Die Mitwirkenden des Jahreskonzerts der Musikschule Fulda im Fürstensaal. - Foto: Stadt Fulda

FULDA Stilistische Vielseitigkeit

Viel Applaus für das Musikschul-Jahreskonzert im Fürstensaal

17.11.22 - Im vollbesetzten Fürstensaal des Stadtschlosses präsentierte die Musikschule der Stadt Fulda ihr traditionelles Jahreskonzert, das die stilistische Vielseitigkeit und die hohe Qualität der Ausbildung gleichermaßen unter Beweis stellte. Die Zuhörer erlebten ein bunt gemischtes Programm aus solistischen und kammermusikalischen Beiträgen.

Klangschön und ausdrucksvoll eröffnete der Chor "Capannello Vocale" unter Leitung von Carsten Rupp das Konzert mit dem Madrigal "Weep, o mine eyes" von John Bennet und "As Torrents in Summer" von Edward Elgar, bevor Schulleiterin Natalya Oldenburg das Publikum begrüßte. In "From the Cliffs" aus "Sea Idylls" von Walter Carroll traf Lioba Schreiner (Klavier) gut die träumerische Stimmung und spielte die einzelnen Phrasen mit großer Ruhe aus. Sicher auswendig spielend und mit guter Intonation brachte Meline Fransen den 1. Satz eines Cellokonzerts in C-Dur von Antonio Vivaldi zu Gehör, am Klavier begleitet von ihrer Mutter. Clara Dahlmann (Querflöte) und ihre Schwester Hannah (Klavier) verstanden sich gut im "Russischen Zigeunerlied" von Wilhelm Popp, das mit seinem Wechsel zwischen lyrischen und tänzerischen Passagen bis hin zum "Presto possibile" zu spielenden Schluss einige Anforderungen an das Zusammenspiel stellt. Mit singendem Ton und schönem Vibrato trug Carla Schlitzer (Violine), unterstützt von Marina Gajda am Klavier, das zauberhafte "Wiegenlied" des bulgarischen Komponisten Veselin Stoyanov vor.

Klangpalette des Horns

Der erst zehnjährige Jonathan Ortlieb (Klavier) bewältigte mit gelöster Technik und guter Klangdisposition die Etüde b-Moll op. 1 Nr. 12 von Franz Liszt und erhielt zu Recht großen Beifall. Sensibel aufeinander reagierend, interpretierten Lilly Berg (Horn) und Renate Hunold (Klavier) das Nocturno op. 7 in Des-Dur von Franz Strauss (dem Vater von Richard Strauss). Dabei kam die reiche Klangpalette des Horns eindrucksvoll zur Geltung, vom kantablen Beginn über die dramatische Steigerung des Mittelteils in b-Moll bis zum ruhig ausklingenden Schluss in tiefster Lage.

Mit sicherem Strich und sehr wandlungsfähigem Ton spielte Fiona Fransen (Violine) die "Adoration" von Felix Borowski. Sie wurde von Maria Westermann am Klavier unterstützt. Celina Hamm (Klavier) versenkte sich mit meditativer Ruhe in das beliebte Notturno op. 54 Nr. 4 von Edvard Grieg und schenkte dem Publikum einen erfüllten musikalischen Moment völliger Selbstvergessenheit. Mit unbeschwerter Spielfreude präsentierten Josephine Seibert und Jana Groß das Duo C-Dur für zwei Celli op. 52/3 von Jacques Offenbach, ein mit "Tempo di Marcia" überschriebenes Thema mit Variationen. Die flinken triolischen Läufe der ersten Variation gelangen ihnen ebenso überzeugend wie die lyrische Moll-Variation und das tänzerisch beschwingte Finale.

Zeitgenössische Musik

Johannes Lüpkes (Klarinette) und Carsten Rupp (Klavier) eröffneten den zweiten Teil des Abends mit dem temperamentvollen "Allegro molto vivace" aus den Fantasiestücken op. 43 von Niels W. Gade. Sie überzeugten durch Virtuosität, gute Bühnenpräsenz und perfekt aufeinander abgestimmte Übergänge zwischen den einzelnen Formteilen. Die "Armenischen Bilder" op. 47 für zwei Celli von Christian Ernst sind geprägt durch den Wechsel zwischen freitonalen und tonal gebundenen, folkloristisch anmutenden Abschnitten sowie durch freie, wie improvisiert wirkende Rhythmen – keine leichte Aufgabe bezüglich Intonation und Zusammenspiel. Haakon Pallares Torres und Julian Bonzel zeigten sich dieser Aufgabe voll gewachsen und gefielen durch gutes Zusammenspiel und lyrische Intensität.

Es ist unmöglich, "Das große Tor von Kiew" aus "Bilder einer Ausstellung" von Modest Mussorgsky ohne Bezug zur gegenwärtigen Situation zu hören. Erik Oldenburg (Klavier) nutzte die gesamte dynamische Bandbreite des Flügels, vom hymnischen Fortissimo bis hin zu einem schattenhaften Pianissimo, und überzeugte vor allem durch klare, ge-nau kalkulierte Kontraste zwischen den klanglichen Ebenen. Zuvor hatte er ebenso eindringlich die "Baba Jaga" aus demselben Werk vorgetragen. Nach diesem bewegenden Beitrag boten Jan Tukscher (Cello) und Jana Kisner (Klavier) mit der klangschönen, liedhaften "Meditation" op. 4 Nr. 9 von Arnold Trowell einen entspannten Hörgenuss. Svea Gut-mann (Violine) gelang eine lebendige, farbenreiche Interpretation des Polnischen Tanzes für Violine und Klavier in D-Dur von Edmund Severn, wobei der tänzerische Rahmenteil mit seinen zahlreichen Doppelgriffen ebenso gut zur Geltung kam wie der lyrische Mittelteil. Den Klavierpart übernahm Anna Granowsky.

Evergreens zum Abschluss

Ein Gitarrenensemble mit Johanna Lang, Lilly Berg, Charlotte Weiser, Lisa Bohl und Peter Schmuck erfreute das Publikum mit dem Evergreen "Sound of Silence" von Simon & Garfunkel, "Fragile" von Sting und "Entre dos Aguas" von Paco de Lucia, wobei Johanna Lang nicht nur an der Gitarre, sondern auch durch ihren ausdrucksvollen Gesang gefiel. Zum Abschluss präsentierte das Bläserensemble der Musikschule (Patricia Babel-Haskamp, Erik Oldenburg, Charlotte Haskamp, Henriette Seng und Lilly Berg) gut gelaunt den Evergreen "Heinzelmännchens Wachtparade" von Kurt Noack und "Let it snow" von Jule Styne und Sammy Cahn. (pm) +++


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