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23.06.13 - NACHGEDACHT (24)

Ins Fettnäpfchen springen - Gedanken von Christina LEINWEBER

Upps, da ist aber gerade was nicht so gelaufen, wie gewollt. Ohje, was nun? Wie jetzt Schadensbegrenzung betreiben? – Kennen Sie das? Man hat gerade ein ganz unangenehmes Feld betreten – zum Beispiel hat man einen richtig blöden Satz gesagt, man hat sich gerade zum Trottel gemacht oder man hat einfach eine Aufgabe verbockt. Man steckt im redensartlichen Fettnäpfchen, gerade hat man es sich mit jemandem verdorben. Tja, schön ist das nicht – für beide Seiten. Zeit zurückdrehen geht nicht – was dann? Wenn wir merken, dass wir uns in eine missliche Lage gebracht haben?

Wichtig ist ersteinmal, bei wem haben wir das gemacht? Haben wir vielleicht einen Fehler an der Arbeit gemacht, lauert der Chef schon um die Ecke. Er wird sich nicht freuen. Vielleicht kostet uns das erst einmal sein Vertrauen in unsere Arbeitskraft. Und auf der privaten Ebene: da können wir auch genug verbocken – ein blöder Satz, eine unangebrachte Verhaltensweise, die auf Konfrontation trifft. Es gibt genug, worüber man sich schnell aufregen könnte.

Jemanden verärgern, geht also ziemlich schnell, meist reicht ein Fehler aus, um einen Besuch im Fettnäpfchen zu machen. Aber mal anders gefragt: Warum werden wir so streng bewertet? Klar, der Chef darf sich über uns ärgern, wenn wir etwas falsch gemacht haben. Aber wie oft freut er sich denn, wenn wir etwas richtig machen? Halten sich Lob und Kritik die Waage? Ich würde fast dazu neigen, dass ein Chef öfter auf Fehler hinweist, als auf Stärken, obwohl Lob ja bekanntlich mehr motivieren soll als Sanktion.

Und leider geht’s genauso im Privaten zu: Ganz oft halten wir vor, was nicht so toll läuft. Ein falscher Satz oder eine falsche Reaktion werden auf die Waage gelegt und wiegen auf einmal mehr als zehn richtige Sätze oder Reaktionen. Ganz ehrlich: Sind wir eigentlich noch ganz bei Trost? Diese Negativmalerei, dieses Überbewerten, wem bringt das etwas? Negative Dinge so viel wiegen zu lassen, ist doch anstrengend. Es gibt genug im Leben, was Gewicht hat, aber dazu sollte nicht gehören, dass man akribisch auf Fehlersuche geht. Umdenken: Was läuft gut?

Worin besteht also Schadensbegrenzung: Dem Gegenüber, vor dem wir gerade in ein Fettnäpfchen gehüpft sind, deutlich machen: Ich fühle mich hier drin auch nicht gerade wohl. Ich hab was verbockt, aber lass mich hier wieder raus kommen und dann geht’s weiter." Und eine Bitte an alle, die sehen, wie einer gerade vor ihnen ins Näpfchen gesprungen ist: Nicht immer so grausam mit dem Bewerten sein und sich auch mal klarmachen: „Der kann das eigentlich besser. Das war wohl ein Ausrutscher." Hand reichen und rausziehen, denn bekanntlich, ist ja niemand perfekt. (Christina Leinweber) +++

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ZUR PERSON: Christina Leinweber, 1988 geboren in der osthessischen Bischofsstadt Fulda, neun Jahre katholisch-private Schulausbildung – so war der Weg zum Theologiestudium für sie vorbestimmt und beschlossen. Es ging dann für vier Jahre Studium in die nächste Bischofsstadt Paderborn - inzwischen hat sie ihr 1. Staatsexamen in der Tasche. Gleichzeitig ist sie Mitarbeiterin bei osthessen-news.de, bezeichnet sich selbst als liberal-theologisch und kommentiert (seit 24 Wochen) in der neuen Serie "NACHGEDACHT" Dinge des Alltags aus ihrer persönlichen Sicht. +++

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