In der Trauerhalle auf dem Zentralfriedhof: Bilder erinnern an Günther Elm. - Alle Fotos: Martin Engel

FULDA Requiem und Beisetzung

Günther Elm: "Mach es gut, alter Herr!" - Eine ganze Stadt trauert

05.11.22 - Unter sehr großer öffentlicher Anteilnahme ist am Freitagmittag Günther Elm auf dem Zentralfriedhof in Fulda beigesetzt worden. Das "Urgestein der Fuldaer Foaset", gleichsam ein "fuldisches Original" par excellence, war in der Nacht zum 27. Oktober im Alter von 83 Jahren in seiner Heimatstadt Fulda gestorben. Der Beerdigung vorangegangen war das Requiem in der Stadtpfarrkirche, bei dem Stadtpfarrer Stefan Buß die Predigt hielt. 

Stadtpfarrer Stefan Buß bei seiner Predigt während des Requiems.

Der "echte Fulder Jong" Günther Elm wurde am Neuenberg geboren, blieb dort auch tief verwachsen und verwurzelt. In St. Andreas war er Messdiener und bei den Pfadfindern. Auch später blieb die Verbindung nach Neuenberg. Unvergesslich, so Stefan Buß, sei auch seine Rolle als Abt im Theaterstück über Bonifatius zum Jubiläum von Pfarrer Winfried Abel. 

Die Stadtpfarrkirche war bis auf den letzten Platz besetzt.


Immer für die Familie da

Der Stadtpfarrer wörtlich: "Ihn nur als den großen Fastnachter zu sehen, wäre verkürzt. Für seine Familie ist er in erster Linie der beste Papa und Opa, eng verbunden mit seinen Kindern und den fünf Enkeln. Besonders gefreut hatte er sich zuletzt auch, als er erfuhr, dass zwei Urenkel kommen. Mit seiner Margit ging er durch dick und dünn, sie unterstützte ihn bei allen Vorhaben. Vor zwei Jahren haben wir hier noch die Diamantene Hochzeit gefeiert. 62 Jahre habt Ihr alles gemeinsam getragen".

Buß bezeichnete den Verstorbenen als "echten Freund", ob in der Fastnacht oder am Stammtisch und im engen Kreis. Sein Humor sei seine besondere Begabung und ihm in die Wiege gelegt worden. "Günther hatte es schon von seinem Vater und hat es auch weitergegeben an seine Söhne. Wem er begegnete, er hatte stets ein gutes Wort für den anderen, verbreitete Freude. Seine Familie stand an erster Stelle. Der Zusammenhalt war ihm immer wichtig, und Streit oder Missverständnisse wollte er aus dem Weg räumen. Er war auch stets bescheiden gewesen, wir würden sagen: ein Ehrenmann. Bei ihm galt noch die 'Handschlagmentalität': Was ein Elm zusagt, passiert auch so, ehrlich und aufrichtig."

Der Stadtpfarrer zitierte aus einem Kondolenzschreiben an die Familie, wonach "ein Stück Kultur" dieser Stadt gegangen sei und betonte: "Seine Stadt Foll lag ihm stets am Herzen. Wer einmal auf einer Stadtführung mit ihm unterwegs war, der weiß, wovon ich rede". Zugleich sei Günther Elm tief verwurzelt im Glauben gewesen, dieser habe ihm stets Trost in schweren Stunden geschenkt.

Traueransprachen

In Anwesenheit vieler Freunde und karnevalistischer Weggefährten wurde Günther Elm anschließend zur letzten Ruhe auf dem Zentralfriedhof geleitet. Am Grab erklang "O happy Day”; ein Lied, das Elm einst immer mit den Fastnachtssängern intoniert hatte.  Sohn Axel sprach in der Trauerhalle von einer "überwältigenden Anteilnahme" und dankte besonders auch der großen närrischen Familie, für die bei den Elms stets ein offenes Ohr und offenes Haus gewesen sei. Sein Vater sei "in erster Linie Mensch" gewesen, den große Zuverlässigkeit ausgezeichnet habe. Wörtlich sagte er: "Mach's gut, alter Herr!"

Axel Elm fand sehr berührende Worte für seinen Vater.

Zwei ehemalige Oberbürgermeister: Dr. Wolfgang Hamberger und Dr. Alois Rhiel sowie ...

OB Dr. Heiko Wingenfeld bei der Trauerrede.

Hans-Dieter Alt sprach für den Stammtisch "Zur Ewigen Wahrheit".

Fuldas Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld erinnerte an die Worte von Pfarrer Buß, wonach "eine ganze Stadt trauert". Dies sei sehr treffend, man müsse Günther Elm - Träger unter anderem der Ferdinand-Braun-Medaille - vor allem dankbar dafür sein, dass er Fulda und die Menschen so reich beschenkt habe. Nicht nur mit Humor, sondern auch mit Güte und Menschlichkeit sowie mit Verlässlichkeit und Beständigkeit, wie seine berufliche Tätigkeit unter anderem als Hausmeister beim Finanzamt belege. Auch als Christ habe er Wert gelegt auf eine frohgemute Kirche, so Wingenfeld. Gekommen waren auch seine Amtsvorgänger Dr. Wolfgang Hamberger und Dr. Alois Rhiel sowie Stadtbaurat Daniel Schreiner.      

Für den Stammtisch "Zur Ewigen Wahrheit-Ewwa", dessen Präsident Günther Elm gewesen war, sprach Hans-Dieter Alt:  "Der Tod eines Menschen reißt immer eine Lücke. Günther hinterlässt eine riesige. Günther war unser Präsident. Um dieses Amt hatte er sich nicht beworben, nein, er musste eher bedrängt werden, diese Aufgabe zu übernehmen. Bewusst hat die Gemeinschaft Günther auserwählt, weil er wie kein Anderer die Inhalte unseres Stammtisches verkörperte. Gemeinschaft, Freundschaft, kritischer Gedankenaustausch, Menschlichkeit, wertkonservative Einstellung und ganz besonders Frohsinn, Heiterkeit und die Liebe zu unserer Heimatstadt Fulda. All das hat Günther gelebt".

Das Wichtigste seien ihm die Menschen, die Freunde und das Gespräch untereinander gewesen. Menschen standen im Vordergrund seines Handelns. Hans-Dieter Alt: "Wir können uns noch gar nicht vorstellen, wie Stammtischabende ohne Günther sein werden. Zu allen Themen hatte er eine fundierte Meinung, oft pointiert, nie flach, nie stromlinienförmig, oft auch kritisch und direkt. Aber immer mit großem menschlichem Einfühlungsvermögen." Oft werde der Wert eines Menschen erst wirklich sichtbar, wenn man ihn verloren habe. Der "Stammtisch Zur Ewigen Wahrheit" werde diese Erkenntnis noch erfahren müssen: "Wir werden feststellen, welch großes Glück wir hatten, Günther in unserer Gemeinschaft gehabt zu haben".

Dass Günther Elm sehr große Spuren hinterlässt, wurde auch im Nachruf der Fuldaer Karnevals-Gesellschaft (FKG) auf ihren Ex-Prinzen von 1983, Ex-Vize-Präsidenten, Ehrenmitglied und Ehrenoffizier der Garde deutlich. Der Verstorbene hatte als Büttenredner, Gesprächspartner, Sitzungspräsident und Fastnachtssänger die "Fuldaer Foaset" geprägt wie kaum ein anderer. FKG-Präsident Oliver Weißenberger sprach von dem "großen Schmerz und der großen Trauer", die allgegenwärtig sei. Wörtlich sagte der: "Die Bühne im Stadtsaal war seine Heimat. Nun sind die Strahler erloschen und der Vorgang geschlossen. Ein ganz großer der Fuldaer Foaset ist abgetreten".  

Die närrischen Anfänge hatte Günther Elm 1955 beim "Vorstädtischen Bürgerverein 1888 Fulda" absolviert, wie abschließend von Andreas Gerlach als Repräsentant der "Gemeinschaft der Rand- und Bundesstaaten" betont wurde. Der Verstorbene werde in der Erinnerung vieler Menschen weiterleben. (bl) +++

FKG-Präsident Oliver Weißenberger.

Andreas Gerlach sprach für die närrischen Rand- und Bundesstaaten.


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