Ausgetrocknete Wiesen, leere Bäche: Die Schutzgemeinschaft fordert, den landesweiten Wassernotstand aufzurufen. - Symbolbild: O|N / Luisa Diegel

REGION VB Verbindliche Maßnahmen gefordert

Offener Brief an Umweltministerin Hinz: "Wassernotstand sofort ausrufen"

08.08.22 - Bei dieser anhaltenden Trockenheit sind die wenigen Schauer, die es in den letzten Tagen gegeben hat, nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Dies verstärkt die Wassermangellage, in der sich das hessische Grundwasser und so gut wie alle hessischen Gewässer seit Beginn der neueren Trockenperiode seit 2018 befinden, erheblich. In einem offenen Brief wendet sich die Schutzgemeinschaft Vogelsberg, gemeinsam mit anderen Organisationen, nun an die hessische Umweltministerin Priska Hinz, den Wassernotstand sofort aufzurufen. 

"Ein Ende der gravierenden Niederschlagsdefizite ist nicht abzusehen. Betroffen sind vor allem die Oberflächengewässer mit ihren hohen Verdunstungsraten, die keinen Nachschub mehr aus dem Grundwasser erhalten. Viele Abschnitte sind biologisch bereits tot", warnen die Umweltschützer in dem offenen Brief. Betroffen seien auch die schwindenden Grundwasservorkommen, deren Auffüllung aus Niederschlag angesichts der ausgehärteten, trocken Böden mehrere Jahre dauern dürften. "Selbst dann, wenn es in den nächsten Monaten bis in den Winter hinein ausgiebig regnen würde. Was es voraussichtlich nicht tun wird."

"Proteste lassen Frankfurt kalt"

Bereits Ende Juli hatte sich die Schutzgemeinschaft an die Öffentlichkeit gewandt und sich für die Forderung, für das Aufrufen des landesweiten Wassernotstands starkgemacht. "Alle Proteste gegen den Raubbau im Vogelsberg und die Trinkwasserverschwendung der Metropole lassen Frankfurt kalt. Die Stadtregierung verweigert weiterhin eine stärkere Eigenversorgung trotz gegenteiliger Gutachten - trotz der katastrophalen Dürrejahre", hieß es vonseiten der Organisation. Jetzt schrieb die Schutzgemeinschaft, gemeinsam mit drei anderen Organisationen, einen offenen Brief und Umweltministerin Hinz, um auf die prekäre Lage erneut hinzuweisen. Ziel: ein landesweiter Wassernotstand. 

"Dann wären alle Kommunen und die Landesbehörden dazu gezwungen zu handeln, anstatt sich um effektive Maßnahmen herumzudrücken", so Sascha Spielberg, Bürgermeister von Freiensteinau und Mitglied der Schutzgemeinschaft. 

Das Wichtigste: "Grundwasserentnahme reduzieren"

"Den in Hessen für die Wasserwirtschaft Verantwortlichen bleiben aktuell nur sehr wenige Möglichkeiten, der Grundwasserverarmung entgegenzusteuern. Die wichtigste ist das Reduzieren der Grundwasserentnahmen, was ein Reduzieren des Verbrauchs voraussetzen würde. Dies anzuordnen, ist eigentlich Sache der Kommunen", so Cécile Hahn, Vorsitzende der Schutzgemeinschaft. "Doch außer unverbindlichen Wassersparappellen passiert vor allem in den großen Verbrauchszentren wie Frankfurt nicht viel. Im Gegenteil wird dort zur verstärkten Grünflächen-Bewässerung aufgerufen."

Kritik gibt es auch an der OVAG-Wasserampel - die seit längerer Zeit auf "Gelb" steht - "das wird der aktuellen kritischen Lage nicht im Geringsten gerecht". (ld) +++


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