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Buntes Programm sorgt für Lacher

Elferratssitzung des TV Grebenau - Sitzung mit vielen Höhenpunkten


- Fotos: privat

20.02.17 - Früher war alles besser, oder? Dieser Frage ging der TV Frohsinn Grebenau nach und stellte am Samstag in seiner 58. Elferratssitzung einen unnachahmlichen Vergleich an: Gut vier Stunden lang präsentierten die Karnevalisten in der gut gefüllten Johanniterhalle ein Highlight nach dem anderen und versetzten ihre Karnevalsgesellschaft in ausgelassene Feierlaune.

Schon das Bühnenbild ließ tief blicken und „beamte“ die Gäste in teils unbekannte Sphären. Wem sind etwa noch die gelben Telefonzellen und das gute alte Telefon mit Wählscheibe und Hörer ein Begriff? Oder LP und Kassetten und die kleine, handliche Spielekonsole Gameboy? Demgegenüber wurden die Älteren im Saal mit dem modernen Zeitalter von Iphone, Apple Store und sozialen Netzwerken wie WhatsApp und Facebook konfrontiert. Im Gesamtbild eine Mischung von Geschichte und Neuzeit, verpackt in einem kurzweiligen Showprogramm von knapp 20 Beiträgen für Augen, Ohren, Herz und Lachmuskeln.

Auch die Faschingsgänger hatten sich ordentlich in Schale geworfen und zeigten Kreativität. Matrosen, Sträflinge, Indianer, Außerirdische, Teufelchen, Ritter, Einhörner, Kühe, Sumo-Ringer und viele andere Kostümierungen füllten den Saal und belohnten die Leistungen der Aktiven mit donnerndem Applaus, Raketen, freudigem Gesang und wiederholter Bitte um Zugaben.

„Helau - singt frohe Lieder. Der TV Frohsinn feiert wieder. Vorhang auf, die Narretei nimmt ihren Lauf“, eröffnete Sitzungspräsident Werner Schweiner pünktlich um 20.11 Uhr das närrische Treiben, während seine zwei charmanten Begleiterinnen gleich einen Anreiz gaben, in Nostalgie zu schwelgen. Früher hätten sich die Funkenmariechen an der Seite des „Präsis“ nicht von der Stelle bewegt, heute aber machten sie alles andere und nutzten die Zeit zum Tickern und für Selfies mit dem Handy. „Wir können ja einfach mit dir ein Foto machen“, boten die jungen Mädels dem „alten Herren“ als Kompromiss an, und die Welt war wieder in Ordnung. Der Elferrat zog ein, das Spektakel konnte mit den strengen Regularien der Stadtschlüsselübergabe von Hippie Bürgermeister Lars Wicke und Vereidigung der Jecken beginnen.

„Das waren noch geile Zeiten“, gaben die „Hüpper, Lollipops und Männer“ in einem gemeinsamen Eröffnungstanz einen ersten Vorgeschmack ihres feurigen Hüftschwungs. Kein Wunder also, dass die Formationen in den Einzeldarbietungen mit einer musikalischen Reise von den 1960ern in der früher bekannten Glastanzdiele Wallenrod bis heute ins noch immer betriebene „Caly“ einen Zahn zulegten. Erinnerung an die „Neue Deutsche Welle“ wurden wach, und auch der „Madley-Tanz“ der Männer brachte Stimmung in den Saal. Die „Black Cats“ aus Schwarz überzeugten ebenfalls mit ihrem „Gardetanz“ mit raffinierten Formationen und Choreographien. Letzte „Tanzmaus“ war erstmalig das „Tanzmariechen“ Leonie Knaust aus Empfershausen. Das Mädel eroberte die Herzen des Publikums im Sturm. Großen Beifall erntete schließlich das „Knieballett“ (Freie Motorradfahrer Gründchen) mit seinen betörenden Reizen.

Früher war alles besser als heute, oder?“, war natürlich ein beliebtes Thema in den Büttenreden. „War es wirklich besser?“, machte Stadtoberhaupt Lars Wicke einen kurzen Abstecher in die Vergangenheit. Als „olle Frau von Welt“ und „Moderne mit Problemzonen“ blickten indes Melanie Kokel und Stephanie Weiss zurück in die Jahre der deutlich erkennbaren „Veränderungen“ im Gründchen. Man hörte von der Stallpflicht wegen Vogelgrippe, von einer Apothekerin mit offenen Wegen in die Homöopathie, von merkwürdigen Piepsern bei der Feuerwehr und von großen Windrädern in der schönen Natur.

Des Weiteren wanderten Carsten Montanus und Werner Schweiner auf den Pfaden der alten Rittersleut und entlarvten eine Grebenauerin als schlaue Frau. Hatte sie doch eine findige Möglichkeit gefunden, die Herren mit dem Waschen und Bügeln ihrer Wäscheberge zu beschäftigen. Garanten für gute Laune waren zudem Michael Schmidt und Christoph Schweiner. Während man früher seine Hochzeit in traditioneller Folge von Standesamt, Polterabend und kirchlicher Trauung mit anschließender Hochzeitsfeier begann, bedürfe es heute eines Weddingplaners mit langer „To-do-Liste“, klärten beide, stilecht in Brautkleid und Anzug, aber den „neumodischen Ferz“ auf. Und die Nummer kam bei allen an.

„Du hast die Haare schön“, sorgte schließlich ein Besuch bei „Krimhildes Haartraum“ (Christa Dörr) für Gelächter. Was blieb den Gästen auch anderes übrig, bei der Bekanntschaft mit der Chefin und ihrer Ausbildenden Ute – (Ute Müller) im zehnten Lehrjahr. Genauso schräg waren die Kunden. Eine Mutti mit ihrem 53-jährigen Bubi (Gabi Pfude), der den Platz nicht verließ, ohne eine Bömbschen zu bekommen. First Lady „Hillary Trump“ (Bärbel Schweiner) bekam noch einen Masse Schnitt, bevor sie das Weiße Haus putzen durfte. Und zur Krönung des Ganzen landete Schäfer Heinrich (Gabi Pfude) mit Schaf Berta im Salon und steppte mit drei Burkas den Bären.

Mit einer trationellen Polonaise endete die Sitzung und Alleinunterhalter Ben sorgte bis in die frühen Morgenstunden noch für Stimmung. +++

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