Eine Mauer zu Hessen?
"Harry Trump" in Ginolfs - wer nicht lacht wird verbannt

- Fotos: Marion Eckert
19.02.17 - Gemütlich, familiär und spontan – so ist der Gingelser Fasching. „Wir brauchen keinen Generalprobe, wir haben die letzten Stücke erst heute Nachmittag festgelegt“, lachte der frische gewählte Faschingspräsident Harald Omert vor Beginn der Sitzung. Doch bevor er das Zepter übernahm, stand ein anderer Präsident im Mittelpunkt: Rote Krawatte, gelbe Haut und merkwürdige Haare, der amerikanische Präsident „Harry Trump“ war eigens nach Ginolfs gekommen, um die neuen Regeln für den Fasching bekannt zu geben. „Zunächst einmal, damit das für alle klar ist, ich wurde mit überragender Mehrheit gewählt, und die mich nicht wählten, die wohnen jetzt in Weisbach“.
Wiederworte, Diskussionen oder gar kritische Pressenachfragen sind in Gingels nicht mehr zu gelassen. „Ich mach alles richtig“, überzeugte Harry Trump die Gingelser. Saftig kriegte es die Lügenpresse ab: „Ich wäre in Gingels gut angesehen, wenn die Presse nicht so schlecht schreiben würde.“ Den Gingelsern riet er sich umgehend an die neue Situation mit ihm zu gewöhnen. Wer innerhalb von fünf Minuten nicht mindestens einmal lachte, der werde zum Fasching nach Oberelsbach gefahren, denn da gebe es nichts zu lachen. Wer nicht applaudiere, der werde zum Fasching nach Unterelsbach gefahren, denn dort komme der Applaus vom Band und wer negative Äußerungen von sich gebe, der werde nach Sondernau verbannt.
Eine weitere Gingelser Neuerung: „Wir müssen uns vor Hessen schützen, wir bauen eine Mauer. Unser Gingels ist schützenswert“. Große Zustimmung gab es für diesen Vorschlag. „Jawoll“ tönte es aus dem Publikum. Natürlich baut Harry Trump die Mauer selbst. „Ich bin der beste Präsident für Gingels, den Gott je schuf.“ Das Publikum reagierte prombt: „Keiner wollte ihn, wir haben ihn gleich.“ In Ginolfs gibt es jedes Jahr einen individuellen Faschingsorden, der einer verdiente Person verliehen wird. Die Gruppe SOS, die musikalisch für Stimmung sorgte, besang die möglichen Kandidaten, doch weder Harry Omert, noch Mario Schrenk oder Marco Joppe schaffen es auf den Orden.
In diesem Jahr wurde er dem „Commander“ Matthias Schunk, auch bekannt als „Mr. Sky“ oder „Herr der Zahlen“ verliehen. „Es gibt kein Statistik, die er nicht selbst gefälscht hat“, kündigte Harald Omert die Ordensverleihung an. 18 Jahre war der „Commander“ Feuerwehrkommandant in Ginolfs und damit war der diesjährige Schlachtruf auch gefunden: „Mehr Schlauch“. Zum Feuerwehrlied wurde der Orden überreicht, der mit integrierter Beleuchtung ein wahres Unikat ist.Weiter ging es auf der Bühne mit der Ehrung für den bisherigen Faschingspräsident Frank Omert. Ihm galt der Dank der Gingelser Faschingsgesellschaft. Harald Omert und Nadine Herbert, die neue stellvertretende Präsidentin, erinnerten an seien früheren Auftritte.
Dann waren die Jüngsten an der Reihe, die Kindertanzgruppe aus dem Kinderturnen. Als Biene Maja, Willi und Flip eroberten die Bühne. Das Publikum war begeistert, der Tanz musste gleich noch einmal gezeigt werden.
Super vorbereitet war auch die Kinderbütt und die Seitenhiebe auf die Lehrerschaft. Die Schulklasse litt aber wirklich sehr unter der Unwissenheit der Lehrerin. „Sven und Kadi“ lautete der Titel des Sketch in dem es um einen landwirtschaftlichen Unfall ging, der zu einigen Irritationen mit der Versicherung führte. Streitbar wurde es mit „Nadine und Frank“. Bei diesem Ehepaar wollten jeder die Hosen anhaben. Richtig schwer zu schuften hatte der Ginolfser Bautrupp, mit all seinen Ereignissen auf der Baustelle - so wie es den Arbeitern beim „Kammerdiener“ eben ergeht. Mit dem Matrosentanz der Sondernauer Damen und dem Gingelser Männerballett in Anlehnung auf das allseits beliebte Aprés-Ski endete der gemütliche und stimmungsgeladene Faschingsabend im Ginolfser Sportheim. Nach Oberelsbach, Unterelsbach oder Sondernau musste „Harry Trump“ letztlich niemand verbannen (Marion Eckert). +++
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