Die Energiekrise lässt auch die heimischen Pflegeheime nicht kalt. Im Haus Stephanus in Alsfeld werden die Kosten für die Bewohner ab Januar 2023 erhöht. - Fotos: Haus Stephanus

ALSFELD Erhöhung ab Januar 2023

"Drastische Kostensteigerung": Energiekrise belastet Pflegeheime und Bewohner

23.11.22 - Lebensmittel, Strom, Gas: Alles ist teurer geworden, ein Ende der Preiserhöhungs-Welle nicht in Sicht. Neben Privatleuten und Unternehmen haben auch die Betreiber heimischer Pflegeheime mit den steigenden Kosten zu kämpfen. Eine Kostenerhöhung für die Bewohner ist im Haus Stephanus in Alsfeld somit unausweichlich.

Drastische Kostensteigerung ab Januar

"Wie alle Privathaushalte bleiben auch wir als stationäre Pflegeeinrichtung von den immer weiter steigenden Energiepreisen in Deutschland nicht verschont", so Einrichtungsleiter im Haus Stephanus, Manuel Jöckel, im Gespräch mit OSTHESSEN|NEWS. Eine gute Nachricht gibt es trotz dessen: Bislang wurden im Haus Stephanus die monatlichen Kosten noch nicht erhöht. Das liegt allerdings daran, dass es noch laufende Verträge mit den entsprechenden Versorgern gibt. "Über eine drastische Kostensteigerung" wurde er von den Versorgern bereits informiert, berichtet er.

"Unser Versorgungsvertrag läuft regulär bis zum 28. Februar 2023. In den noch zu verhandelnden neuen Versorgungsvertrag, der ab dem 01. März 2023 gelten wird, werden wir nicht umhinkommen, die aktuellen Energiepreise einzupreisen."

Stimmung bei Bewohnern unterschiedlich

Die Stimmung bei den Bewohnern beschreibt er trotz der angespannten politischen und wirtschaftlichen Lage als gut: "Unsere Bewohner sehen in der aktuellen Energiekrise Parallelen zu früheren Zeiten und betrachten diese als Herausforderung. Viele sagen, dass wir dann eben einmal mehr zusammenrücken und wieder verzichten lernen müssen." Jedoch ist in vereinzelten Gesprächen bei einigen Bewohnern ein Bangen trotzdem spürbar. 

Jöckels Appell an die Bundesregierung? "Nicht nur in Krisenzeiten problemorientiert zu agieren. Es ist an der Zeit, sich Themen zu widmen, bevor ein Problem auftritt. Im Zuge der aktuell steigenden Kosten in allen Bereichen wäre es aus meiner Sicht wünschenswert, darüber nachzudenken, wie die zukünftige Finanzierung der stationären Pflege langfristig sichergestellt werden kann."

"Viele stehen mit dem Rücken zur Wand"

Denn egal ob Energie, Personal oder Lebensmittel: Alle genannten Posten machen dem Haus Stephanus aktuell zu schaffen, sind im zurückliegenden Jahr stark angestiegen. "Vom Volumen her sind die größten Ausgaben in einer Einrichtung die Personalkosten. Der größte prozentuale Anstieg, im Vergleich zum letzten Jahr, liegt aber definitiv bei den Energiekosten." Diese seien erheblich - auch deshalb stünden bereits jetzt viele Einrichtungen sprichwörtlich mit dem Rücken zur Wand. 

DRK Hessen fordert bezahlbare Pflege 

Symbolbild: Pixabay

Der DRK-Landesverband Hessen e.V. fordert vor diesem Hintergrund eine weiterhin bezahlbare Pflege. Denn die Gasrechnungen sind bis zum zehnfachen des Vorjahrespreises angestiegen. "Unvorhersehbare Kostensteigerungen in dieser Dimension erfordern eine Intervention der Politik, um die Folgen für pflegebedürftige Menschen abzumildern. Wir benötigen nun dringend einen Rettungsschirm, um die Pflegeeinrichtungen finanziell zu unterstützen", fordert Wolfgang Giessl – Bereichsleiter Pflege und Behindertenhilfe im DRK-Landesverband Hessen. 

Das Deutsche Rote Kreuz schlägt zum Ausgleich der extremen Sachkostensteigerungen einen Sicherungsfonds vor, der die aktuellen Mehrbelastungen der Pflegeeinrichtungen ausgleicht. Nur so könne ein wirtschaftlicher Betrieb gewährleistet werden, ohne pflegebedürftige Menschen finanziell zu überlasten. Der DRK-Landesverband Hessen e.V. setzt sich für entschlossenes politisches Handeln ein. Aus seiner Sicht könne die Bewältigung dieser Krise nur mit finanzieller Unterstützung der Pflegeeinrichtungen zugunsten der Pflegebedürftigen und dem dazu erklärten politischen Willen gelingen. (ld) +++


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