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21.05.11 - Fulda

"Erinnerung an Angst" - Stefanie ANGELSTEIN (90) Zeitzeugin im Geschichtsunterricht

Die Ur-Fuldaerin Stefanie Angelstein war am Freitag zu Besuch in der Klasse 10a der Heinrich-von-Bibra Schule. Da das Thema „2. Weltkrieg“ zurzeit im Geschichtsunterricht behandelt wird, fragte eine Enkelin die 90-Jährige, ob sie nicht im Rahmen des Unterichtes über Ihre persönlichen Erlebnisse berichten wolle. Zu Fragen zum Nationalsozialismus bis zum Ende des 2. Weltkrieges bekamen die neugierigen Schüler eine ausführliche Antwort. Stefanie Angelstein zeigte zuerst ein paar Bilder aus ihrem Leben und auch Aufnahmen von Fulda während des Krieges.

Auch eine Zeichnung von ihrer heimatlichen Umgebung bekamen die Schülerinnen und Schüler zu sehen, darauf eingezeichnet alle Bombentreffer, die rund um das Elternhaus fielen: ein erschreckender Anblick bei diesem "Glück im Unglück". Die damals 23-Jährige erinnert sich: "Unser Haus blieb verschont, nur ein paar Ausbesserungen an Fenstern oder Decken, bei denen sich ein paar Brocken lösten,waren notwendig".Auf die Frage, wie es ihr während des Krieges ergangen sei, bekannte die 90-Jährige: "Es wäre gelogen, wenn ich sagen würde, es ging mir im Krieg schlecht. Dadurch, dass ich in der Molkerei arbeitete, bakamen wir immer mal etwas Käse und Milch, welche wir uns kaufen konnten. Dadurch musste ich nicht gerade hungern".Aber sie machte auch deutlich, dass es den Leuten in Großstädten damals weitaus schlechter ergangen sei, als in Fulda. Trotzdem habe man täglich in Angst gelebt. Angst, dass jeden Moment die Flieger kommen und Bomben fallen könnten, ebenso Angst, dass man wegen einer "falschen Behauptung oder Einstellung" weggebracht würde.

Auch Fragen zum BDM (Bund Deutscher Mädel), dem Alltagsleben und zu besonderen Ereignissen wurden den Schülerinnen und Schülern ausführlich beantwortet. Zur Veranschaulichung hatte Stefanie Angelstein alte Briefe, Auszeichnungen und vieles mehr mitgebracht. Die Schülerinnen und Schüler fanden es vor allem bewundernswert, dass Frau Angelstein so viele Bilder und Dokumente aufbewahrt und in ihrem hohen Alter noch die Energie hat, frei vor einer Klasse zu reden.Die Klasse 10a möchte sich auf diesem Wege noch einmal recht herzlich bei ihr bedanken, für die Zeit, die sie den Schülern geopfert hat und die Mühe, die sie in diesen Vortrag gesteckt hat. Auch der Geschichtslehrerin gebührt der Dank der Klasse für die Möglichkeit, solch ein Projekt durchzuführen.+++





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