Einzug ins vermeintliche Paradies. - Fotos: Gudrun Schmidl

HERINGENThema: Grenzen überwinden – 5. Krippenspiel für Erwachsene am 4. Advent

23.12.13 - Dem Weihnachtsrummel im kalten Deutschland entfliehen, das ist der Wunsch der weiblichen Reisegruppe, die von ihrer Reiseleiterin (Petra Gebauer) im Hotel unter ägyptischer Sonne begrüßt wird. Damit sich alle Weihnachtsflüchtlinge hier wohl fühlen, sollen sie zu ihrer Sicherheit die eingezäunte und streng bewachte Ferienanlage nicht verlassen. „Wir haben hier alles, was wir brauchen", jubeln die Damen und reservieren sich mit ihren Handtüchern die begehrten Liegen. „Grenzen überwinden" ist das zentrale Thema des 5. Erwachsenen-Krippenspiels, das am Sonntag in der voll besetzten ev. Stadtkirche in Heringen aufgeführt wurde.

Zweiundzwanzig Protagonisten standen auf der durch den Grenzzaun getrennten Bühne. Der Erzähler (Andreas Schäfer), der das Spiel immer wieder unterbrechen muss, da die sich entwickelnden Szenen nie etwas mit dem gewohnten Bild von Weihnachten zu tun haben, bietet sich letztendlich sogar an, den fehlenden Engel durch seine Stimme zu ersetzen, denn Engel sind in diesem Krippenspiel eigentlich nicht vorgesehen. Claus Heymann, Förderschullehrer an der Heinrich-Grupe-Schule in Heringen, hat dieses Stück nicht nur geschrieben, sondern es auch mit viel Herzblut und Ideenreichtum inszeniert.

Die frühere Heringer Pfarrerin Sonja Hoster, die zunächst die Leitung des Krippenspiels für Erwachsene übernahm, holte Claus Heymann mit ins Boot, der als Kirchenvorsteher in der Gemeinde und Mitglied in der Theatergruppe „Pavillon-Theater" in Philippsthal für diese Aufgabe geradezu prädestiniert ist. Heymann bewies auch bei der Besetzung der Rollen ein gutes Gespür. Die beiden Wachposten (Martina Heinz und Matthias Hopf in Original-Uniformen) haben die Grenzanlage im Blick und verweigern den Hirten und Flüchtlingen beharrlich die Einreise nach Ägypten wegen fehlender Papiere. „Lassen sie uns zu den anderen Ausländern", fordern die verzweifelten Menschen. Derweil verzweifeln die Touristen über das Verhalten einer jungen Frau, die sich erdreistet, mit ihrem Baby auf einer markierten Liege Platz zu nehmen, um sich nach der langen, vergeblichen Suche nach einer Herberge auszuruhen.

„Sehen sie nicht, dass das mein Handtuch ist?" Maria (Rachel Googe) und Josef (Florian Köhler) wechseln auf die andere Seite und die Geschichte beginnt wieder einmal von vorn. Denn nun scheitert das Paar mit ihrem Kind auf ihrer Flucht nach Ägypten an den Grenzposten. Kaiser Augustus (Daniela Kirschner-König) und Bürokratius (Karoline Horry) verlangen verlässliche Zahlen über die Wanderbewegung, einige Touristen in ihrem „All-Inklusive-Paradies" wollen derweil das wahre Leben außerhalb ihres „Lagers" kennenlernen. „Wir sind gewohnt, uns frei zu bewegen", erklären sie und sind bereit, mit passenden Gewändern die Rollen der drei Weisen aus dem Morgenland (Denise Strube, Angela Meier, Heike Madus) zu übernehmen. Mit dem Wunsch, das neu geborene Kind zu sehen, kommen nun auch die Touristen der Neuzeit der Weihnachtsgeschichte vor über 2000 Jahren nicht nur rein geografisch näher als gedacht.

Am Ende scheinen dennoch alle Konflikte zu eskalieren. „Gibt es keine andere Sicherheit als Grenzen und Gesetze?" Diese Frage steht ihm Kirchenraum, aber auch der Anstoß, dass Gespräche über Grenzen hinweg verbinden können, es sich lohnt, Grenzen einzureißen und zu versuchen, die eigenen inneren Grenzen zu überwinden. Das tiefgründige Stück, gespielt in zwei Zeitebenen mit eindrücklichen Szenenbildern, wurde getragen durch die herausragende Leistung aller Darsteller, die ihren Rollen mehr als gerecht wurden. Die schauspielerische Leistung wurde untermauert durch die einfühlsame Musik von Markus Mehnert an der Orgel, Christopher Herzog an der Klarinette und Pfarrer Thorsten Waap mit Gesang und Gitarrenbegleitung. Für die Technik war Berthold Kessler verantwortlich. Das moderne Krippenspiel, das zum Nachdenken anregt und dennoch Hoffnung, Freude und Besinnlichkeit vermittelt, sorgte bei dem anschließenden gemütlichen Advents-Beisammensein in der Kirche für viel Gesprächsstoff. (Gudrun Schmidl)+++

Die Grenzposten sind nicht bestechlich.

Die Flüchtlinge/Hirten harren aus. Heike ...

Alle Mitwirkenden vor und hinter ...

Martina Heinz.

Das ist mein Handtuch!

Empörte Touristen kämpfen um ihre ...

Kaiser Augustus (Daniela Kirschner-König, links) ...

Matthias Hopf

Der Erzähler (Andreas Schäfer) befragt ...

Die Drei Weisen aus dem ...

Viel Applaus auch für die ...

Große Anerkennung gilt Claus Heymann ...

Sie haben doch noch eine ...


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