Die Kinderkliniken in Osthessen werden durch das RS-Virus derzeit stark belastet. - Symbolbild: Klinikum Hersfeld-Rotenburg

REGION Schon im letzten Herbst hohe Zahlen

RS-Virus bringt Kinderkliniken an ihre Belastungsgrenze

28.11.22 - Viele Kinderkliniken in Deutschland sind derzeit stark belastet. Dabei spielt das sogenannte RS-Virus eine große Rolle. Die Viruserkrankung wirkt sich dabei auf die Atemwege aus und kann besonders für Säuglinge sehr gefährlich werden. Auch in Osthessen steigen die Zahlen an - während im Bad Hersfelder Klinikum, die Kapazitätsgrenze noch nicht erreicht ist, ist die Lage im Klinikum Fulda schon deutlich prekärer.

Klinikum Bad Hersfeld

Dr. Carmen Knöppel, Chefärztin des Klinikums Bad Hersfeld für Kinder- und Jugendmedizin. ...Foto: Klinikum Hersfeld-Rotenburg

Die Chefärztin des Klinikums Bad Hersfeld für Kinder- und Jugendmedizin, Dr. Carmen Knöppel, erklärte auf OSTHESSEN|NEWS-Anfrage zur aktuellen Situation rund um die RSV-assoziierten Patienten in der Klinik: "Die Anzahl der Kinder ist noch überschaubar, aber aufgrund der Isolationsvorgaben werden Bettenkapazitäten eng und es werden auch erneut, wie in anderen Saisons, insbesondere der im letzten Jahr Kinder aus auswärtigen Kliniken zur Verlegung vermehrt angefragt. Wir behandeln derzeit circa fünf Kinder pro Tag mit RSV, die mehr oder weniger lange stationär bleiben müssen. Einige haben längere Zeit einen zusätzlichen Sauerstoffbedarf und müssen deswegen stationär betreut bleiben."

Glücklicherweise habe es bisher keine schweren, intensivpflichtige Verläufe bei jungen Säuglingen im Klinikum gegeben, so die Chefärztin weiter. Die Zahl der RSV-Fälle mit Hospitalisierung steige allerdings derzeit kontinuierlich an: "Es gilt zu befürchten, dass die Fälle in den kommenden Wochen weiterhin zunehmen und die Kinderklinik an den Rand ihrer Kapazitätsgrenzen geraten wird."

Klinikum Fulda

Prof. Dr. Reinald Repp, Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin am Klinikum ...Archivfoto: O|N/Marius Auth

Prof. Dr. Reinald Repp, Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin am Klinikum Fulda, kann die steigende Tendenz ebenfalls feststellen: "In der Kinderklinik in Fulda behandeln wir derzeit viele Kinder mit schweren Atemwegsinfektionen. In den ersten drei Novemberwochen wurde in der Kinderklinik bei 45 Kindern das Grippevirus nachgewiesen, mit stark steigender Tendenz. Das RS-Virus wurde in diesem Zeitraum bei 42 Kindern nachgewiesen, überwiegend bei Säuglingen." 

Im Herbst des letzten Jahres war die Zahl der RSV-Erkrankungen noch höher als in diesem Jahr, aber es gab kaum Grippefälle. Dass nun beide Viren, RSV und Influenza, sehr viele Infektionen verursachen, bringe die Kinderklinik an die Belastungsgrenze, so Repp weiter. Konkret bedeutet das, dass die Belegung der Stationen bei weit über 100 Prozent liegt: "Dank eines sehr engagierten Teams schaffen wir es dennoch, dass alle Kinder aus der Region auch hier versorgt werden können. Jedoch können wir aufgrund der hohen Belegung derzeit keine Kinder aus anderen hessischen Kliniken übernehmen", ergänzt der Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin.

Zum Hintergrund

Oftmals beginnt die Erkrankung mit Schnupfen, kann aber bei einigen Säuglingen und jungen Kleinkindern schnell fortschreiten und zu einer schweren Bronchitis und Lungenentzündung führen. Die Kinder leiden unter zähem Schleim, sie husten ständig und die Atmung wird schwerer. Sofern Eltern diese Symptome bemerken, insbesondere wenn die Atmung deutlich anstrengender für das Kind wird und beschleunigt ist, sollten sie mit ihrem Kind in die Kinderarztpraxis gehen, beziehungsweise außerhalb der Praxiszeiten in die Notfallambulanz der Kinderklinik fahren. (Kevin Kunze)+++


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