Im Bild zu sehen sind Arbeiten an der B 452 bei Eschwege. - Fotos: HessenMobil

REGION HEF-ROF Freie Sicht im Verkehr

Hessen Mobil pflegt Gehölze entlang der Straßen

30.11.22 - Wer derzeit durch den Kreis Hersfeld-Rotenburg fährt, sieht entlang der Fahrbahnränder, dass zahlreiche Gehölze zurückgeschnitten wurden. Viele Menschen fragen sich, warum Hessen Mobil entlang der Bundes-, Landes- und Kreisstraßen dies eigentlich macht. Frisch bearbeitete Flächen können auf den ersten Blick kahl aussehen. Das Ausdünnen hilft allerdings der Natur dabei, sich zu verjüngen und neu aufzustellen.

Der Grund, warum dies derzeit an den Straßen zu beobachten ist, ist recht einfach:

Verkehrssicherheit hat für Hessen Mobil oberste Priorität – auch bei den Gehölzpflegearbeiten. Unmittelbar am Fahrbahnrand muss die Sicht auf Fußgängerinnen und Fußgänger, auf Radverkehr und auf Fahrzeuge frei bleiben. Außerdem dürfen keine Äste über die Fahrbahn ragen. In den seltensten Fällen muss ein Baum weichen. In der Regel genügt ein fachgerechter, regelmäßiger Rückschnitt. Diese Arbeiten dürfen jedoch nur von Oktober bis Februar des Folgejahres vorgenommen werden. Der Zeitraum dient vor allem dem Schutz der Tierwelt, damit etwa Vögel in der Brutzeit nicht gestört werden.

Mit Gehölz sind neben den Bäumen vor allem auch Sträucher und Büsche gemeint. Der Rückschnitt führt in den Folgejahren zu einem kräftigen Zuwachs. Bereits in der ersten Vegetationsperiode nach dem Schnitt ist ein Zuwuchs von etwa einem Meter zu erwarten. Durch den abschnittsweisen Rückschnitt der Gehölze können sich kleinere Lebewesen in die angrenzenden, unbearbeiteten Flächen zurückziehen. Der Bestand wird in den Abschnitten bis zu 30 Prozent ausgedünnt.

Damit sich der Strauchbestand gesund entwickeln kann, müssen Gehölze regelmäßig "auf den Stock gesetzt" werden. Das bedeutet: Sträucher werden in einer Höhe von 10 bis 20 Zentimetern über dem Boden abgeschnitten. Das wird in einem wiederkehrenden Turnus von bis zu 20 Jahren durchgeführt.

Längere Zeiträume sind nicht sinnvoll, da sich die Gehölze durch einen zu engen Stand gegenseitig in die Höhe treiben und dadurch instabil werden können. Weil das für den Verkehr gefährlich werden kann, ist ein Rückschnitt angebracht. Da die Wurzeln der Pflanzen verbleiben, ist eine Ersatzpflanzung nicht notwendig. Nach zwei Jahren ist das Gehölz bereits wieder zwischen zwei und drei Metern hoch.

Welche Gehölze in welchem Umfang geschnitten werden müssen, um die Verkehrsteilnehmer vor Gefahren zu schützen, stimmt Hessen Mobil jährlich mit der Naturschutzbehörde ab. Konkrete Maßnahmen führt entweder Hessen Mobil oder ein beauftragtes Fremdunternehmen aus. Die Beauftragung der Unternehmen erfolgt nach den öffentlich-rechtlichen Vergaberegeln im Wettbewerbsverfahren.

Bei den Gehölzpflegearbeiten wird ein Teil abtransportiert und über einen Auftragnehmer verwertet. Ein weiterer Teil wird vor Ort gehäckselt und bleibt auf den bearbeiteten Flächen - als Rückführung in den natürlichen Kreislauf.

Auch wenn man von Oktober bis Februar für die Arbeiten Zeit hat, müssen sich vor allem die Straßenmeistereien im Winter mit den Freiräumen und Streuen des Straßennetzes befassen. Zudem können die Gehölzpflegearbeiten bei einem Wintereinbruch nicht umgesetzt werden. Aus diesem Grund sieht man derzeit entlang der Straßen die zahlreichen Teams beim Arbeiten. (pm) +++


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