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Heinrich Dittmar – auf dem Turm der Walpurgiskirche, seit vielen Jahren. - Foto: als

ALSFELD Kultur ist nicht einfach da

sie hat sich vielmehr in langen Zeiträumen entwickelt

27.12.13 - Kultur ist nicht einfach da – sie hat sich vielmehr in langen Zeiträumen entwickelt. Auch das Christkindwiegen vom Turm der Walpurgiskirche. 1674 wurde es erstmals erwähnt und 1849 gingen erstmals die Sänger des Gesangverein Liederkranz-Harmonie auf den Turm, um diese Tradition fortzusetzen. So schreibt Dr. Herbert Jäkel, die Leitpersonen der Alsfelder Stadtgeschichte in den vergangenen Jahrzehnten, in einer seiner zahlreichen Veröffentlichungen.

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Seit 60 Jahren steht zwischen den einzelnen Auftritten der Sänger ein Vortrag über die Geschichte Alsfeld auf dem Programm. Und genau dieser Zeitspanne widmete Historiker Heinrich Dittmar, seit 1999 selbst mit dieser Aufgabe betraut, seinen diesjährigen Vortrag. Dittmar erinnerte daran, dass Hermann Bender im Jahre 1953 vom Gesangverein auf diese Idee kam und Alsfelds neuer Bürgermeister Georg Kratz im Jahre 1954 anregte, diese Vorträge zu einem festen Bestandteil werden zu lassen. 20 Jahre hat Hermann Bender, so Heinrich Dittmar weiter, die Vorträge gehalten. Danach übernahm Dr. Herbert Jäkel, Stadtarchivar, Vorsitzender des Museumsvereins und des Verkehrsvereins, 25 Jahre lange die Aufgabe. Heinrich Dittmar führte diese Aufgabe weiter.

Süffisant, an Bürgermeister Stephan Paule gewandt, meinte H, „der Turm steht über der Stadt, über dem Rathaus. Was hier oben gesprochen und erzählt wird, hat eben ein etwa um 40 Meter höheres Niveau als Magistratsberatungen. Wir sind zwar hier oben nicht besser, aber wir werden von den Leuten verstanden."

Danach ließ Heinrich Dittmar die wichtigsten Vorträge, die beim Christkindwiegen in den letzten sechs Jahrzehnten gehalten wurden, noch einmal kurz Revue passieren. „Alte Bauten" in Alsfeld, „Die Glocken", „Die Kirchenuhr", „Die Liederbach in der Stadt", waren Vorträge von Hermann Bender. Dr. Herbert Jäkel berichtete über „Den Wasserleitungsbau", „Der Nachtwächter", „Der Wächter an der Schwalm" einer Politik um die Jahre 1848 und vieles andere mehr. „Bier, Bomben, Bananen", der Keller in der Marburger Straße oder „Die Gaak" von Heinrich Dittmar lauteten einige Themen in der Vergangenheit.

Heinrich Dittmar erinnerte auch an Landrat Dr. Kurt Mildner, der – wie alle seine Amtsnachfolger auch im neuen Vogelsbergkreis – immer dem Christkindwiegen beiwohnten. Eine Selbstverständlichkeit war die Teilnahme der Alsfelder Bürgermeister Georg Kratz, Dr. Jochen Zwecker, Hans-Ulrich Lipphardt, Herbert Diestelmann, Ralf Becker und jetzt Stephan Paule. Dittmar erinnerte auch an die Vorsitzenden des Gesangvereins Liederkranz-Harmonie und nannte Heinrich Post, Karl Jakob, Hans-Otto Schneider, der sich bis heute auch zum Turm-Dirigenten hochgearbeitet hat. Zu erwähnen sind noch Dieter Weiß, Christel Popp und die aktuelle Vorsitzende Ingrid Kober.

Abschaffen, so Heinrich Dittmar, wollte man das Christkindwiegen mehrfach. Im Jahre 1750 regte der damalige Landgraf an, das Singen zu unterlassen. Das Christkindwiegen, das auch, so Heinrich Dittmar, in einigen anderen Städten wie Korbach, Soest, Meißen und in Lauterbach stattfindet, hat aber weiterhin Bestand. Heinrich Dittmar weiter: „Das Christkindwiegen muss bleiben! Es macht den Menschen Freude und entwickelt immer wieder Empfindsamkeit und Feingefühl, das die Menschen gerade in der Weihnachtszeit benötigen." Früher, heute und auch in Zukunft!  (als)   +++


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