Am Mittwoch wollen die niedergelassene Ärzte wieder ein Zeichen setzen - Archivfotos: O|N/Carina Jirsch

REGION Protest-Tag der niedergelassenen Ärzte

Praxen bleiben geschlossen, Mediziner gehen auf die Straße

30.11.22 - "Am Mittwoch bleibt unsere Praxis erneut, aus Protest gegen die Zerstörung der niedergelassenen Praxen, geschlossen." Das postete jetzt das Landarzt MVZ (Hosenfeld-Hainzell und Fulda-Sickels) in den sozialen Medien. Hintergrund ist ein bundesweiter Protest von Haus- und Fachärzten.

"Bundespolitisch hat man den niedergelassenen Ärzten mit der Streichung der Neupatientenregelung das klare Zeichen gegeben, dass sich Mehrarbeit nicht lohnen darf. Diese Auffassung des Gesundheitsministeriums hat das Ziel, die faktisch anfallende Mehrarbeit im ambulanten Bereich, ausgelöst durch den aktuellen und sich enorm verschärfenden Ärztemangel sowie neue Patientengruppen, ohne entsprechende Vergütung, totzuschweigen", heißt es weiter.

Dr. Silvia Steinebach vom Landarzt MVZ

Demonstrationszug durch die Fuldaer Innenstadt

Dr. Silvia Steinebach war bereits bei dem letzten Protest auf dem Uniplatz in Fulda anwesend. Am heutigen Mittwoch wolle man mit einem Demonstrationszug durch die Fuldaer Innenstadt ziehen - los geht es um 16 Uhr. "In der Corona-Pandemie zeigt sich ein weiteres Mal, wie zuverlässig das aktuelle System noch funktioniert – allerdings nur unter dem mindestens 150-prozentigen Einsatz der Akteure. Die Stundenbelastung von mehr als 40 Prozent niedergelassener Ärztinnen und Ärzte liegt bei 50-70 Stunden pro Woche. 20 Prozent arbeiten sogar 60-80 Stunden."

Kredit für Klinikum Fulda

Begegne man diesem Einsatz mit der aktuellen mangelnden Wertschätzung, sei eine Fortsetzung der aktuellen ambulanten Versorgung nicht mehr möglich. "Regional werden Zuwendungen an das Klinikum Fulda als 'Ausdruck der Verantwortung des Landkreises für eine gute medizinische Versorgungsstruktur in unserer Region' bezeichnet. So werden 20-Millionen-Euro-Kredite vonseiten der Stadt lässig in 'Eigenkapital umgewandelt', Kreditrahmen werden verdoppelt. Wie kann man solche Entscheidungen, in Relation zum Einsatz für die ambulante Medizin rechtfertigen? Wo ist der finanzielle Support für unsere selbstständigen Praxen?"

Der extreme Anstieg der Energie- und sonstigen Kosten belaste nicht nur die Krankenhäuser, sondern in gleichem Maße auch alle niedergelassene und angestellte Ärzte in den Praxen. Der Appell aller an dem Protest beteiligten Ärzte in Osthessen lautet: "Wenn Sie Ihre Ärztin/Ihren Arzt kennen und langjährig betreut werden wollen, dann muss etwas passieren… jetzt!" (nb/pm) +++


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