eines Bürgers zur Kälberhaltung eingegangen ist, wurde am Montag eine entsprechende Kontrolle durchgeführt. "Der angezeigte Milchviehbetrieb, in dem die Kälber gehalten werden, nutzt neben handelsüblichen Kälberiglus auch zu Kälberhütten umgebaute Altglascontainer, in denen Kälber untergebracht sind", bestätigt auch die Pressestelle des Vogelsbergkreises auf OSTHESSEN|NEWS-Anfrage. 

Aber: "Eine Beurteilung erfolgt unter Berücksichtigung des vorhandenen Platzangebotes und der Schutzfunktion der Haltungseinrichtung auf Grundlage der Tierschutz-Nutztierverordnung. Nach Einschätzung des AVVO sind diese aus Fieberglaskunststoff bestehenden Container, nachdem sie für die Kälberhaltung umgebaut wurden, vergleichbar mit handelsüblichen Kälberiglus."

Kälber sind hier in Glascontainern untergebracht

Laut den Experten müssen die Haltungseinrichtungen für Kälber aber entsprechend dem Wachstum der Kälber angepasst werden. "Dies hatte der Tierhalter nicht ausreichend berücksichtigt, denn Kälber dürfen nur bis zu einem gewissen Alter in dieser Weise gehalten werden. Entsprechende Anordnungen durch das Veterinäramt wurden getroffen. Außerdem wurde seitens des Veterinäramts eine Nachkontrolle zur Umsetzung der Anordnungen vorgenommen", so der Pressesprecher abschließend.

Keine übermäßige Aufheizung

Entgegen der Meldung von PETA, dass die Kälber "der Sommerhitze schutzlos ausgeliefert sind", haben Mitarbeiter des Veterinäramts vor Ort festgestellt, dass die Innentemperatur in den Kälberunterständen der Außentemperatur entsprach – sich diese sich also nicht übermäßig aufheizen würden. (nb) +++


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