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- Fotos: "Hessen-Forst - Forstamt Schotten"

20.04.12 - SCHOTTEN

Sensation im Oberwald: Wildkatze gesichtet - Beweise durch Fotofallen

Im Oberwald gibt es wieder Wildkatzen. Zumindest konnte durch eine Fotofalle eine Wildkatze gesichtet werden. Das zuständige Forstamt in Schotten ist darüber begeistert. Wanderer und Spaziergänger brauchen keine Angst haben. "Die Wildkatze ist ein scheues Tier und nachts aktiv. Höchstens die Mäuse müssen sich vor ihr fürchten", sagte Forstamtsleiter Berndt Ott gegenüber osthessen-news. Im Rahmen der landesweiten Artenpatenschaften von Hessen-Forst kümmert sich des Vogelsbergforstamt Schotten um den Luchs. Dazu sind im Staatswald neun Wildbeobachtungskameras dauernd installiert. Bei der Winterauswertung wurden erstmals im Monat Januar eine Wildkatze, die kleine Verwandte des Luchses photographiert. Das scheue Tier ist nachtaktiv und daher selten zu beobachten.

Erstmalig gelang der Fotonachweis von der Existenz der Wildkatze im Oberwald. Im Rahmen des Artenschutzprojektes „Luchs“ des Forstamtes Schotten, bei dem mittels Fotomonitoring mit automatisch arbeitenden Fotofallen die Anwesenheit von Luchsen im Vogelsberg nachgewiesen werden soll, ist als sensationeller „Nebeneffekt“ der erstmalige Fotonachweis der Anwesenheit der Wildkatze im Oberwald gelungen.

Die überaus scheue Wildkatze, die bisher im Vogelsberg nur in ganz seltenen Einzelfällen beobachtet werden konnte, bevorzugt als Lebensraum große unzerschnittene Wälder und eine strukturierte Vegetation mit vielen Versteckmöglichkeiten. Sie liebt aufgelockerte Baumbestände mit viel Totholz und Baumhöhlen, die sie oft als täglichen Schlafplatz benutzt.. Ein wichtiger Lebensraumfaktor ist das Vorhandensein von zahlreichen Beutetieren, die deutlich kleiner sind als sie selbst. Sie ernährt sich zu 90 % von Mäusen, was besonders die Waldbesitzer zu schätzen wissen. Die Mäuse nagen besonders im Winter an der Rinde junger Kulturpflanzen und bringen die Bäumchen nicht selten zum Absterben. Seltener gehören Kleinvögel, Eidechsen und Insekten zu ihrem Beutespektrum.

Die Reviergröße eines „Wildkaters“ (Kuder) liegt bei ca. 4.000 ha, während die Katze „nur“ ca. 500 – 1.000 ha in Anspruch nimmt. Zur Aufzucht der Jungen werden trockene und warme Plätze (Baumhöhlen / Felsenhöhlen) benötigt. Die Paarungszeit liegt im Mittel zwischen Januar und März. Nach einer Tragzeit von ca. 65 Tagen wirft die Katze zwischen März und September (meistens aber im April) in der Regel 2- 4 Jungtiere. Ein erwachsener Kuder kann ein Gewicht zwischen 3 und 8 Kilogramm erreichen, während die Katze 5 Kilogramm schwer werden kann. Ihre Schulterhöhe liegt bei ca. 40 cm und sie erreicht eine Länge (Kopf bis Schwanz) von ca. 80 cm. In der Natur kann sie maximal 10 Jahren alt werden. Die Wildkatze ist ein Indikator für einen naturnahen und vernetzten Waldlebensraum. Wo sie sich wohlfühlt, dort sind auch gute Lebensbedingungen für den Luchs vorhanden. Die nächsten bestätigten Wildkatzenvorkommen liegen im Taunus und im Spessart.

Ihre Erkennungsmerkmale sind das mehr oder weniger grau-braune, schwarz getigerte Fell und ganz besonders die drei schwarzen Schwanzringe sowie das schwarze, stumpf wirkende Schwanzende. Sollte Ihnen bei Ihrem Waldspaziergang eine Katze mit den beschriebenen Merkmalen begegnen, dann informieren sie bitte das Forstamt Schotten von Ihrer Beobachtung. Das gleiche gilt auch für den Fund einer toten Wildkatze am Straßenrand. Wildkatzen stehen unter strengem Naturschutz und dürfen nicht gejagt werden. "Die bestätigte Anwesenheit der Wildkatze ist eine wertvolle Bereicherung unserer Vogelsberglandschaft und ein Hinweis für die natürliche Ursprünglichkeit unserer Wälder", erklärte das Forstamt in seiner Pressemitteilung. +++

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