Präsentation der interkulturellen Schreibwerkstatt an der VHS - Fotos: Privat

FULDA Interkulturelle Schreibwerkstatt

Ernsthafte, fröhliche und tragische Texte präsentiert

18.09.22 - Große Erleichterung, beruhigende Zufriedenheit, aber auch gewisser Stolz und neu entdecktes Selbstbewusstsein waren den sieben Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Interkulturellen Schreibwerkstatt an der VHS ins Gesicht geschrieben, als sie gestern nach fünf intensiven Schreibtagen endlich ihre Texte im Forum der VHS vorlesen konnten.

In dieser Lesung gesellten sich unter anderem eine bulgarische Dorf-Liebeserklärung, eine syrische Fluchtgeschichte nach Deutschland, ein vietnamesisches Urlaubserlebnis in Spanien, ein afrikanischer Kommentar über Integration sowie ein polnisches Theaterstück für Kinder zusammen. Die Vielfalt der Themen entsprach der interkulturellen Vielfalt der Künstler, die nun zum ersten Mal auf einer Bühne standen und ihren ernsthaften, nachdenklichen, fröhlichen und tragischen Texten mit ihren Stimmen Leben einhauchten. Und das alles in einer für sie fremden Sprache - Deutsch.

"Ich stehe noch immer unter dem Eindruck des Erlebten", berichtet Dr. Ralf Oldenburg, der Leiter der Schreibwerkstatt und zugleich Deutsch-Dozent an der VHS Fulda. "Wir sind in diesen fünf Tagen zu einer Gemeinschaft zusammen geschmolzen. Über kreative Übungen und die Erarbeitung wichtiger literarischer Stilmittel bis hin zu Phantasiereisen entdeckten die Teilnehmer*innen ihr individuelles Thema, über das sie gerne schreiben wollten." Dabei standen ihnen sämtliche Genres offen. Kreativität kann erlebt und erlernt werden, wenn man ihr Raum und Zeit gibt, sich zu entfalten. 

Die Jury, bestehend aus drei Mitgliedern des Autorentreffs Fulda, begleitete die Veranstaltung, in der die Teilnehmer ihren Schreibprozess individuell gestalten und sich selbst Pausen daraus geben konnten, um am Ball zu bleiben. Heute, am letzten Tag der Schreibwerkstatt, hatten sie Zeit, ihre Texte für die Lesung vor Publikum vorzubereiten. "Es hat mich total geflasht, wie cool und selbstbewusst die Leute das Mikro ergriffen und loslegten", meinte Matthias Sandlos, einer der drei Juroren des Autorentreffs. Und Harry Fritz, ebenfalls aus der Jury und zugleich Moderator der Lesung, ergänzt: "Diese Schreibwerkstatt mit deren Lesung am Ende ist der Beweis einer im literarischen Sinne gelungenen Integration ausländischer Bürger in Fulda und zugleich ein Ansporn, auf diesem gesellschaftlichen Weg weiter zu gehen." Bleibt zu hoffen, dass dieses einmalige Event seine Fortsetzung findet. Die Premiere hätte jedenfalls nicht besser sein können. (pm) +++


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