Die Energiekrise zwingt zum Umdenken - auch im heimischen Wohnzimmer, das eigentlich schön warm sein sollte. Gerade jetzt im Herbst. - Foto: Pixabay

REGION Bertram Lenz kommentiert die Energiekrise

Sorgen treiben viele um: Jetzt ist Handeln gefragt und keine Ideologie

19.09.22 - Inzwischen vergeht kaum ein Tag, an dem nicht eine weitere Hiobsbotschaft die Bundesbürger aufschreckt. Denn täglich finden sich in den Briefkästen immer neue Schreiben der Energieversorger mit Ankündigungen von Preisanhebungen für Gas und Strom. Summen, die inzwischen viele Menschen nicht mehr schlafen lassen, weil ungewiss ist, wie sie in den kommenden Wochen und Monaten die zur Alltäglichkeit gewordenen Dinge finanzieren können.

In diesem Zusammenhang entstehen interessante parteiübergreifende Konstellationen wie jene vom Wochenende, als die Ministerpräsidenten von Niedersachsen und Bayern, Stephan Weil (SPD) und Markus Söder (CSU), einen Schutzschirm für die von der Energiekrise bedrohten Stadtwerke gefordert haben. Eine Maßnahme übrigens, für die sich bereits Anfang des Monats der Deutsche Städte- und Gemeindebund ausgesprochen hatte.

Hintergrund: In Deutschland gibt es rund 900 Stadt- und Gemeindewerke, die Strom, Wasser und Wärme liefern. Aus ihren Gewinnen wird zum Beispiel der Nahverkehr subventioniert. Jetzt befürchten die Stadtwerke aufgrund der gestiegenen Energiepreise massive Zahlungsausfälle bei ihren Kunden und fordern deswegen einen Schutzschirm, den die Bundesregierung finanzieren soll.

O|N-Redakteur Bertram Lenz kommentiert die aktuelle Energiekrise. Archivfoto: O|N / Carina Jirsch

Das Unangenehme an der aktuellen Situation ist, dass niemand so recht weiß, wie es weitergeht. Eher hilflos vorgebrachte Appelle unserer verantwortlichen Politiker, wie im Dunkeln zu sitzen, die Heizung runter zu drehen und anstatt der Dusche den Waschlappen zu benutzen, stoßen auf Unverständnis, wirken nur noch lächerlich. Dieses Gefühl der Hilflosigkeit verstärkt sich noch, wenn man mitansehen muss, wie bei verschiedenen Gelegenheiten sinnlos Energie verplempert wird. Ob Wasser, Strom oder Gas - egal!

Mit eindringlichen Sätzen hat am Wochenende die Bundesvorsitzende der Mittelstands- und Wirtschaftsunion, Gitta Connemann, in einem Gastbeitrag für die "Welt" geschildert, worauf es ankommt: Es geht schlicht und ergreifend um Existenzen.

Sie schreibt unter anderem: "Ganz Deutschland fürchtet sich vor der nächsten Stromrechnung. Und die Ampel(regierung)? Gibt Duschtipps. Empfiehlt Waschlappen. Verbietet offene Ladentüren. Ohne Frage: Energie muss gespart werden. Aber das, was ging, haben die Betriebe bereits getan. Aus ureigenem Überlebenswillen. Jede Kostenschraube ist bis an den Anschlag gedreht. Jetzt kommt es auf die Ampel an". Connemann sorgt sich völlig zu Recht um unsere mittelständischen Betriebe, die entlastet werden müssten und kritisiert massiv die Konzeptlosigkeit der Bundesregierung, was sie mit unterlassener Hilfeleistung gleich setzt.

Auch in unserer Region sind die mittelständischen Unternehmen seit jeher das Rückgrat unserer Wirtschaft, denn sie sorgen für Arbeit, Ausbildung und letztendlich für Wohlstand. Sehr viele sind Traditionsbetriebe, gleich welcher Sparte. Es ist eine kaum erträgliche Vorstellung, würden manche von ihnen wegen des zögerlichen Handelns unserer verantwortlichen Politiker auf der Strecke bleiben. Dazu gehört im Übrigen auch, die Diskussion um einen Weiterbetrieb der drei Kernkraftwerke endlich zu beenden. Zumal die Mehrheit der Bevölkerung dafür ist, die Meiler weiter laufen zu lassen. 

Für ideologische Grabenkämpfe ist jetzt nämlich der falsche Zeitpunkt. Nun ist Handeln angesagt und kein endloses Hin- und Her-Debattieren. (Bertram Lenz) +++


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