VORGESTELLT - Fuldaer Randstaaten (4)

Ostendia: Vom Radfahrclub zum orientalischen Geselligkeitsverein


Fotos: privat -

08.02.17 - Es war der 6. März 1926, als sich sechs junge Männer am Stammtisch trafen und einen Radfahrverein mit dem Namen "Waldlust" gründeten. Damals hätten sie wohl nicht gedacht, dass das Fahrradfahren irgendwann nicht mehr zum Mittelpunkt ihres Vereinslebens gehören würde. Doch es kam, wie es kommen musste: Lustige Ausflüge, Feiern und geselliges Beisammensein führten nämlich dazu, dass die Männer auch während der Fastnachtszeit einiges gemeinsam unternahmen. Am 18. Oktober des Jahres 1930 wurde der Radfahrverein "Wanderlust" dann in "Geselligkeitsverein Ostend" umbenannt. 

"Udeti savita – tamas castameti" - wahrscheinlich ist kein Schlachtruf komplizierter als der des drittältesten Karnevalsvereins Fuldas. Die vier Worte stammen aus Indien und bedeuten auf Deutsch übersetzt so etwas wie "Die Sonne geht auf – das Dunkel entweicht". Genauso schön wie kompliziert also. Indisch sind die Worte deshalb, weil der Verein seine Wurzeln im Osten von Fulda hat. "Und Indien ist ja auch ein östliches Land", erklärt der erste Vorsitzende Markus Schmid. Kostüme und Fürstlichkeiten wurden also ebenso an das Land im Osten angelehnt. 

Seitdem glitzert und funkelt es in den verschiedensten Farben, wenn die Mannschaft des Karnevalsvereins "Ostendia" auf die Bühne tritt. Zum ersten Mal im Jahr 1938, in dem die Fastnachtsverrückten aus dem Ostend zum ersten Mal am Rosenmontagszug teilnahmen. Nach der Beendigung des Krieges 1948 wurde das Ostend dann entgültig in der Fuldaer Fastnacht aktiv - und das ist es bis heute. Insgesamt 50 Mitglieder zählt der Verein. Und das Besondere an ihnen ist laut Schmidt, dass die meisten von ihnen nicht nur gemeinsam in der Fastnacht aktiv sind, sondern sich auch privat treffen. Genau wie im Entstehungsjahr 1926 werden gemeinsam Ausflüge unternommen. "Der Umgang ist ein sehr familiärer. Vielleicht auch, weil wir hauptsächlich junge Mitglieder haben. Der Altersdurchschnitt liegt bei unter 30 Jahren."

Was also damals als Radsportverein begann, ist heute nicht mehr aus der Fuldaer Fastnachtslandschaft wegzudenken. "Ostendia" ist der drittälteste Karnevalsverein in Fulda und begeistert die Narren jedes Jahr aufs Neue mit seinen Fürstlichkeiten, dem "Bahadur" oder der "Maharani". In diesem Jahr hat diesen Posten Lena, die XXI "aus dem Herzen Bollywoods" übernommen. Unterstützt wird sie von ihren Adjutanten Jens Larbig und Andrea Freeman. Weiterhin begleiten die Fürstlichkeiten auch in diesem Jahr drei Tanzgarden, die "Blue wild Bunch", die "Red Angels" sowie die "Sunshines" Für die musikalische Unterstützung bei allen Einmärschen sorgt der Fanfarenzug, einer der wenigen aktiven Naturfanfarenzüge. (Suria Reiche) +++

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