Ein Plakat am Auestadion bestätigt die Empörung über die Maßnahmen bei den Fuldaer Bürgerinnen und Bürgern - Foto: Andreas Bücking

REGION O|N hat nachgehakt

Anhaltende Trockenheit: Doch wieso laufen die Rasensprenger weiter?

13.08.22 - Die anhaltende Trockenheit macht Osthessen zu schaffen. Seit Wochen wartet man in der Region auf Regen - das Wasser wird immer knapper. Trotzdem werden einige Anlagen in Fulda, wie das Auestadion oder das Gelände für die bevorstehende Landesgartenschau weiter bewässert. Auch das Erlenstadion in Alsfeld oder Sportplätze im Landkreis Hersfeld-Rotenburg werden weiter feucht gehalten. Das stößt bei vielen Bürgerinnen und Bürgern auf Kritik. "Warum wird für solche Anlässe Wasser verschwendet?", fragt ein Leser. O|N hat bei den Verantwortlichen nachgehakt. 

Die anhaltende Trockenheit macht der Region zu schaffen Archivfoto: O|N/Gerhard Manns

Viele Areale werden trotz anhaltender Trockenheit weiter bewässert Archivfotos: O|N/Finn Rasner

"Wir sind uns sehr bewusst, dass Wasser eine kostbare Ressource ist, die nicht verschwendet werden sollte. Doch als Kommune sind wir auch dazu verpflichtet, verantwortungsbewusst mit Steuermitteln umzugehen. Die Rasenplätze wurden und werden weiterhin über Steuermittel finanziert und müssen daher auch während der Trockenzeiten erhalten werden", erklärt die Stadt Fulda gegenüber OSTHESSEN|NEWS. "Vertrocknete Rasenflächen würden zu jährlichen Sanierungskosten führen, die die Wasserkosten um ein Vielfaches übersteigen würden – das wäre auf Dauer nicht zu rechtfertigen. Die Bewässerung des Stadions und weiterer Sportplätze dient ausschließlich dieser Werterhaltung, nicht dem Spielkomfort", so die Verantwortlichen weiter. 

Trinkwasserversorgung im Landkreis gesichert

Grundsätzlich richte sich die Stadt danach, ob die Trinkwasserversorgung im Landkreis Fulda gesichert ist oder ob aufgrund langer Trockenheit ein Trinkwassernotstand droht. Bislang verfüge der Landkreis Fulda aber über ausreichende Wasserreserven. "Das versetzt uns weiterhin in die Lage, unsere Rasensportanlagen über eine regelmäßige Bewässerung am Leben zu halten. Solange also kein Wassernotstand durch die Wasserbehörde ausgerufen ist, werden wir die städtischen Rasensportflächen beregnen müssen", heißt es vonseiten der Pressestelle der Stadt.

Bewässerungsmaßnahmen der Landesgartenschau

Doch wie steht es um die Bewässerungsmaßnahmen für die geplante Landesgartenschau? Laut den Verantwortlichen lässt die Landesgartenschau Fulda 2.023 gGmbH derzeit nur neu angelegte Flächen bewässern, da frisch gepflanzte Bäume, Sträucher und Stauden ohne ausreichende Bewässerung schlicht vertrocknen und sterben würden. "Eine Gartenschau ohne ihren Kernbestandteil, die gärtnerisch gestalteten Flächen, ist nicht möglich", erklärt die gGmbH gegenüber OSTHESSEN|NEWS.

Außerdem unterliegen die neu angelegten Flächen der Gewährleistung des ausführenden Unternehmens, welches dadurch für den Anwuchserfolg haftet. "Sollte die Bepflanzung absterben, würde für das ausführende Unternehmen ein erheblicher wirtschaftlicher Schaden entstehen. Alle weiteren Areale wie z. B. Rasenflächen werden nur eingeschränkt zur Erhaltung der Flächen bewässert", betonen die Verantwortlichen.

Seit Wochen wartet man in Osthessen auf Regen Archivfotos: O|N/Hans-Hubertus Braune

Auch die Pegelstände der heimischen Flüsse sind niedrig

Trockenheit macht auch Sportplätzen zu schaffen

Doch auch die Bewässerungsmaßnahmen auf den Sportplätzen der Region ist stark umstritten. "Die Vereine und die Stadtverwaltung haben natürlich die Grundvorgabe, nach Möglichkeit durch geeignete und angepasste Maßnahmen der Unterhaltung die Sportplätze für Training und Spielbetrieb in einem adäquaten Zustand zu halten. Bei dem derzeitigen Hitzestress werden Mähvorgänge reduziert bzw. komplett unterlassen, weil der Naturrasen nicht oder nur minimal nachwächst", so die Pressestelle der Stadt Bad Hersfeld. "Darüber hinaus wird die Bewässerungsmenge angepasst, damit die Situation nicht eskaliert. Nach Möglichkeit wird nicht in der Mittagshitze bewässert, wenn man erkennt, dass die leistbare Bewässerung bei dem Hitzestress nicht mehr zum Erfolg führt, wird die Bewässerung gegebenenfalls reduziert."

Der Naturrasenplatz des Oberau-Stadions wird im Normalfall mit Fuldawasser bewässert. "Für die Entnahme und Reinigung wird eine eigens dafür hergestellte Entnahmeeinrichtung mit Pump- und Filteranlage betrieben. Diese Anlage wurde in der aktuellen Situation kurzzeitig wegen des vom Landkreis behördlich verhängten Entnahmeverbotes von Wasser aus Fulda abgestellt", erklärt die Pressstelle. Nachdem in der letzten Woche eine zwischenzeitlich ausgelaufene Erlaubnis neu beantragt und in dieser Woche durch den Landkreis genehmigt wurde, laufe seit Anfang dieser Woche wieder regulär die Entnahme von Fuldawasser.

"Rasen im Erlenstadion muss bewässert werden"

Weitere Leserzuschriften erreichen uns bezüglich des Erlenstadions in Alsfeld. Leser hatten beobachtet, dass der Rasen bewässert wurde - nur mit welchem Wasser? Denn die Wasserentnahme aus der Schwalm ist schon seit langer Zeit verboten. 

Bürgermeister Stephan Paule erklärt dazu auf O|N-Nachfrage: "Es handelt sich bei dem Erlenstadion um einen Rasenplatz, der durch Nicht-Bewässerung erheblichen Schaden nehmen würde. Ohne Bewässerung wäre er innerhalb drei Tagen kaputt. Es ist kein handelsüblicher Gartenrasen, der sich natürlich regeneriert, hier müsse eine Regenerierung mit erheblichem Mittelaufwand erfolgen. Auch gegenüber dem Vogelsbergkreis, der 50 Prozent der Unterhaltung des Erlenstadions finanziert, sind wir verpflichtet, den Platz in nutzbarem Zustand zu halten. Daher muss er bewässert werden."

Paule weiter: "Aufgrund der derzeitigen hohen Temperaturen und Sonneneinstrahlungen wäre eigentlich eine Wässerung an jedem Werktag vonnöten. Dies erfolgt mit Leitungswasser aus dem Netz der Stadtwerke Alsfeld. Eine Versorgungsknappheit/ Wassermangel herrscht derzeit in Alsfeld nicht, dennoch wurde die Bewässerung von fünfmal die Woche auf zweimal pro Woche reduziert, um Wasser einzusparen." (lh/ld/hhb) +++


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