BILDERSERIE 1
Güteklasse 1 - ein Höhepunkt jagt den nächsten

- Fotos: Gudrun Schmidl
06.02.17 - Dass die Osthessen Karneval können, haben die Närrinnen und Narren des Obersuhler Carneval Vereins e.V. (OCV) bei ihrer 1. Sitzung am Samstag wieder eindrucksvoll bewiesen. Nach der Eröffnung durch die OCV Fanfaren begrüßte Sitzungspräsident Andreas Schneider die feierfreudigen Gäste im restlos ausverkauften Bürgerhaus Obersuhl zur inzwischen 47. Sitzung des Vereins, durch die er souverän führte. Nach einem dreifach donnernden „Obersuhl Helau, Karneval Helau, 1. Sitzung Helau“, wurde mit dem Obersuhler Karnevalslied auf ein gut dreieinhalbstündiges, abwechslungsreiches, hochkarätiges Programm eingestimmt, das begeisterte. Frei nach dem ausgegebenen Motto: „Manege frei für Narretei“.
Zunächst wirbelte das OCV Hofballett zu dem Narhallamarsch über das Parkett. Mit tollen Choreografien, großer tänzerischer Leistung und viel Ausstrahlung überzeugten auch die Funkenmariechen Leonie Wagner und Amelie Kaufmann und das Funkenpärchen Nele Wagner und Frederic Sauer, die von Manuela Sauer trainiert werden. Ihr zur Seite steht inzwischen ihre Tochter Nadine, die zudem die Leitung der OCV Präsidentengarde übernommen hat, die das Prädikat „Güteklasse 1“ auf jeden Fall verdient. Ein Hingucker und ein Stimmungsanheizer war der Tanz des Jugendballetts mit „feschn Dirndln“ und „hippen Girls“ unter der Leitung von Michaela Wagner. Ganz entzückend auch der Beitrag des Kinderballetts, bei dem sich die Mädchen mit ihren bunten Regenschirmen bestens vor dem Konfettiregen schützen konnten, der nicht nur auf sie, sondern auch auf Besucher in den ersten Reihen prasselte. Stammgäste wissen, dass dann die Gläser abgedeckt sein müssen oder man sich am besten in Sicherheit bringt, wenn man direkt in der Schusslinie sitzt. Oder man wählt gleich einen Platz auf der Empore. Auf jeden Fall eine tolle, bunte Idee, von der die getroffenen Besucher noch was haben, wenn sie sich später ausschütteln.
Aus dem Programm nicht wegzudenken sind die Wildecker Nachrichten aus dem OCV Hauptdorfstudio mit Chefsprecher Andreas Schneider. Das Drama um das Hallenbad, in dem die Heizung den Dienst verweigerte, gehörte zu den Hauptthemen. Hier kann nur noch eine „archäologische Reparatur“ Abhilfe schaffen. „Bitte keinen Dreck fressen“ ist der gut gemeinte Rat an die Nachbarn in Richelsdorf, in deren Freilandböden Arsen nachgewiesen wurde. Die Bosseröder stehen offensichtlich in der Gunst der Obersuhler nicht ganz oben. Auch für schnelles Internet würde kein Obersuhler in dieses Dorf ziehen, da bleiben sie lieber offline. „Obersuhl hilft in Krisenregionen“ lautet die Schlagzeige in Bezug auf den Einsatz bei der Bosseröder Kirmes. Donnernder Applaus für die gelungene Recherche.Vor der Pause enterte auch noch „Das tapfere Schneiderlein“
in Gestalt von Daniela Schneider die Bühne. Bühnenpräsenz hat das Schneiderlein mit den schicken roten Lackschuhen allemal, allerdings zog sich kein roter Faden durch die Büttenrede und so blieb manch gute Pointe ungehört. Schreckliche Weihnachtsgeschenke wie ein Muschelkästchen als Schlafplatz für ihr Handy hat Daniela Schneider bekommen, aber ganz andere Wünsche. Zum Beispiel selbst joggende Beine. Der Wunsch ist gut, denn flotte Beine hat sie, was sie bei ihrem Auftritt mit ihren Zumba Chicas, die in diesem Jahr durch zwei Breakdancer ergänzt wurden, eindrücklich bewies.
Nach der Pause drehten die Obersuhler Närrinnen und Narren noch mal richtig auf. Die OCV-Fanfaren sorgten für wahre Begeisterungsstürme. Ein Wahnsinnsauftritt, der zum Mitsingen, Klatschen und Jubeln animierte. „Diese Scheibe ist ein Hit“ war einer der Gassenhauer, den die Musiker zum Besten gaben. Vor allem ist diese Kapelle ein Hit. Hans Werner Weber, Manfred Strube, Bernd Gliem und Bernd Steube, die WSGS, rockten anschließend die Bühne dermaßen, dass der jüngere Teil des Publikums gleich auf den Stühlen stehend weiter feierte. Geforderte Zugaben wurden natürlich gewährt. Dann wurde es noch etwas lauter, total professionell und absolut mitreißend. Die Drumcorps BiMotion formierten sich im schlagkräftigen Rhythmus immer wieder neu und bewiesen, dass man auch im „Kopfstand“ trommeln kann. Niklas Wagner führt hier das Kommando.
Ein Höhepunkt jagte den nächsten, aber die Verfilmung „Auf der Jagd nach Bruno, dem Bär“ toppte wirklich alles. Ein echter Wald, ein Hochsitz und ein Regiestuhl als Requisite, ein Regisseur kurz vorm Nervenzusammenbruch, ein später erschossener Pilzsammler und zwei tapsige Jäger sorgten für wahre Lachsalven. „Bruno erschießen, die Erste … one, two, three … Action! Das Publikum stimmte ein. Manfred Strube, Steffen Rimbach, Egbert Ries und Bernd Gliem vom „Trio St®ammstisch haben sich selbst übertroffen.
Das OCV Hofballett präsentierte noch einen modernen Tanz und sich selbst als Augenweide, bevor die „Ranzengarde“ den tänzerischen Höhepunkt bildete. Das OCV Männerballett „Sexy Bellies“, in Wahrheit optisch gut in Schuss, zeigte sich von seiner romantischen Seite in rosa Anzügen, in Tüll gehüllt und im Liebesrausch. Mit dieser genialen Performance haben sie definitiv auch das Publikum berauscht, das zum Finale lauthals in Andreas Gabaliers „Hulapalu“ einstimmte. „Happy hour, mitten in der Nacht, sexy, alles tanzt, alles lacht….“. Das passt. Stephan König, der Partykönig, heizte anschließend noch ordentlich ein. 40 Grad am Dancefloor …. in diesem Fall im Bürgerhaus in Obersuhl. Die 2. Sitzung am kommenden Samstag ist restlos ausverkauft. Wer in Obersuhl Karneval feiern will, hat dazu bei der Weiberfastnacht am Donnerstag, 23.02.17, Gelegenheit. Einlass ab 19.00 Uhr. Beginn 20.00 Uhr. Die Jüngsten sind eingeladen zum Kinderfasching am Samstag, 25.02.17, um 15.00 Uhr. Einlass ab 14.30 Uhr. (Gudrun Schmidl) +++
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