21.07.26 - Der Polizeialltag findet selten im grellen Scheinwerferlicht statt. Er spielt sich ab in der konzentrierten Sachlichkeit von Dienstzimmern, bei der routinierten, aber stets wachsamen Streifenfahrt und der alltäglichen Präsenz im fußläufigen Streifendienst sowie in unzähligen Gesprächen, die über das Sicherheitsgefühl in einer Stadt entscheiden. Am Montag verlagerte Hessens Innenminister Roman Poseck das politische Zentrum des Landes direkt an die Basis. Im Rahmen seiner Sommertour "Sicherheit entsteht vor Ort – Innenminister im Dialog mit der Polizei" besuchte er den Landkreis Hersfeld-Rotenburg.
Sein Ziel: Bad Hersfeld. Kein diplomatischer Protokollbesuch, sondern eine Bestandsaufnahme dort, wo der Dienst für die Bürger täglich geleistet wird. Begleitet von Polizeirat Johannes Höfer, dem kommissarischen Direktionsleiter der Dienststelle Bad Hersfeld, seinem Kollegen und Stationsleiter Thomas Jungk sowie dem Leiter der Abteilung "Einsatz" im Polizeipräsidium Osthessen, Dirk Stippich, machte sich der Minister ein eigenes Bild vor Ort.
Sicherheit als lokaler Schwerpunkt
Dass Bad Hersfeld für Sicherheit steht, unterstrich der Minister bei seinem Besuch deutlich. Roman Poseck betonte: "In Bad Hersfeld wird Sicherheit großgeschrieben. Das Straftatenaufkommen ist innerhalb eines Jahres über 20 Prozent zurückgegangen." Die statistische Entwicklung gibt ihm recht. Die Zahl der Straftaten sank von 3.736 Fällen im Jahr 2024 auf 2.925 im Jahr 2025. Ein Rückgang um 22 Prozent. Auch die Häufigkeitszahl je 100.000 Einwohner fiel von 4.832 auf 3.843 und liegt damit weit unter dem hessischen Durchschnitt.

Der leitende Kriminaldirektor, Dirk Stippich im Gespräch mit Roman Poseck. ...

Roman Poseck im Gespräch Stefanie Klee (CDU)
"Diese Zahlen belegen eine positive Entwicklung für die Sicherheit vor Ort, die auch das subjektive Sicherheitsgefühl der Bürger erhöht", so Poseck. Dass hinter diesen Zahlen harte Arbeit steckt, zeigte sich bei der Begleitung von Schwerpunktkontrollen. Gemeinsam mit Direktionsleiter Johannes Höfer nahm der Minister Einblick in die Praxis. Ob Restaurantkontrollen durch den Zoll zur Prüfung von Arbeitszeit- und Sozialversicherungspflichten oder das konsequente Einschreiten gegen E-Scooter-Fahrer in der Fußgängerzone – das Ziel war klar. Poseck stellte fest: "Es ist wichtig, dass die Polizei Präsenz zeigt und klar macht, dass Verstöße geahndet werden. Rechtsfreie Räume gibt es nicht. Polizeipräsenz und verstärkte Kontrollen erhöhen die Sicherheit und schaffen Vertrauen." Eine Person, die sich bei einer Kontrolle nicht ausweisen konnte, musste zur Identitätsfeststellung auf die Dienststelle gebracht werden.
Großveranstaltungen und Dialog
Der Minister hob zudem die logistische Leistung der Polizei hervor. "Mit Bad Hersfeld verbinde ich vor allem zwei große Veranstaltungshöhepunkte. Das älteste Volksfest Deutschlands, das Lullusfest, das jährlich mehr als 500.000 Besucher anzieht. Und die Bad Hersfelder Festspiele, die regelmäßig über 100.000 Zuschauer begeistern. Beide Großereignisse erfordern von der Polizei ein hohes Maß an Sicherheit. Dank der sehr guten Vorbereitung und der guten Zusammenarbeit mit der Stadt gelingt es, diese Veranstaltungen sicher zu gestalten."
Modernisierung und Zukunft
Neben den operativen Einsätzen stand der Austausch über Konzepte wie KOMPASS (KOMmunalProgrAmmSicherheitsSiegel) im Fokus. Hierbei arbeiten Polizei und Kommunen eng zusammen, um Angsträume zu identifizieren und Prävention aktiv zu gestalten. Ein weiteres Kernthema war die digitale Modernisierung. "Wir investieren massiv in die digitale Infrastruktur, damit die Beamten mehr Zeit für ihre eigentliche Aufgabe haben: die Sicherheit der Menschen", erklärte der Innenminister.
Zum Abschluss seines Besuchs, an dem auch die CDU-Landtagsabgeordnete Stefanie Klee teilnahm, drückte Poseck seine Wertschätzung aus: "Ich danke den Beamten für ihren herausragenden Einsatz für unsere Sicherheit. Ganz besonders danke ich den Polizisten der Polizeistation Bad Hersfeld, die mir heute einen Einblick in ihre Arbeit verschafft haben. Wer Sicherheit verspricht, muss die kennen, die sie täglich herstellen."
Mit den Eindrücken aus der Festspielstadt im Gepäck setzt der Minister seine Tour durch Hessen fort. In Bad Hersfeld bleibt die Gewissheit, dass die spezifischen Herausforderungen einer Region, die zwischen ländlicher Idylle und wichtigem Verkehrsknotenpunkt liegt, in Wiesbaden mit Nachdruck gehört werden. (Jürgen Böthig) +++