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Raketen der Begeisterung

Freitags sind die Jäscher unter sich – heute Ramba und Zamba


- Fotos: Gudrun Schmidl

25.02.17 - „Heut´ und anno dazumal, die Jäscher ham´nen tollen Karneval“ ist das selbstbewusste diesjährige Motto und siehe da, es wurde nicht zu viel versprochen. Am Freitag stieg die erste von zwei Karnevalsfeten im bunt geschmückten, voll besetzten Dorfgemeinschaftshaus in Niederjossa, zu dem der örtliche Sportverein im 42. närrischen Jahr eingeladen hat. Freitags sind die närrischen Jäscher erfahrungsgemäß unter sich in der „Narhalla“. Alle Generationen der Dorfgemeinschaft erfreuten sich gemeinsam an dem abwechslungsreichen Programm voller Höhepunkte, das von den zauberhaften Gardemädchen in ihren blau-weißen Kostümen eröffnet wurde.

Uwe Seel als Präsident des Jäscher Karnevals versprach, dass er den ganzen Abend über die „Zuckerpuppen“ tanzen lässt, verkündete aber auch, dass er im kommenden Jahr nach 20 Jahren zum letzten Mal als Till Eulenspiegel den Narrenspiegel vorhalten wird. Abschied nehmen hieß es in diesem Jahr von Heidi und ihrem bewährten Küchenteam. Der „Mac Jäsch“ ist Geschichte. Die Bewirtung ist allerdings gesichert und der Jäscher Karneval auch. „Nachwuchsförderung wird in Joss großgeschrieben“, versichert Uwe Seel, bevor die Mini-Western-Girls nach der Filmmusik von Bibi & Tina ihre erlernte Choreografie in einer entzückenden Eigendynamik vorführten. „Blue Dancing Girls“ nennt sich die kleine Garde, die mit einem Apres-Ski-Medley die Stimmung anheizte.

Ganz weit vorn im Programm hat der Jahresrückblick von Martin Allendorf seinen Platz, denn schließlich wollen die Jäscher wissen, ob sie dem gewieften Chronisten im Jahreskreislauf besonders aufgefallen sind und die Lacher auf ihrer Seite haben. Allendorf berichtet unter anderem über die neue Fahrschule in Joss, die mit ihrem Fahrzeug die heimischen Feldwege pflügte. Wie immer werden von ihm die Fußballer aufs Korn genommen, die nach wie vor einen ruhigen Ball spielen - heute wie anno dazumal. Die Jäscher müssen aufpassen, denn ein weiterer begabter Nachwuchsbüttenredner mischte zum ersten Mal im Abendprogramm mit. Jan Ludwig hat für seine eigene Ortszeitung beeindruckend recherchiert und im Bereich Lokales mehr zu berichten als manchem lieb ist. Auf jeden Fall ein gelungener, viel bejubelter Einstieg in eine große Zukunft als Büttenredner.

Die Jäscher haben mit den „Nickeln vom Unterdorf“ ein Ass im Ärmel, das seinesgleichen sucht. In diesem Jahr dreht sich bei Thorsten Ludwig und Matthias Reiss alles um Billy, oder Billi? Ein Anruf aus Kassel gab Hoffnung, denn bei Martha meldete sich Ikea und verkündete, dass Billi da ist. Billi, der Kater, der schon lange vermisst wird. Währenddessen radelte der Hausherr über die Autobahn und holte bei Ikea das eingetroffene Billy-Regal ab, das sich beim Aufbauen immer wieder stängelte. So viel Wortwitz, Spontanität
und Ideenreichtum wurde frenetisch bejubelt. Die originellen Werbespots des TV-Teams treffen jedes Jahr den Nerv der Jäscher. Mit ihrer Reality-Show „Hochzeit auf den 1. Blick“ setzten sie noch einen Knaller oben drauf. Mehrere hundert Frauen und Männer wurden vorab intensiv geprüft, übrig blieben die Liesel und der Könjes, die vor laufenden Kameras im Standesamt von Niederjossa getraut wurden. Als die Braut den Schleier lüftete, trauten sie ihren Augen nicht. Ein Riesenspaß besonders für die Einheimischen, die mit den genannten Personen vertraut sind.

Reichlich Gelegenheit, Küsschen, Sekt und Orden an hübsche junge Frauen zu verteilen, hatte Till Eulenspiegel allemal und das auch noch an der Seite attraktiver Sektmädchen. Die Tanzgruppe „Black Motion“ brachte bei ihrem zweiten Auftritt im Abendprogramm „Sommer, Sonne, Partytime“ ins Dorfgemeinschaftshaus, die Showtanzgruppe „Difference“ bezauberte mit „Bollywood – Arabische Tänze“, die „Starletts“ entführten nach „Las Vegas“, vermissten ihren Mittänzer Lars Ludwig so sehr, dass sie die Glitzermetropole kurzerhand in Lars Vegas umbenannten. In den Wilden Westen zog es die Showtanzgruppe „Changes“. Was für die Augen und was für die Ohren gehört zum Karneval dazu. Die „Original“ Jossataler garantieren Hörspaß und Stimmung, wenn sie mit ihrem „Gaudi-Mix“ aufspielen. Jan Diebel, Jörg Wettlaufer und Michael Przewdzink mussten allerdings auf ihren Bassisten Dirk Allendorf verzichten.

Immer wieder wurden Raketen der Begeisterung für die Aktiven auf der Bühne gezündet, die mit Kreativität und gelungener Umsetzung punkteten, aber auch die Lachmuskeln übermäßig strapazierten. Lachanfälle garantiert sind beim Auftritt des Männerballetts „Jossaflöckchen“, die als Matrosen auf einer Welle der Begeisterung tanzten. Krönender Schlusspunkt war wie immer die Hitparade mit Micha Ludwig und den jungen Wilden mit ihrem Hit-Mix, der bewies: Hulapalu geht immer. Bis weit nach Mitternacht amüsierte das Programm auf der Bühne, das von dem Alleinunterhalter Thorsten Rehbein „Rhön-Royal“ begleitet wurde. Heute erwarten die Jäscher gesellige und feierfreudige Gäste aus der Großgemeinde Niederaula und darüber hinaus, die originell verkleidet das Dorfgemeinschaftshaus ab 20.11 Uhr rocken werden. Es gibt noch einige Restkarten. Morgen sind beim Kinderkarneval die Kleinsten die Größten. (Gudrun Schmidl) +++




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