Am Donnerstag waren die Nachkommen der Leimbachs aus den US-Bundesstaaten Pennsylvania und North Carolina zu Besuch in dem Geburtsort ihrer Vorfahren, in Gerterode. - Fotos: Gerhard Manns/Rudolf Röhling

LUDWIGSAU Auf den Spuren ihrer Vorfahren

23 Amerikaner besuchten Gerterode, den Geburtsort ihrer Ahnen

06.08.22 - Es war für manche der Besucher aus Nordamerika ein besonderer Moment, als sie aus dem Reisebus am Bürgerhaus in Ludwigsau-Gerterode, Kreis Hersfeld-Rotenburg, ausgestiegen waren und den Boden des Ortes betraten, wo ihre Vorfahren, die Familie Leimbach, einst gelebt hatten. Der Sohn von Heinrich Leimbach, Johannes, der nach dem Umzug seiner Eltern von Gerterode nach Langenselbold dort geboren wurde, wanderte im Jahr 1723 nach Amerika aus.

Am Donnerstag waren die Nachkommen der Leimbachs aus den US-Bundesstaaten Pennsylvania und North Carolina zu Besuch in dem Geburtsort ihrer Vorfahren, in Gerterode. Die amerikanischen Gäste wurden herzlich von Ortsvorsteher Rudolf Röhling, dem Vorsitzenden der Gemeindevertretung Ludwigsau, Patrick Kuhn, der ev. Pfarrerin Janina Richter und einigen Bürgern herzlich empfangen. Nach einem kurzen Gang zur Kirche informierte Rudolf Röhling die Gäste kurz über das Gotteshaus, gab einen kurzen Überblick zur Historie ihrer Vorfahren und informierte noch über das Dorf Gerterode, das im Jahr 1343 zum ersten Mal erwähnt wurde. Als Dolmetscherin fungierte Laurel Miller. Einige der amerikanischen Gäste sind schon zum zweiten Mal in Gerterode. 

Historie der Familie Leimbach aus Gerterode

Der Vorfahre, Heinrich Leimbach, wurde 1649, kurz nach dem 30-Jährigen Krieg (1618 – 1648) in Gerterode geboren. Er ist in Rotenburg getauft und 1662 in Gerterode konfirmiert worden. Sein Vater war Abraham Leimbach, der 1680 in Gerterode starb. Abraham Leimbachs  Name steht auf einer Huldigungsliste in den 1630er oder 1640er Jahren. Es ist möglich, dass er derjenige war, der die Liste erstellte.

Huldigungen sind Eide, die die Bevölkerung leistete, wenn ein neuer Landesherr an die Regierung kam. In Huldigungslisten finden sich nur die Familienoberhäupter, falls der Ehemann gestorben war, auch dessen Witwe. Kinder werden dort nicht genannt. Familien kann man mit ihnen nicht zusammenstellen. Huldigungslisten waren nützlich, weil Kirchenbücher noch nicht existierten oder noch nicht vorhanden waren.

Heinrich Leimbach war als junger Mann Leinenweber. Er zog später nach Langenselbold, wo er schließlich Schullehrer wurde und 1672 dort heiratete. Es ist nicht bekannt, warum Heinrich Leimbach von Gerterode nach Langenselbold zog und dann später das Handwerk des Leinewebers aufgab und sich zum Schullehrer ausbilden ließ. (Gerhard Manns) +++


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