NABU-Vorstandsmitglied Edgar Schramm überreich Urkunde und Plakette an Thorsten Ahlbrand und Martin Wagner (von rechts). - Foto: Dieter Graulich

GREBENHAIN Gefiederte Mieter

Schwalbenfreundliches Haus in Ilbeshausen ausgezeichnet

08.08.22 - Sanierungsmaß-nahmen, intensivere Landwirtschaft bei immer weniger kleinbäuerlichen Betrieben und weniger fliegende Insekten sorgen dafür, dass Schwalben in den letzten Jahren unter großen Einschnitten in ihren Lebensräumen leiden.

Schwalben finden heutzutage immer seltener geeignete Nistmöglichkeiten und auch das Nahrungsangebot wird knapp. Dass sich die Lebensbedingungen für unsere Sommerboten verschlechtern, hat mehrere Ursachen. In vielen Dörfern verschwinden Nester zum Beispiel durch Sanierungsmaßnahmen an Gebäuden, häufig werden sie leider auch bewusst beseitigt.

Drei Mehlschwalben in Ilbeshausen

Umso erfreulicher ist es, dass sich in Ilbeshausen bei Thorsten Ahlbrand und Martin Wagner am Haus unter dem Dach drei Mehlschwalben und in den Stallungen fünf Rauchschwalbennester befinden, die auch alle besetzt sind. Dies war nicht immer so, denn die landwirtschaftliche Stallungen wurden lange nicht genutzt und deshalb zogen sich die Schwalben zurück. Sie kamen erst 2015 bei der erneuten Nutzung als Stallungen für Fleckvieh, Rotbunte, Braunvieh, Schweine und Hühner zurück. Die Hauseigentümer sind erfreut über diese gefiederten Mieter, denn früher galten Schwalben als Boten des Glücks, die das Haus vor Feuer und Blitz sowie das Vieh im Stall vor Krankheiten bewahrten.

Noch heute gilt die erste aus dem afrikanischen Winterexil zurückgekehrte Schwalbe als Zeichen dafür, dass die Freibadsaison bald beginnt. Mit der Aktion "Schwalbenfreundliches Haus" zeichnet der NABU bundesweit Menschen aus, die die gefiederten Glücksbringer an ihren Häusern willkommen heißen. So überreichte in der vergangenen Woche Edgar Schramm vom Vorstand des NABU-Kreisverbands Vogelsberg das Prädikat "Schwalbenfreundliches Haus" an Thorsten Ahlbrand und Martin Wagner und dankte damit für deren großes Engagement zum Schutze der Schwalben.

Strengere Hygieneanforderungen

Schramm betonte, dass diese NABU-Aktion dazu beitragen möge, dass sich noch mehr Menschen für die gefiederten Freunde einsetzen. Er räumte ein, dass Höfe und Betriebe heute strengeren Hygieneanforderungen als früher unterliegen würden und bedauerte, dass moderne Viehställe und Scheunen deshalb oft verschlossen seien und Schwalben daher keine Einflugmöglichkeiten mehr bieten würden. Auch Feldwege, Einfahrten und Dorfplätze würden immer öfter zubetoniert, sodass Schwalben immer seltener Pfützen und damit weniger Lehm für ihren Nestbau finden. Zudem gibt es durch Monokulturen, den Rückgang der Weidewirtschaft und den Einsatz von Pestiziden immer weniger fliegende Insekten. Ausgerechnet sie bilden aber die Nahrungsgrundlage unserer Sommerboten.

Schramm wiesen darauf hin, dass Schwalben nach § 44 Bundesnaturschutzgesetz geschützt seien. Das Zerstören von Schwalbennestern stelle deshalb während, aber auch außerhalb der Brutzeit eine Straftat dar. Neben der Urkunde gab es noch eine Plakette, die zukünftig auf das "Schwalbenfreundliche Haus" hinweisen soll. (gr) +++


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