VORGESTELLT - Fuldaer Randstaaten (2)
Carnevals Club Haimbach: Amerikanische Tradition fortführen

Der erste Haimbacher Westendmarshall: Thomas Fischer, Richard Harrington, A... - Fotos (3): Archiv CCH
26.01.17 - "Es geht nie alleine, es geht im Fasching immer nur zusammen", ist sich Uwe Lengsfeld, das langjährige Mitglied des Carneval Clubs Haimbach sicher. Seit Anfang der 60er Jahren besteht der Karnevalsverein und gehört zu den 14 Rand- und Bundesstaaten des Fuldaer Karnevals, neben der Fuldaer Karneval-Gesellschaft (FKG). Die sieben eigenen Veranstaltungen sind mit circa 270 Personen immer gut besucht. In erster Linie geht es dem ersten Vorsitzenden Lengsfeld aber vor allem darum, das karnevalistische Brauchtum am Leben zu halten. Denn davon kann der CCH einiges aufweisen.
Walter Klug, heutiges Ehrenmitglied vom CCH, kam im Jahr 1961 bei einer geselligen Veranstaltung des Sportvereins auf die Idee, dass auch in Haimbach "echter Karneval“ gefeiert werden soll. Diese Idee fand sofort großen Anklang, sodass 1962 die erste offizielle Kampgange in Haimbach gefeiert wurde. Diese wurde durch eine gemeinsame Fastnachtsabteilung des Sportvereins und der Chorvereinigung Sängerlust Haimbach organisiert. Erster Präsident war das heutige Ehrenmitglied Walter Klug, da er als einziger schon über gewisse närrische Erfahrungen verfügte. Natürlich musste auch ein närrischer Regent her – und so konnte Willi Reinhardt als "Prinz Willi I. von Tobloronien" die Haimbacher Narrenschar anführen. Alle Veranstaltungen fanden im Saal der Gaststätte "Goldener Stern“ statt – auch bekannt unter dem Namen "Theißische Katakomben“. Der erste Rosenmontagsumzug zog 1965 durch die Straßen von Haimbach.
Die erste Hainbacher Tanzgarde, die im Jahr 1967 gegründet wurde Die "amerikanischen Freunde" nahmen Anfang der 70er Jahre mit großem Engage... Erster Vorsitzender Uwe Lengsfeld und zweiter Vorsitzender Ralf - Foto: Luisa Diegel Durch Kontakte aus dem damaligen Elferrat war im Jahre 1964 das erste Mal ein Verein aus Frankfurt zu Besuch bei den Haimbachern. Und so entstand auch der Schlachtruf von Westend: "Halali, töff töff." "Ein Jäger rief den verbalen Gruß aus der Jägersprache 'Halali' in den Raum. Daraufhin sagte ein Haimbacher, der gerade den Raum betrat, 'töff töff'. Und deshalb heißt unser Schlachtruf bis heute 'Halali, töff töff'", erzählt erster Vorsitzender Uwe Lengsfeld im Gespräch mit OSTHESSEN|NEWS.![]()
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Weitere Höhepunkte der Vereinsgeschichte waren 1967 Gründung der Tanzgarde, die in diesem Jahr ihr 50 jähriges Jubiläum feiert. 1977 die Gründung des Männerballetts. 1979 wurde das Bürgerhaus in Haimbach neuer Veranstaltungsort. 1989 die Einführung der Weiberfastnacht als eigene Veranstaltung. 1991 fand wegen des ersten Golfkrieges kein RoMo-Umzug in Fulda statt, deswegen lud Pfarrer Werner Schräder die Fuldaer Karnevalisten zu einem Friedensgottesdienst in die Kirche von Haimbach ein. Dieser Gottesdienst wird mittlerweile in der Stadtpfarrkirche gefeiert, nachdem die Haimbacher Kirche „zu klein“ geworden war. 2001 nahmen die aktiven des CCH am Hessentagumzug in Dietzenbach teil. Eine ganze Menge was der CC Haimbach so bietet. 385 Personen als Mitgliederinnen und Mitglieder zählt derzeit der Verein, von denen 175 die Fastnacht aktiv mitgestalten.
Ursprung in Amerikanischen Nordstaaten
Der Verein besuchte immer mehr Fremdensitzungen, ein Highlight davon war in den 90er Jahren der Einmarsch beim Westend in der US-Kaserne. Die Amerikaner nahmen schon Anfang der 70er Jahre mit großem Engagement an der Fuldaer Fastnacht teil und prägten auch jährlich den Rosenmontagsumzug mit einem eigenen Prunkwagen. Mit dem Fall des "Eisernen Vorhangs" wurde das Black-Horse-Regiment außer Dienst gestellt und die Amerikaner verließen die Stadt. Auf Anraten des damaligen Oberbürgermeisters Dr. Wolfgang Hamberger haben die Haimbacher dann durch Thomas Fischer das Amt des ersten Westendmarshalls übernommen, um die amerikanische Tradition fortzuführen.
Dies sieht man auch noch heute an den symbolträchtigen Uniformen der Marshallmannschaften und dem Westendgefolge. Diese Uniformen und Kostüme haben nämlich ihren Ursprung in den Amerikanischen Nordstaaten. "Die Amerikaner sind damals so durch die Stadt gelaufen, deshalb wollen wir heute auch so die Uniformen in Fulda präsentieren. Mit dieser Anlehnung haben wir aus meiner Sicht die richtige Entscheidung getroffen", sagt Lengsfeld. In Anlehnung an die Amerikaner wurde auch der Schlachtruf der Haimbacher erweitert: ein dreifaches "Hipp Hipp Hurray" wurde ergänzt.
Fastnacht - ein ernstes Business
Trotz dem ganzen Spaß und der Feierei sagt Uwe Lengsfeld, dass Fastnacht ein ernstes Business sei. "Wenn wir was auf die Bühne zaubern, ist das mit viel Arbeit verbunden. Das ganze Jahr sind wir eigentlich am Vorbereiten. Die Mädels und Jungs aus den Tanzgruppen fangen bereits im April an zu üben. Wenn der Zuschauer zum Schluss das Gefühl hat, es läuft alles wie der Sand durch die Eieruhr, dann haben wir alles richtig gemacht." Das sieht auch zweiter Vorsitzender Ralf Hasenauer so. "Nach 24 Jahren macht es mir immer noch Spaß, man hat auch einfach viele Freunde hier. Manche Leute triffst du sogar nur an der Fastnacht - wenn man sie in zivil sieht, erkennt man sie oft gar nicht", sagt Hasenauer und lacht. Darauf ein "Halali, töff töff, hipp hipp hurray!" (Luisa Diegel) +++
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