30.09.12 - Fulda

"Bellen Rettet Leben" - neue BRH-Rettungshundestaffel wurde in Fulda gegründet

Jedes Jahr werden in Deutschland etwa 100.000 Menschen als vermisst gemeldet- Viele von ihnen haben sich verlaufen, hatten einen Unfall, oder bekamen beim Waldspaziergang gesundheitliche Probleme. Es sind oft alte Menschen und sehr viele Kinder (etwa 40.000!) und die meisten haben eines gemeinsam: Sie befinden sich unter Umständen in einer lebensbedrohlichen Situation, aus welcher sie selbst keinen Ausweg finden können. Wenn Menschen unter Trümmern begraben sind, ist ebenfalls höchste Eile geboten. Die Suchleistung, welche ein ausgebildeter Rettungshund mit seiner Nase vollbringen kann, ist manchen technischen Mitteln weit überlegen bzw. ergänzt deren Einsatz optimal. (Eine ausführliche Selbstdarstellung gab es am gestrigen Samstag beim "Tag der Reservisten" - siehe ON-Bericht am heutigen Sonntag unter http://osthessen-news.de/beitrag.php?id=1220421 )   

Schon lange gab es Bemühungen, im Landkreis Fulda eine einsatzorientierte und über einen Verband organisierte Rettungshundestaffel zu gründen. Erst durch den Zusammenschluss von bereits erfahrenen Rettungshundeführern, die zum größten Teil vorher schon gemeinsam in einer Staffel gearbeitet hatten, konnte dieses Projekt zum 16.06.2012 durch die Vereinsgründung der „BRH-Rettungshundestaffel Fulda e.V.“ realisiert werden. Damit gibt es jetzt neben der "Rettungshundestaffel Hessen-Ost" ein zweiter Verein mit dieser Ausrichtung.   

Da es in Deutschland für Rettungshundestaffeln in Bezug auf Ausbildung, Ausrüstung und Einsatzüberprüfung keine einheitlichen Richtlinien gibt, und somit auch sehr unterschiedliche Qualitätsstandards bestehen, hat sich die „BRH-Rettungshundestaffel Fulda e.V.“ dem „BRH – Bundesverband Rettungshunde e.V.“ angeschlossen. Dieser Verband hat es sich, seit seiner Gründung im Jahre 1976, zur Aufgabe gemacht, die Stärken und die Schlagkraft der regionalen Rettungshundestaffeln in einer Dachorganisation zu bündeln. Ziel hierbei ist es, ähnlich wie auch bei anderen Organisationen im Katastrophenschutz, gemeinsame und verbindliche Ausbildungs- und Einsatzrichtlinien zu entwickeln und anzuwenden, die gleichsam für die Hunde, die Hundeführer, die Einsatzhelfer, die Ausbildungsleiter und die Zugführer, also für alle am Einsatz beteiligten Kräfte wirksam sind.

Der „BRH – Bundesverband Rettungshunde e.V.“ ist nicht nur die älteste, sondern inzwischen auch die größte rettungshundeführende Organisation in Deutschland. In über 70 Staffeln stehen mehr als 600 geprüfte und einsatzfähige Rettungshundeteams bereit. Nach hunderten Trainingsstunden, fortwährender Aus- und Weiterbildung, Prüfungen und Einsatzübungen sind diese zuverlässig in der Lage, vermisste, oder verschüttete Menschen, auch unter schwierigen Bedingungen zu finden und aus einer möglicherweise lebensgefährlichen Situation zu retten. Dass im Jahr 2010 mehr als 60 Menschen von BRH-Rettungshundeteams gefunden wurden spricht deutlich für die Qualität der biologischen Ortung.   (Weitere Info zum BRH unter: www.bundesverband-rettungshunde.de).          

Die Ausbildung der Rettungshundeteams der „BRH – Rettungshundestaffel Fulda e.V.“ erfolgt zum einen über die staffelinterne Ausbildungsleitung (Der BRH ist die einzige rettungshundeführende Organisation die hierfür zertifizierte Ausbilder einsetzt), und zum anderen in einem der eigenen Ausbildungszentren des Bundesverbandes.   Die „BRH - Rettungshundestaffel Fulda e.V.“ verfügt derzeit bereits schon über 19 aktive Mitglieder mit insgesamt 22 Hunden, die gemäß den Richtlinien des „BRH - Bundesverband Rettungshunde e.V.“ in folgenden Bereichen ausgebildet und geprüft werden:

Flächensuchhunde

Zu den wichtigsten Ausbildungsgrundlagen der Flächensuchhunde zählt das Anzeigen vermisster Personen, die selbständige Sucharbeit, aber auch die Zusammenarbeit mit dem Hundeführer, um eine vollständige Flächendeckung des Gebietes zu gewährleisten. Sorgsam wird der Hund im Laufe der Ausbildung an immer größere und komplexere Aufgaben herangeführt. Während bei Ausbildungsbeginn die Erarbeitung einzelner Trainingssegmente im Vordergrund steht, werden später immer mehr Elemente miteinander verbunden, und die Suchkondition des Hundes stetig weiter gesteigert.

Trümmersuchhunde

Trainingsschwerpunkt für die Trümmersuchhunde ist das Auffinden und Anzeigen verschütteter Personen unter den verschiedensten Bedingungen. Das sichere Aufnehmen und Ausarbeiten von sehr geringer Witterung ist für den Trümmerhund ein wichtiger Teil der Ausbildung, genauso wie das eigenständige Annehmen und Erarbeiten unterschiedlichster Trümmerstrukturen in der Begehung. Ein weiteres Element der Trümmerausbildung bildet die Lenkbarkeit des Hundes, um ihn gezielt in verschiedene Abschnitte schicken, aber auch von Gefahrenbereichen fernhalten zu können. Für Einsätze im Ausland ist eine zusätzliche Qualifikation erforderlich.

Personensuchhunde (Mantrailer)

Die häufige Frage, ob der Rettungshund einen Socken von der vermissten Person vor die Nase gehalten bekommt, damit er weiß, wen er suchen soll, kann man bei dieser Suchart endlich einmal mit „Ja!“ beantworten. Der Mantrailer sucht, anders als der Trümmer- oder Flächensuchhund, immer eine ganz bestimmte Person. Er erhält den Suchauftrag anhand eines Gegenstandes, an dem möglichst nur der Geruch der vermissten Person haftet. Die Suche beginnt meist dort, wo die Person ganz sicher das letzte Mal gesehen wurde oder sogar losgegangen ist. Der Hund sucht die Person anhand ihrer Spur. Die Ausbildungsdauer der Hunde in den einzelnen Bereichen beträgt 2-3 Jahre.  

Nach dem Ablegen der ersten Prüfungen und der in Hessen vorgeschriebenen Überprüfung durch einen Verantwortlichen der Polizei wird die „BRH – Rettungshundestaffel Fulda e.V.“ voraussichtlich ab Mitte des kommenden Jahres einsatzfähig sein um bei der Suche nach vermissten Personen die Polizei und Feuerwehr entsprechend zu unterstützen.   Die „BRH – Rettungshundestaffel Fulda e.V.“ setzt sich ausschließlich aus ehrenamtlichen Mitgliedern zusammen und ist auf die finanzielle Hilfe aus Spenden und sonstigen Unterstützungen angewiesen.  Wer Interesse an der Rettungshundearbeit hat findet hierzu weitere Informationen unter: www.rettungshundestaffel-fulda.de  +++





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