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- Fotos: Gudrun Schmidl
18.02.13 - BAD HERSFELD
Faust trifft auf pfiffige Einfälle - Holzskulpturen von Martin SCHAUB
Mit „Faust und Anderes" ist die Ausstellung des Künstlers Martin Schaub aus Rotenburg a.d. Fulda betitelt, die am Sonntag im Erdgeschoss der Galerie im Stift durch Stadträtin Birgit zum Winkel eröffnet wurde. Der Schwerpunkt seiner künstlerischen Arbeit ist die Holzbildhauerei. Motive aus der Natur, Literatur und Religion gestaltet er besonders gern. Die zahlreichen Gäste äußerten sich begeistert über die gezeigten Skulpturen, zu dem der „Tausendfüßler" gehört, bei dem sich vom Feldmarschall bis zum Punk alle dem Fortschritt fügen müssen.
Martin Schaub, der 1944 in Krakau geboren wurde, studierte von 1964-1968 an der Hochschule für Bildende Künste in Kassel und war von 1971 – 2004 als Kunstpädagoge in seiner Heimatstadt tätig, die optisch von mehreren Einzelwerken des Künstlers profitiert. Viele seiner Werke befassen sich mit Goethes Faust, wobei Martin Schaub „eine Mischung aus Sympathie für den Gelehrten und Bewunderung für einen Mann, der etwas ganz anderes versucht" antreibt. Sein „Alter-Ego" aus Lindenholz zeigt nach den Worten von Michael Held als Laudator eindrücklich die faustische Zerrissenheit. „Dadurch bekommt der Titel der Ausstellung einen hintersinnigen Sinn", bekräftigt er und ergänzt: „Die Ausstellung ist in der Festspielstadt mit der Stiftsruine, einer vergangenen Kirche, genau richtig". Die musikalische Umrahmung der Vernissage übernahmen Helgo Hahn am Klavier und Laurenz Wenk am Saxophon. Die schönen Beiträge wurden ergänzt durch angenehme Töne, die der Künstler selbst durch das Schwingen eines Drahtes, der über seine „Klangskulptur" gespannt ist, erzeugte.
Kreativen Reichtum bewusst machen
„Die Dritte Welt kann nicht nur von uns, auch wir können von der Dritten Welt lernen". Das beweist die Ausstellung „Pfiffige Einfälle für Abfälle – Kreatives Recycling in der Dritten Welt" im Dachgeschoss der Galerie im Stift, die bereits am Samstag eröffnet wurde. Der Kurator der Ausstellung, Hans Schmidt, der als Experte für Pädagogik im naturwissenschaftlichen Bereich in Ländern der „Dritten Welt" tätig war, zeigt hier die interessantesten Stücke aus seiner über Jahre zusammengetragenen Sammlung.
Zu den Themenbereichen der Ausstellung gehören auch die Erinnerungen an die Nachkriegszeit, in der das alte Sprichwort „Not macht erfinderisch" galt, der Stahlhelm zum Nachttopf wurde oder aus Fallschirmseide Blusen genäht wurden. Diese Zeit ist hierzulande längst Vergangenheit, nicht aber in den Ländern, wo diese Kreativität vielen das Einkommen für das Auskommen verschafft. Recyclingprodukte sind ein fester Bestandteil der dortigen Alltagskultur. Aus Blechdosen entstehen Henkeltassen, aus Autoreifen Sandalen und aus Glühbirnen Öllampen. In der Ausstellung werden neben Alltagsgegenständen und mit viel Kreativität gebasteltem Spielzeug auch vor Ort entwickelte und hergestellte Lehrmittel aus Schulen gezeigt. Der Besuch der Ausstellung lohnt sich besonders für Familien, Jugendliche sowie Kindergartengruppen und Schulklassen, da sie Gelegenheit für globales Lernen sowie Einblicke in fremde Kulturen und Lebenswelten bietet. Das bekräftigt Reinhold Schott vom Fachbereich Kultur, Sport und Soziales der Stadt und hofft auf reges Interesse an der von der Sparkasse Bad Hersfeld-Rotenburg, der Gesellschaft der Akademien und dem Engagement Global in Bonn geförderten Ausstellung, die bis zum 14.04.2013 zu sehen ist.
Die Galerie im Stift ist von Dienstag bis Samstag von 10.00 – 12.00 Uhr und 15.00 – 17.00 Uhr, an Sonn- und Feiertagen von 11.00 – 17.00 Uhr geöffnet. (Gudrun Schmidl) +++
„Tausendfüßler"
Laurenz Wenk (links) und Helgo Hahn
Stadträtin Birgit zum Winkel (vorn links), Michael Held (ganz rechts)
Martin Schaub und seine „Klangskulptur"
„Alter Ego"
Fahrradfelge treibt eine Haspel an
Blick zum Katharinenturm und Stadtkirche
Die Stiftsruine in Bad Hersfeld.
„Faust und Anderes"
„Die Päpstin"
„Pfiffige Einfälle für Abfälle"
Brot- und Kartoffelofen





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