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17.12.12 - Fulda

Einjähriges Jubiläum: Positive Resonanz für„Nightfever“ im Bistum

Das sechste Nightfever in der Heilig-Geist-Kirche Fulda war am vergangenen Samstagabend zugleich ein Jubiläum: Die Jugendbewegung, die Passanten mit einer Kerze in die Kirche zu Jesus in der Monstranz einlädt, feierte ihr einjähriges Bestehen im Bistum Fulda. Matthias Flittner ist einer der ehrenamtlichen Jugendlichen, die seit Anfang an den Gebetsabend in der Fuldaer Innenstadt mitgestalten: „Wir sind immer wieder erstaunt, dass konstant etwa 50 Jugendliche aus dem Bistum zusammenkommen, um sich beim Auf- und Abbau sowie bei der Durchführung des offenen Gebetsabends zu engagieren. Die positive Resonanz der Menschen, die von der Straße in die Kirche hineinkommen, motiviert uns Ehrenamtliche, Zeugnis von unserem Glauben an Christus zu geben. Bemerkenswert ist, dass immer wieder neue Jugendliche dazukommen. Dieses Mal kamen auch Jugendliche aus Marburg, Kassel und der thüringischen Rhön nach Fulda, um bei dieser besonderen Begegnung und Verkündigung dabei zu sein.

Insofern wird das Einzugsgebiet immer größer und auch mehr und mehr Gruppen unterstützen uns", so Flittner, der die Arbeit der Helfer koordiniert. Lorena Gensler, eine 19-jährige Abiturientin aus Fulda, ist durch ihre Eltern und den großen Facebook-Auftritt von Nightfever Fulda auf den Abend aufmerksam geworden. „Die ersten Male habe ich mir den Abend einfach nur angeschaut. Dann wollte ich aber selber mitmachen, weil mir die Gemeinschaft im Glauben so gut tat. Hier treffe ich Jugendliche, die sich, wie ich mit den Glauben an Christus identifizieren. Das ist heute nicht selbstverständlich", so die Schülerin begeistert.

Pfarrer Thomas Maleja aus Flieden war Hauptzelebrant und Prediger beim einjährigen Jubiläum von „Nightfever". Er machte den Kerngedanken des Abends, das Hinausgehen auf die Straße und Einladen von verschiedenen Menschen, zum Thema seiner Predigt. „Heute meinen viele, Religion sei Privatsache und das Unheil beginne dort, wo die Kirche die Sakristei verlässt", so der Priester in der Abendmesse zum dritten Advent. Der Säkularismus mit seiner Auffassung, nichts Heiliges könne die Gesellschaft stören, sei weit verbreitet. „Da stellt uns der dritte Adventssonntag den Heiligen Johannes den Täufer vor. Er ist das Gegenteil der Maulkorbverleihung. Er tritt gegen Herodes Antipas auf und erhebt das Wort gegen die Missstände der damaligen Welt. Er blieb, wie auch die anderen Propheten, mit seiner Botschaft nicht im Privaten, sondern machte klar: Gott hat in dieser Welt das Recht, gehört zu werden. Das ist auch heute so. Es ist eben um Gottes Willen nicht egal, wie mit ungeborenem Leben oder mit alten Menschen umgegangen wird", so Maleja, der viele Jahre Jugendpfarrer im Bistum Fulda war.

Johannes der Täufer könne den Jugendlichen aber noch mehr sagen. „Ich glaube, er war ein verschmitzter Schelm, der Humor hatte, allein schon weil er in Kamelhaaren umherlief. Er war ein authentischer Mensch, der eine große Freude im Herzen trug, Kind Gottes sein zu dürfen. Genau das brauchen wir auch heute. Mit trauriger Miene können wir niemanden begeistern. Seid froh und selbstbewusst und baut mit an der Kirche des Herrn. Jeder kann Werkzeug sein und seine frohe Botschaft in der Welt verkünden", ermutigte Maleja die anwesenden Jugendlichen in der bis auf den letzten Platz besetzten Kirche. In der Katechese am Abend betonte Thomas Maleja sein Plädoyer für ein Handeln in der Gesellschaft aus dem katholischen Glauben heraus. „Kirche hat etwas mit unserer Welt zu tun, da sie das Abendland entscheidend geprägt hat.

Die Kirche ist besonders im Mittelalter kulturschaffend gewesen", so Maleja. Ob die Entwicklung in Bildung und Landwirtschaft oder der Städtebau mit Universitäten und Handel, überall hätte die Kirche mit Klöstern und Ordensgemeinschaften entscheidende Impulse gesetzt, die sich später von Europa aus in die ganze Welt verbreiteten. „Erst im 18. Jahrhundert kam Europa mit Beginn der Aufklärung in eine tiefe Krise. Die Menschen sahen die Religion als eine überholte Struktur an und suchten ihr Glück ausschließlich im Hier und Jetzt. Gott und Kirche wurden immer mehr an den Rand gedrängt. Das blieb bis zum 20. Jahrhundert so, das mit den Weltkriegen und dem Stalinismus mit vielen Millionen Toten das grausamste für die Menschheit war."

Maleja ermutigte die Jugendlichen, nicht zu verzagen, da das 20. Jahrhundert auch das Jahrhundert mit den meisten Heiligen gewesen sei. Es gab viele mutige Menschen, die Glauben und Menschlichkeit in die Welt gebracht haben. Dazu gehöre auch Papst Johannes Paul II., der durch seine vielen Reisen Frieden und Versöhnung unter den Völkern gestiftet habe. „Angesichts der Qualität der Päpste, von denen im 20. Jahrhundert wie in noch keinem Jahrhundert zuvor so viele heilig gesprochen wurden, dürfen wir zuversichtlich auf Gottes Handeln in unserer Welt vertrauen. Wir dürfen frohe Zeugen der frohen Botschaft sein. Macht euch das bewusst und handelt danach: Die Welt kann von uns etwas lernen", schloss Pfarrer Maleja seine Katechese.

Der Gebetsabend begann mit der Heiligen Messe um 18:30 Uhr. Danach war Jesus Christus in der Monstranz bis Mitternacht ausgesetzt. Mehrere Bands gestalteten musikalisch den Abend, unterbrochen von Stille und verschiedenen Texten zum Nachdenken vor dem Allerheiligsten. Viele verschiedene Menschen nahmen die Einladung auf der Straße an, kamen in die Kirche und entzündeten ihre Kerze am Altar. Zudem gab es die Möglichkeit Gebetsanliegen zu schreiben, mit einem Priester zu sprechen oder zu beichten. Der Abend endete mit dem Nachtgebet und dem feierlichen Segen. Das nächste „Nightfever" ist am 16. Februar 2013 in der Heilig-Geist-Kirche Fulda.

Interviews:

*Andreas Enders*

Alter: 19

Wohnort: Fulda

Beruf: Schüler

Wie bist du auf „Nightfever" aufmerksam geworden?

Die Heilig-Geist-Kirche ist meine Heimatpfarrei. Hier wurde ich getauft und war Messdiener. Ich engagiere mich im Pfarrgemeinderat und habe dort bei den ersten Gesprächen mit teilgenommen. Zeitgleich wurde ich auch von einem Freund angesprochen, bei Nighfever mit zu machen.

Warum engagierst du dich bei „Nightfever"?

Ich war beim Weltjugendtag in Australien und habe dort den Abend der Versöhnung erlebt. Der hat mich so begeistert, dass ich bei jedem „Nightfever" daran erinnert werde und mit Spaß und Freude dabeigeblieben bin.

Was war bisher dein schönstes „Nightfever"-Erlebnis?

Ich habe durch den Gebetsabend eine gute Freundin kennengelernt, mit der ich in einem guten und starken Kontakt bin. Sie ist auch im Glauben verankert.

Warum gehst du bei „Nightfever" vor die Kirche und sprichst auf der Straße Menschen an?

Weil die Leute, die rauskommen, immer einen positiven Eindruck auf mich machen. Manche fragen nach dem nächsten Termin oder verabschieden sich. Ich hatte auch schon mal ein längeres Gespräch mit einer evangelischen Pastorentochter, die ganz begeistert davon war, dass es so was in der katholischen Kirche gibt. Sie hat es sich für die evangelische Kirche

auch gewünscht, ich meinte, sie können auch katholisch werden. Das war ihr dann doch etwas zu schnell. Den Youcat wollte sie nicht nehmen, aber dafür ein paar „Ja zur Kirche"-Aufkleber.

*Lorena Gensler*

Alter: 19

Wohnort: Bimbach

Beruf: Schülerin

Wie bist du auf „Nightfever" aufmerksam geworden?

Meine Eltern wiesen mich zuerst darauf hin. Dann schaute ich in Facebook nach und war ganz überrascht von dem großen Auftritt. Als ich auf dem Fest des Glaubens persönlich eingeladen wurde, kam ich und war gleich begeistert. Nach dem zweiten Mal wollte ich aktiv mitmachen.

Warum engagierst du dich bei „Nightfever"?

Ich bekomme immer auf irgendeine Art und Weise Kraft im Glauben. Hier treffe ich Jugendliche, die sich, wie ich mit den Glauben an Christus identifizieren. Das ist heute nicht selbstverständlich. Diese Gemeinschaft ist großartig.

Was war bisher dein schönstes „Nightfever"-Erlebnis?

Das schönste ist jedes Mal vorn bei der Monstranz eine Kerze anzuzünden. Da kann ich in mich selber hineinhorchen, Gott ganz nahe sein und mit anderen Jugendlichen anbeten.

Warum gehst du bei „Nightfever" vor die Kirche und sprichst auf der Straße Menschen an?

Es ist eine echte Form der Nächstenliebe. Man kann mit seiner eigenen Persönlichkeit auf jemanden ganz Fremden zugehen und ihm das geben, was man gerne macht und es so auf ihn übertragen.+++


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