Am vergangenen Mittwoch besuchten der heimische Bundestagsabgeordnete Felix Döring, der Vorsitzende der SPD im Vogelsberg, Patrick Krug, und der designierte Vogelsberger Landtagskandidat Maximilian Ziegler (alle SPD) den Betreiber einer Biogasanlage in Alsfeld-Lingelbach. - Foto: SPD Vogelsberg

ALSFELD Problem teilweise vom Tisch

SPD besucht Biogasanlage: "Kosten fressen Übergewinne"

12.11.22 - Besuch aus Berlin: Am vergangenen Mittwoch besuchten der heimische Bundestagsabgeordnete Felix Döring, der Vorsitzende der SPD im Vogelsberg, Patrick Krug, und der designierte Vogelsberger Landtagskandidat Maximilian Ziegler (alle SPD) den Betreiber einer Biogasanlage in Alsfeld-Lingelbach, um sich über die aktuelle Situation zu informieren.

Biogas hat sich schon lange als zusätzliche Einnahmequelle in der Landwirtschaft und als erneuerbarer Bestandteil des deutschen Energiemixes etabliert. Doch der russische Angriffskrieg in der Ukraine hat alle Alternativen für den Verbrauch des nun knappen Erdgases über Nacht ins Rampenlicht gerückt. "Die Produktion von erneuerbaren Energie aus Windkraft, Photovoltaik oder Biogasanlagen ist im Vogelsbergkreis längst Alltag und bietet für unsere Region ein hohes wirtschaftliches Potenzial. Gerade auch für unsere heimische Landwirtschaft bieten sich hier zusätzliche Betätigungsfelder", unterstrich der SPD-Kreisvorsitzende Patrick Krug die Bedeutung des Themas.

"Faktor für unabhängige Energieversorgung"

Klaus Ritter, Geschäftsführer der Libagas GmbH & Co. KG, führte die Besucher über die Biogasanlage, die er gemeinsam mit seinem Sohn und zwei weiteren ortsansässigen Landwirten betreibt, und erläuterte deren Betrieb. Alles von Gülle bis hin zu zugekauftem Mais wird hier genutzt, um Biogas zu erzeugen. In drei Behältern, den Fermentern, wird das Gas erzeugt, für deren Verwertung dann in den Spitzenzeiten alle drei vorhandenen Motoren eingesetzt werden. Zusammengenommen erzeuge man hier jährlich 4,5 Millionen KWh Strom und 3 Millionen KWh Wärme.

Landtagskandidat Maximilian Ziegler hebt hervor: "110 der 170 Haushalte in Lingelbach profitieren von erneuerbarer Nahwärme. Der Strom, der hier relativ günstig erzeugt wird, kann Lastspitzen im Netz glätten, da flexibles einschalten und abschalten zu Spitzenzeiten möglich ist. Das ist ein wichtiger Faktor für eine unabhängige Energieversorgung und zudem ein Alleinstellungsmerkmal für erneuerbare Energiequellen im ländlichen Raum."

Abschöpfung von Übergewinnen

Konkreter Anlass des Besuches war das Bekanntwerden erster Planungen für die Abschöpfung von Übergewinnen, die aus Sicht von Geschäftsführer Klaus Ritter den Betrieb der Anlage unrentabel gemacht hätten: "Nicht alles, was jetzt teurer geworden ist, produziert auch Übergewinne. Bei uns sind erhebliche Kostensteigerungen hinzugekommen: Der Mais, den wir für eine bessere Ausbeute hinzugeben, der Diesel, mit dem wir unsere Fahrzeuge betreiben und auch der Aufwand, mit dem wir höhere Auflagen einhalten müssen, spielt eine Rolle.

Deshalb wird die hier produzierte Energie teurer, ohne dass am Ende tatsächlich nennenswert mehr Gewinn entsteht". Auch die geplante rückwirkende Abschöpfung der Übergewinne sei nicht darstellbar. Das Geld sei teilweise auch in den Ausbau der Anlage investiert worden, um im Winter zur Wärmeversorgung und Stabilisierung des Stromnetzes beitragen zu können.

Gute Nachrichten aus Berlin

Bundestagsabgeordneter Felix Döring konnte jedoch gute Nachrichten mitbringen: "Die Kollegen aus meiner Fraktion leisten hier gute Arbeit, alle wissen um den Wert solcher Anlagen. Mittlerweile ist das Problem schon teilweise vom Tisch, eine rückwirkende Abschöpfung wird nicht für den Zeitraum ab März, sondern erst für den Zeitraum ab September diskutiert. Außerdem arbeiten wir daran, dass neben Biomethan auch Biogas ganz von der Abschöpfung ausgenommen wird. Andere Erleichterungen zum Betrieb von Biogasanlagen beschließen wir schon diese Woche im Bundestag".

Döring sei froh darüber, dass die teilweise entstandenen höheren Gewinne investiert worden seien. Er erklärt abschließend: "Im Februar war die Angst sehr groß, dass wir nur schwer durch den Winter kommen. Wir haben aber an vielen Stellen in kürzester Zeit weitreichende Lösungen erarbeitet. Das betrifft aber nicht nur die Frage der Einsparungen, sondern auch die der Nutzung alternativer Energiequellen. Ich freue mich, dass wir mit dem Biogas eine ziemlich nachhaltige Alternative haben, bei der viele engagierte Landwirte aktiv einen Beitrag zur Bewältigung der Krise beitragen." (pm) +++


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