Bereits im Oktober protestierten Ärzte - auch auf dem Fuldaer Uniplatz - gegen die Bundesregierung. Am kommenden Mittwoch wird erneut demonstriert. - Archivfotos: O|N

REGION Demonstrationszug durch Fulda geplant

Erneuter Protest: Viele hessische Praxen bleiben am Mittwoch geschlossen

29.11.22 - Am Mittwoch, den 30. November 2022, findet der zweite Protesttag der Haus- und Fachärzte sowie der Psychotherapeuten in Hessen statt. Patienten müssen sich darauf einstellen, dass zahlreiche Praxen an diesem Tag erneut geschlossen bleiben. Das teilte die Kassenärztliche Vereinigung Hessen am Montagmorgen in einer Pressemitteilung mit.

Protestveranstaltungen in Fulda

Der Hausärzteverband Hessen, der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte, Landesverband Hessen (BVKJ), sowie weitere Berufsverbände unterstützen die Demonstration in Fulda, initiiert vom Gesundheitsnetz Osthessen eG (GNO) und unterstützt durch weitere regionale Ärzteverbände, Beginn 16:00 Uhr, Treffpunkt vor dem Gebäude Bahnhofsstraße 7, Demonstrationszug durch die Innenstadt.

Bereits am 26. Oktober waren viele Praxistüren verschlossen geblieben, um gegen die derzeit "feindliche und respektlose Politik von FDP, SPD und Grünen sowie des GKV-Spitzenverbands gegenüber der ambulanten Versorgung zu demonstrieren". Die Kassenärztliche Vereinigung Hessen (KVH) unterstützt die Proteste ihrer Mitglieder ausdrücklich und rät Patienten, sich vorab darüber zu informieren, ob ihre Ärztin oder ihr Arzt bzw. ihre Psychotherapeutin oder ihr Psychotherapeut an der Aktion teilnimmt.

"Respektloser Umgang der Bundesregierung"

Die Vorstandsvorsitzenden der KVH, Frank Dastych und Dr. Eckhard Starke, erklärten dazu am Montag in Frankfurt:

"Unsere Mitglieder genießen unsere volle Unterstützung. Denn wie insbesondere die Gesundheitspolitiker der Bundesregierung, angeführt von Professor Karl Lauterbach, und der GKV-Spitzenverband derzeit mit den Niedergelassenen umgehen, ist respektlos. Es ist eine bodenlose Frechheit und nicht akzeptabel. Die Reaktion der Kolleginnen und Kollegen ist deshalb vollkommen angemessen. Denn – das haben die letzten Wochen gezeigt – es besteht seitens der Politik und des GKV-Spitzenverbands keinerlei Interesse, auf die ambulante Versorgung zuzugehen.  Unsere Forderungen sind klar: Wir fordern eine vollständige Übernahme der gestiegenen Energiekosten durch die GKV und einen Ausgleich der inflationsbedingten Preissteigerungen bei Mieten und Personal. Und nicht zuletzt fordern wir mit unseren Praxisteams Respekt und die so oft verweigerte Wertschätzung für die von uns geleistete Arbeit.

Symbolbild: Pixabay

Natürlich ist den Kollegen und uns bewusst, dass Praxisschließungen auch die Patienten treffen. Wir als ambulante Versorgung werden aber durch die Politik gezwungen, uns zu wehren. Und bei aller Fürsorge für unsere Patienten: Es muss nun ein für alle Male und unmissverständlich klar werden, dass sich die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte und die Psychotherapeutinnen und -therapeuten dieses Bashing nicht länger gefallen lassen. Dabei geht es nicht nur um die Kolleginnen und Kollegen, sondern schlichtweg um die ambulante Patientenversorgung der Zukunft. Denn unter den aktuellen, durch politische Ignoranz geprägten Umständen, werden junge Medizinerinnen und Mediziner kaum mehr den Weg in die Niederlassung einschlagen." (pm) +++


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