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Maskenball zum Karneval

Das Geheimnis lauert überall - Überragendes Programm im Forsthaus-Saal



13.02.17 - Der Elferrat rund um Sitzungspräsident Jörg Keileweit hat es sich auf der Bühne in einer Gondel gemütlich gemacht, die im Anblick der Rialto Brücke über den Canale Grande in Venedig schippert. Sitzungspräsident Matthias Modenbach erwies sich von Anbeginn als Gondoliere des Narrenschiffes, das an diesem Abend aufgrund von Begeisterungsstürmen ganz schön ins Schaukeln geriet. Die erste von zwei Prunksitzungen im 51. Karnevalsjahr in Niederaula am Samstag im Saal „Zum Alten Forsthaus“ war mit einem hervorragenden, bunt gemixten Programm ein voller Erfolg. Eine Vielzahl der Gäste hat sich entsprechend dem ausgegebenen Motto „Das Geheimnis lauert überall, Niederaula feiert Maskenball“ vor allem mit mystischen, venezianischen Masken maskiert, was dem stimmigen Gesamtbild gut tat.

Mit einem mitreißenden Gardetanz eröffnete die Gruppe „Déjà-vu“ das rund dreieinhalbstündige Programm, bevor zwei Putzfrauen für Sauberkeit sorgen sollten. Geputzt haben Heike Diebel und Andrea Kaiser nicht, dafür waren sie viel zu beschäftigt mit der Suche nach passenden Partnern übers Internet. Um im Saal auf sich aufmerksam zu machen, ließen sie es sogar musikalisch ordentlich krachen. Ein Kracher war auch der erste Auftritt des neuen Büttenredners Friedrich, der in Niederaula am Weinberg Wurzeln geschlagen hat. Dass er aus Offenbach stammt, war nicht zu überhören und seine Büttenrede „Der Lattenzaun“ rund um einen „Abgang hinten rum“ kam richtig gut an. Lange waren in Niederaula Büttenredner Mangelware, dieser Notstand scheint behoben.

Die Spaßgaranten Robbe (Bürgermeister Thomas Rohrbach) und Schenko (Gemeindebrandinspektor Matthias Schenk) stehen seit nunmehr 20 Jahren gemeinsam auf der Karnevalsbühne, obwohl bereits der erste Auftritt der letzte sein sollte. Sie befassten sich mit „Der Wiederkehrende & Der Einmalige“ und machten das mit einem Schoppen deutlich. „Ein einmaliger Schoppen ist gut für die Leber, der wiederkehrende Schoppen gut für Martins Geldbeutel“. Martin Diebel ist der Wirt des Restaurants „Zum Alten Forsthaus“ und gleichzeitig ein Freund des Karnevals.

Als Zirkusdirektor präsentierte er die zum Schreien komische Pferdedressur, die er mit dem Männerballett gemeinsam einstudiert hat. Als „Singender Wirt“ an der Seite von seinem Schwager Joachim Borneis brachte er unter anderem mit „Hulapalu“ den Saal zum Kochen. Apropos Kochen: erstmals wurde mit einem Karnevals-Party-Opening ab 18 Uhr auf die Prunksitzung eingestimmt. Forsthauswirt Martin Diebel bot als Karnevalsknüller Schnitzel im Deckmantel und schwarze Hähnchenburger als Grundlage für eine lange feucht-fröhliche Nacht an, was großen Anklang fand. Dirk Lindemann, der Partygarant schlechthin, heizte dazu mit Live-Musik ein.
Er vereinte während des gesamten Programms als grandioser Alleinunterhalter eine Bigband in seiner Person und brachte mit Schunkelrunden ausgelassene Stimmung in den Saal.

Auwel kann mit wahren Koryphäen des Karnevals aufwarten, die mit ihren gelungenen Sketchen und Freestyle Comedy seit Jahren überzeugen. Eine echte Entdeckung ist Milan Hassknecht (Rohrbach), der sich in seinem jungen Alter als „Gernot Hassknecht“-Imitator einen Namen gemacht hat. Unglaublich seine Bühnenpräsenz und seine Textsicherheit. Er stand gemeinsam mit seinem Bruder Laurin auf der Bühne und nutzte die Gelegenheit, ihn mal ordentlich anzubrüllen. Allesamt waren es tolle Wort-, Gesangs- und Comedybeiträge, die allerdings von Elli & Modo und ihrem Sketch „Liebe im Büro“ in bester Loriot-Manier getoppt wurden. Matthias Modenbach als Karl-Heinz Meltzer und Elisabeth Heinrich als Renate Dinkel kommen sich nach 15 Jahren als Chef und Sekretärin näher und erweisen sich letztendlich als herausragende Repräsentanten der „Trikotatenbranche“, die solch wollüstigen Unkorrektheiten im Büro nicht zulässt.

Zum Karneval gehört neben dem Garde- auch der Showtanz und auch da können die Karnevalisten in Niederaula punkten. Die Sternchen bezauberten mit „Vier Jahreszeiten von Vivaldi“,
bei der Haus- oder doch Houseparty von den „Streifenhörnchen“ tobt der Saal, regelrecht magisch mutet der Showtanz „Flügelträume“ der „Step Ups“ an. Hervorzuheben ist dennoch die neue Showtanzgruppe „Scénique“, entstanden aus einer internen Tanzgruppen-Umformierung, unter der Leitung von Alexandra Busalt. „Deine Welt“ ist der erste überwältigende Showtanz der neuen Formation getitelt, der die Elemente Feuer, Wasser, Erde und Luft aufgreift und mit einer ausgefeilten Choreografie und traumhaften Bildern eine neue Dimension des Showtanzes auf die Bühne bringt.

Einen herausragenden, mitreißenden Gastbeitrag lieferten der inzwischen selbst fernseherfahrenen und bekannten Gardetänzer Marcel Lipphardt und seine Schwester Joelina aus dem Nachbarort Kleba ab. Die „Swarowskis“ betätigten sich bei ihrer genialen „Suche nach dem Glück“ aus Versehen als Abrisskommando. Zur Erheiterung aller fiel der linke Bühnenvorhang, was dem gelungenen Auftritt aber keinerlei Abbruch tat. Auch die feschen Kerle erzählten eine Geschichte auf der Bühne, begaben sich auf eine Reise durch viele Länder, waren aber froh, als sie wieder in Auwel waren, denn da ist es sowieso am schönsten.

Vor dem großen Finale entführten die „Starlights“ mit einem bejubelten Medley in die 90-er Jahre. Nach dem Spitzenprogramm, in dem ganz aktuell und mehrfach Donald Trump aufs Korn genommen wurde, durften die Masken und vielleicht auch so manches Geheimnis gelüftet werden. Danach öffnete die Sektbar neben der Tanzfläche ihre Pforten, was auch eine Neuerung beim Karneval in Niederaula ist. Nicht neu, aber immer wieder gut ist die Partynacht, bei der Dirk Lindemann die Stimmung weiter anheizt. Darauf ein dreifaches, donnerndes „Auwel Helau“. Die zweite Prunksitzung findet am Samstag, 18.02.2017, statt (es gibt noch Restkarten). Am Sonntag, 19.02.2017, dürfen die Kinder bei freiem Eintritt groß feiern. (Gudrun Schmidl) +++

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