Anouschka Renzi bei der Pressekonferenz anlässlich des Probenbeginns zu "Notre Dame". - Foto: O|N - Archiv Carina Jirsch

BAD HERSFELD O|N-Gespräch am Rande der Festspiele

Schauspielerin Anouschka Renzi: Eine Frau mit vielen Facetten

17.08.22 - Nach 2018 steht Anouschka Renzi 2022 erneut auf den Brettern der Bad Hersfelder Stiftsruine und brilliert während dieser Festspielsaison in "Notre Dame" gleich in mehreren Rollen, unter anderem als Adlige Aloise de Gondelaurier und als Puffmutter. O|N traf sie für ein Gespräch in einem Restaurant am Linggplatz.

Foto: O|N - Archiv Carina Jirsch

Die 58-Jährige entpuppt sich recht schnell als gänzlich uneitles Gegenüber, ist schlagfertig, ohne jede Spur einer oftmals unterstellten Arroganz - und hat doch eine Bitte: Man solle doch bitte ihre Teilnahme am diesjährigen  "Dschungelcamp" nicht in den Vordergrund stellen. Dieses Anliegen sei erfüllt, daher nur so viel: 13 Mal habe sie Anfragen abgelehnt, dann einer Teilnahme zugestimmt, allein der Gage wegen. Denn während der zwei Jahre Corona, in denen alles abgesagt worden sei, habe sie wegen fehlender Engagements nichts verdient.

Das sollte es nun auch gewesen sein mit dem Rückblick, denn Renzis Leidenschaft gehört dem Theaterspiel. So dass es kein Wunder ist, wie sehr sie die Atmosphäre in Bad Hersfeld zur Festspielzeit mag. Gerade auch dann, wenn sich die Akteure der einzelnen Produktionen auf dem Marktplatz treffen; beispielsweise, um gemeinsam zu frühstücken. "Das ist dann immer sehr schön!"

Foto: Festspiele Bad Hersfeld, Steffen Sennewald

Die 58-Jährige, ausgebildet am renommierten Lee Strasberg Institute in New York, gesteht ihrem Gesprächspartner zu, dass "Notre Dame" als Premierenstück der diesjährigen Saison kein einfaches gewesen sei, "weil viele kleine Geschichten in einer großen Geschichte erzählt werden". Diejenigen, die es vielleicht noch nicht gesehen hätten, dürften sich freuen und seien versichert: "Es ist ganz einfach toll!" Noch sechs Mal ist die Gelegenheit gegeben, sich von dem Ensemble begeistern zu lassen. 

Hohes Lob für Intendant Hinkel

Regie bei "Notre Dame" führt Festspiel-Intendant Joern Hinkel, auf den sie große Stücke hält, und den sie nun auch schon lange Jahre kennt. Als Assistent des - inzwischen ja verstorbenen - Intendanten und Regisseurs Dieter Wedel sei er es gewesen, der immer ausgleichend auf diesen eingewirkt habe. Wedel, hochintelligent, habe viele verschiedene Gesichter gehabt, sei ihr persönlich aber nie zu nahe getreten. 

Beim Gespräch in einem Bad Hersfelder Restaurant. Foto: Lenz

Anouschka Renzi wohnt im Berliner Stadtteil Charlottenburg - "meinem Kiez, denn Berlin in seiner Gesamtheit ist mir zu groß". Sie freut sich schon jetzt auf Theaterengagements unter anderem in Essen, Frankfurt/Main und Düsseldorf und sagt nach kurzem Zögern über ihre Vorbilder: "Jean Moreau und Simone Signoret". Obgleich es noch "viele andere Schauspielerinnen gibt, die ich sehr verehre, darunter auch Hannelore Elsner". Generell mag sie Darstellerinnen, die ihren Beruf zwar ernst, aber nicht zu ernst nehmen, "und die Mut und Kraft besitzen, vor der Kamera in Würde alt zu werden".  Leise bedauert es Anouschka Renzi, in ihren vielen Film- und Fernseh(serien)rollen zu sehr auf den Typus "reiche und schöne Gattin beziehungsweise Geschäftsfrau" festgelegt worden zu sein. 

Bis zu den nächsten Engagements aber genießt die Schauspielerin bis Ende des Monats noch die Zeit in Bad Hersfeld und die Atmosphäre in und um die Stiftsruine. Und hofft darauf, dass die Temperaturen irgendwann wieder in den Normbereich rücken, denn die ganz große anhaltende Hitze ist ihre Sache nicht. Ebenso wenig übrigens wie Strandurlaub, "denn der langweilt mich auf Dauer". Sie bevorzuge Trips nach New York oder Florenz, "solche Sachen eben". Spricht's und verabschiedet sich, um in ihre kühle Wohnung in der Innenstadt zu gehen.

Am Rande sei übrigens noch angemerkt, dass Anouschkas Mutter Eva Renzi 1983 bundesweit Schlagzeilen machte, nachdem sie als Ensemble-Mitglied der Bad Hersfelder Festspiele den Schirmherrn des Theaterereignisses, Bundespräsident Karl Carstens, einen "alten Nazi" genannt haben soll. Sie wurde entlassen, doch das Bühnenschiedsgericht am Arbeitsgericht Frankfurt hob die Kündigung später auf, da die Äußerung als "nicht erwiesen" anzusehen sei. (Bertram Lenz) +++


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